22.09.2010

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"From Megatrends to Business" - Nachhaltige Lösungen für Klimaschutz, Technologie, Mobilität, Leben und Gesundheit

Ziel ist es dabei, Lösungen für die Auswirkungen globaler Megatrends zu entwickeln. Das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Verstädterung werden hier als Beispiele zitiert.

"Unser Unternehmen kann solche Probleme natürlich nicht allein bewältigen, aber es verfügt über nachhaltige Lösungen aufgrund innovativer Produkte, Prozesse und Anwendungen, die bereits heute zur Verfügung stehen beziehungsweise für morgen entwickelt werden", sagte Patrick Thomas, BMS Vorstandsvorsitzender. Im Jahr 2030 würden mehr als 8 Mrd. Menschen auf der Erde leben, davon 5 Mrd. in Städten, führte er weiter aus. "Heute entfallen rund 30 % der globalen Treibhausgasemissionen und über 40 % des globalen Energieverbrauchs auf Gebäude. Daher ist der Bedarf an erneuerbaren Energieformen eindeutig." Wenn etwa Gebäude mit Polyurethandämmung - dem nach spezifischem Gewicht bei weitem effizientesten Material - nachgerüstet würden, könnten nachhaltige Reduzierungen der Kohlendioxidemissionen erzielt werden. Das EcoCommercial Building Program
Energiesparende Dämmung mit Polyurethan ist nur ein Baustein im EcoCommercial Building Program des Unternehmens. Die Initiative will der Baubranche ein Portfolio an Dienstleistungen und Materiallösungen für energieeffizientes und wirtschaftliches Bauen anbieten. Gemeinsam mit Partnern unterstützt BMS Architekten, Bauunternehmer, etc. bei der Realisierung öffentlicher und gewerblicher Gebäude, die bisherige Standards in Sachen Nachhaltigkeit deutlich übertreffen sollen. Das Angebot reicht dabei von Energieeffizienzberechnungen während der Planung über die Verwendung umweltverträglicher Materialien bis zur Erzeugung erneuerbarer Energie.

Im Rahmen dieser Initiative ist auch das Projekt "Masdar City" angesiedelt, ein Bauprojekt im Emirat Abu Dhabi, bei dem eine CO2-neutrale Stadt entstehen soll. Derzeit entsteht bspw. hier ein Laborgebäude des Betonherstellers Al Falah Ready Mix. Für eine optimale Wärmedämmung des Gebäudes sorgen Dämmstoffe aus PU-Schaum, die von der Puren GmbH, Überlingen, einem der Partner des Programms geliefert werden.

Auch die Zusammenarbeit mit der Ed. Züblin AG, Stuttgart, erfolgt im Rahmen des EcoCommercial Building Program. Der Schwerpunkt der Kooperation soll auf der Senkung des Energieverbrauchs von gewerblichen Gebäuden liegen. Verbundwerkstoffe "erleichtern" Transporte
Thomas zufolge kommen über 14 % aller Treibhausgase weltweit aus dem Transportsektor, der damit der drittgrößte Verursacher von Emissionen ist. "Leichtgewichtige Verbundwerkstoffe können das Gewicht eines Fahrzeugs um bis zu 30 % verringern und damit den Kraftstoffverbrauch deutlich reduzieren", so Thomas weiter.

"Wir liefern bereits Polyurethanverbundwerkstoffe zum Ersatz von Metalldächern in Autos. Darüber hinaus bieten wir Verscheibungskomponenten aus Polycarbonat, die Glasscheiben ersetzen sollen. Der Ersatz sehr energieintensiver Stahl- und Glaskomponenten in Fahrzeugen durch Polymere - die viel weniger energieintensiv sind, deutlich weniger Energie bei der Herstellung verbrauchen und zugleich das Fahrzeuggewicht reduzieren - bietet ein erhebliches Reduzierungspotenzial." Als weiteres Beispiel nannte er herkömmliche Glühbirnen, die eine Lichtausbeute von 3 % im Vergleich von bis zu 80 % bei LEDs hätten. Bei der Herstellung von LEDs und ihrem Lichtmanagement gehöre Polycarbonatharz zu den wenigen Materialien, die für hohe Temperaturbereiche einsetzbar seien. Polyurethan hält frisch
Auch für die Frischhaltung von Lebensmitteln sind Bayer-Materialien von Bedeutung: So verderben nach Angaben des Unternehmens bis zu 50 % der Nahrungsmittelproduktion zwischen dem Zeitpunkt der Erzeugung und dem des Verbrauchs. "Temperaturgeführte Transporte mit Kühlanlagen sind äußerst wichtig - und Polyurethanmaterialien spielen hier eine wichtige Rolle", erklärte Thomas.

Vor kurzem erst hatte BMS über eine erfolgreiche Kooperation mit einem Hersteller von Kühlgeräten aus Swasiland, einem der ärmsten Länder der Erde, berichten können.

Die Fa. Palfridge Ltd., ein in Swasiland ansässiger und im südlichen Afrika führender Hersteller von Kühlgeräten, hat eine umweltverträgliche Lösung für die Kühlung entwickelt. Das Unternehmen bietet Geräte mit einer besonders dickwandigen Isolierung aus PU-Hartschaum an, die auf Rohstoffen von BMS basiert.
Die 10 cm dicke Dämmschicht in den Palfridge-Geräten sorgt dafür, dass der Inhalt selbst ohne Stromversorgung bis zu fünf Tage lang kühl gehalten werden kann - und das auch bei Außentemperaturen von mehr als 40 °C. Einige Produktlinien des Unternehmens sind zusätzlich mit je zwei 90-Watt-Solarmodulen pro Gerät ausgestattet, die den Betrieb von Kühlgeräten in Ländern mit intensiver Sonneneinstrahlung sehr gut unterstützen.
Eine dauerhafte Kühlung ist für viele Menschen der Region überlebenswichtig, nicht nur für die Aufbewahrung von Lebensmitteln, sondern auch für die Lagerung von Medikamenten.

Nach Plänen von BMS sollen künftig auch Produkte des Unternehmens aus Windkraftanlagen nicht mehr wegzudenken sein: Für die Verbindung der Rotorblätter kommen zunehmend Klebstoffe auf Basis von Polyurethan anstelle von Epoxidharz zum Einsatz. Zur Gewichtsreduzierung der Rotorblätter können außerdem Nanoröhrchen in die Epoxidharze integriert werden.

Auch zur medizinischen Versorgung der anwachsenden Bevölkerung auf der Welt wollen BMS-Werkstoffe einen Beitrag leisten. Jüngstes Beispiel ist das Baymedix-Programm, das innovative medizintechnische Lösungen auf Basis von Materialien des Leverkusener Konzerns enthält (s. hierzu auch S. 228).

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