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Nordamerikanische Kunststoffverarbeiter setzen auf fortschrittliche Anwendungen im Automobilbereich – Märkte erholen sich (Kurzfassung)
Jedes Jahr werden in Nordamerika rund 500.000 Tonnen Kunststoffe zu Automobilteilen verarbeitet; diese Zahl basiert auf geschätzten 50 Kilogramm pro Fahrzeug bei 10 Millionen Fahrzeugen im Jahr (eine Zahl aus jüngster Vergangenheit). Diese Zahlen sind allerdings im größeren Kontext zu betrachten: Im Jahr 2009 wurden in Nordamerika weniger Fahrzeuge verkauft als im Jahr 2008; gleichzeitig verkaufte China 2009 erstmals mehr Fahrzeuge als Nordamerika. Der Gesamtabsatz war 2009 so niedrig wie zuletzt 1970, mit 10,4 Millionen verkauften Fahrzeugen in den USA und 12,6 Millionen in Nordamerika.
Gemäß Prognosen zur Fahrzeugproduktion von CSM Worldwide Inc. (Northville, Michigan, USA) wird der Fahrzeug- und Lkw-Absatz in Nordamerika nach dem traumatischen Abschwung 2009 dieses Jahr insgesamt wieder anziehen, jedoch erst im zweiten Halbjahr ein halbwegs robustes Niveau erreichen. CSM prognostiziert für 2010 eine Steigerung des Fahrzeugverkaufs um 13,5 Prozent (auf 11,8 Millionen Fahrzeuge) für die USA bzw. um 12,5 Prozent (14,2 Millionen Fahrzeuge) für ganz Nordamerika.
Die in den USA eingeführten gesetzlichen Regelungen zum maximalen Flottenverbrauch (Corporate Average Fuel Economy, CAFE) fördern den verstärkten Einsatz von Kunststoffen in Fahrzeugen, da leichtere Fahrzeuge weniger Kraftstoff verbrauchen. So hofft Ford Motor Co. zum Beispiel das Fahrzeuggewicht bis 2011 um 350 Kilogramm senken zu können. Unter der Obama-Regierung soll der zulässige durchschnittliche Flottenverbrauch von heute 10,5 l/km bis 2016 auf 7,5 l/km sinken.
Kanadische Entwicklungen
In Kanada baut der National Research Council (Nationaler Forschungsrat) derzeit ein Forschungszentrum zur Entwicklung leichter, tragfähiger Verbundbauteile für Fahrzeuge auf. In Kooperation mit dem Partner Magna International entsteht am Standort von Magna Exteriors and Interiors in Concord, Ontario, das Magna-NRC Composite Centre of Excellence. Dafür wird das Center mit modernen Verarbeitungsanlagen für thermoplastische Verbundwerkstoffe ausgestattet, z. B. zur direkten Verarbeitung von langfaserigen Thermoplasten und Sheet Molding Compounds. Diese Technologien haben nach Meinung von Experten die größten Erfolgschancen im Hinblick auf die kostengünstige Produktion leichterer tragender Fahrzeugteile.
Mexikanische Märkte
Laut dem Mexican Supplier Report von Supplier Business (Stamford, GB) gehört die Automobilindustrie zu den Branchen, die den größten Beitrag zur mexikanischen Wirtschaft leisten. Die mexikanische Autoindustrie hat eine starke Position am Weltmarkt erobert. Laut Banamex (Banco Nacional de Mexico) hatte die Automobilindustrie im Jahr 2008 einen Anteil von fast 4 % am mexikanischen Gesamt-BIP, im Produktionsbereich lag der BIP-Anteil sogar bei 16 %. Die Automobilindustrie war im Jahr 2008 der einzige Produktionsbereich, der ein zweistelliges Wachstum verzeichnen konnte; sie generierte 20 % der gesamten Exportproduktion des Landes. Der Bereich der Herstellung von Automobilkomponenten hat 433.000 Beschäftigte, von denen nach einer weiteren Schätzung 180.000 in der Produktion von Kunststoffteilen für Automobilanwendungen tätig sind.
Die Automobilnachfrage in Mexiko ist stark – pro Jahr werden eine Million Fahrzeuge verkauft. Der Markt ist mit fast 40 Marken und über 300 verschiedenen Modellen überschwemmt, die sowohl im Land selbst produziert als auch importiert werden. Fast 54 % der gesamten Inlandsproduktion stammen aus den neun Werken, die Chrysler, Ford und GM in Mexiko betreiben. Sowohl Nissan als auch Volkswagen haben einige Produktionskapazitäten nach Mexiko verlegt und so den lokalen Teilezulieferern Wachstumschancen eröffnet. Dabei ist die Produktion offenbar stärker auf lokale Bedürfnisse ausgerichtet als auf den Export,
Verarbeiter schreiten voran
Diversifizierung: Eine Möglichkeit, sich von Automobilherstellern nicht in die Insolvenz treiben zu lassen, liegt darin sich nicht komplett abhängig von ihnen zu machen. „Diversifizierung“ bedeutet schlicht mehrere Märkte zu bedienen anstatt sich ausschließlich auf den Automobilmarkt zu konzentrieren.
Integrierte Formen- und Formteilherstellung: Ein Trend geht dahin, Formen und Formteile nicht in voneinander unabhängigen Unternehmen herzustellen, Bei der Formenherstellung bedeutet dies zum Beispiel, dass man durch intern verfügbares Verarbeitungs-Know-how die Produktion von Formen vermeidet, die zwar exakt der Formteilspezifikation entsprechen, bei der Formteilherstellung jedoch möglicherweise Mängel aufweisen. Der für die Formteilherstellung zuständige Zweig des Unternehmens kann die Formenherstellung direkt beeinflussen und so durch Reduzierung von Fehlproduktionen Einsparungen erzielen.
Blasformen: Ein weiterer Trend sind im Blasformverfahren hergestellte Hohlkomponenten wie Kraftstofftanks, Flüssigkeitsbehälter oder gekrümmte Leitungen. Das Blasformen von Mehrschicht-Kraftstofftanks ist an sich keine neue Idee. Bisher war es jedoch sehr schwer Automobilhersteller tatsächlich dafür zu gewinnen und entsprechende Verträge dazu abzuschließen. Das Blasformunternehmen Inergy Systems (Adrian, Michigan, USA) investiert zum Beispiel ca. 6 Mio. US-Dollar in neue Anlagen zur Produktion von Komponenten für Mehrschicht-Kraftstofftanks und Kraftstoffsysteme.
K 2010 – Aussteller präsentieren ihre Innovationen
K 2010, die Leitmesse der Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 27. Oktober bis 3. November 2010, ist ein Schaufenster für Werkstoffe, Technologien und Ausrüstungen aus aller Welt, einschließlich Nordamerika. Die Messe findet auf dem Ausstellungsgelände der Messe Düsseldorf statt und setzt die Tradition der alle drei Jahre stattfindenden K-Messen fort.
FA 05 – Juni 2010
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Pressereferat K 2010
Eva Rugenstein/Desislava Angelova
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