08.09.2010

www.gupta-verlag.de

Öko Globes in Köln verliehen

Elektroauto ganz vornBundesumweltminister Röttgen betonte bei der Veranstaltung, dass ohne CO2-Minderung im Verkehr die Klimaschutzziele nicht erreichen werden können. Auch deshalb hat das Elektroauto eine wichtige Funktion und deshalb sei hier das Engagement der deutschen Autoindustrie gefordert. "Wir wollen nicht darauf warten, bis wir von China herausgefordert werden, sondern wir wollen Herausforderer sein", sagte er bei der Verleihung des Umweltpreises "ÖkoGlobe". Das ausgezeichnete Brennstoffzellenfahrzeug F-Cell von Mercedes-Benz Insgesamt wurden fünf ÖkoGlobes für Elektroautos vergeben:Mercedes-Benz wurde für die B-Klasse F-CELL, ein Elektroauto, das seinen Strom aus einer Brennstoffzelle bezieht, ausgezeichnet. Der Vorstand der Daimler AG für Konzernforschung und Mercedes Benz Cars Entwicklung, Dr. Thomas Weber nahm in Köln die Auszeichnung entgegen. "Wer die Mobilität von morgen gestalten will, muss in zukunftsfähige Technologien investieren. Bereits Ende 2009 haben wir mit der Serienproduktion unserer B-Klasse F-Cell begonnen," sagte Weber.Mitsubishi und Peugeot erhielten einen ÖkoGlobe für ihre baugleichen, mit Lithium-Ionen Batterien ausgestatteten, Elektroautos iMieV und iOn. Tohru Hashimoto, Präsident Mitsubishi Motors R&D Europa und Thomas Bauch, Geschäftsführer Peugeot Deutschland nahmen die Preise entgegen.Nissan wurde für sein Elektroauto Nissan LEAF ausgezeichnet, das in USA zu dem beachtenswerten Preis von 32 750 USD angeboten wird. Innovative Technik und die hohen Investitionen der Nissan-Renault-Allianz in die Batterieproduktion haben es ermöglicht, bereits beim ersten Großserien-Elektroauto den niedrigen Fahrzeugpreis zu realisieren. Das hat die Jury überzeugt, so der Vorsitzende der Jury, Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.Die Jury vergab einen weiteren Preis für den Kleintransporter Terryman der Xenova GmbH. Das Düsseldorfer Unternehmen ist der erste Hersteller einer neuen Generation von Elektrofahrzeugen und konzentriert sich auf Nischenmärkte in Europa.Zukunftsthema ElektromobilitätDer Schwerpunkt der über 100 eingereichten Innovationen für den ÖkoGlobe lag auf dem ThemaElektromobilität. "Wichtige deutsche Unternehmen können sich zwar beim Elektroauto sehen lassen, aber wir müssen aufpassen, dass Deutschland nicht den Anschluss verliert", betont der Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer. Im Gegensatz zu China, Japan, den USA oder Frankreich mangelt es in Deutschland an der politischen Unterstützung. Die Bundesregierung muss sich deutlich stärker und profilierter für Elektromobilität engagieren. Das zeigen die ÖkoGlobes für Mitsubishi, Peugeot, Nissan sowie die bisherigen Programme in Deutschland, so Dudenhöffer. In Deutschland werden Budgets zu föderalistisch - nach dem Gießkannenprinzip verteilt. So werden beim größten deutschen Projekt mit acht Modellregionen 190 Projekte gefördert. Pro Projekt sind das im Schnitt 605 000 EUR. So wird man sicher nicht zum Leitmarkt für Elektromobilität, sagte Dudenhöffer.Verbesserung konventioneller Fahrzeuge und FlottenverbrauchNeben Daimler wurde als weiterer deutscher Hersteller Ford für den Fiesta ECOnetic ausgezeichnet. Die Jury überzeugte bei diesem Fahrrzeug sein niedriger CO2-Ausstoß, der, ohne Einschränkung von Fahrspaß und Komfort, zu einem sehr günstigen Preis realisiert werde. "Ford geht es um CO2-Einsparungen, die wir einem sehr großen Kundenkreis zugänglich machen wollen" brachte Bernhard Mattes Vorsitzender der Geschäftsführung Ford Deutschland, beim der Preisverleihung die Ford Strategie auf den Punkt.Mit einem ÖkoGlobe für Innovationen bei konventionellen Antrieben wurden auch der Automobilzulieferer Schaeffler aus Herzogenaurach und Fiat ausgezeichnet. Schaeffler erhielt den ÖkoGlobe für die Erfindung der vollvariablen hydraulischen Ventilsteuerung UniAir, die auch im Fiat Zwei-Zylinder-Motor, der ebenfalls mit einem ÖkoGlobe ausgezeichnet wurde, verbaut wird. VW erhielt gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) einen Preis für ein Beratungssystem, das Unternehmen erlaubt, den CO2-Verbrauch der Dienstwagen-Flotte zu reduzieren.Mehr Umweltinnovationen aus dem AuslandIm Vergleich zu früheren Jahren sind 2010 die ausländischen Autobauer deutlich stärker mit bedeutenden Innovationen zum Umweltschutz vertreten. Das zeigen die ÖkoGlobes. Von sieben Preisen, die an die Autobauer gingen, konnten nur drei an deutsche Autobauer vergeben werden. Nur zwei ÖkoGlobes wurden für Fahrzeug-Innovationen bei deutschen Autobauern verliehen.Infrastruktur-InnovationenDie Deutsche Bahn musste in den letzten Monaten mit vielen technischen Schwierigkeiten kämpfen. Dies zeigt, wie wichtig Infrastruktur-Maßnahmen und Investitionen in neue Züge sind, die seit einigen Monaten bei der Bahn sehr intensiv getätigt werden. Eine dieser Infrastruktur-Maßnahmen ist die Stromversorgung der Hamburger S-Bahn mit 100 % CO2-frei erzeugten Strom aus Wasserkraftwerken. Dafür wurde die Deutsche Bahn mit einem ÖkoGlobe ausgezeichnet. "Der Schutz der Umwelt und des Klimas sind für die Bahn von besonderer Bedeutung", betonte Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr, Deutsche Bahn AG, der in Köln die Auszeichnung entgegen nahm.Ausgezeichnet für nachhaltige Mobilität wurde auch das Gasunternehmen Linde gemeinsam mit Daimler für das Projekt "Wasserstofftankstellen-Infrastruktur". Daimler ist übrigens der einzige Autobauer, der in diesem Jahr gleich zwei ÖkoGlobes erhielt. Friedrich W. Gieseler, Vorstandsvorsitzender der DEVK Versicherungen mit HA-Schult Muse Elke Koska Walter Mennekes als Persönlichkeit des Jahres geehrtDie Auszeichnung "herausragende Persönlichkeit" wurde an Walter Mennekes, Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Mennekes, vergeben. Mit dem Preis wird das Lebenswerk des Unternehmers gewürdigt. Dazu Jury-Mitglied und ÖkoGlobe-Initiator HA Schult: "Walter Mennekes hat sein vom Vater übernommenes Unternehmen als Familienunternehmen an die Spitze des Weltmarktes geführt". Der von Mennekes für den Ladevorgang von Elektrofahrzeugen entwickelte Stecker ist mittlerweile in Deutschland Norm-Stecker und soll als Standardstecker auch in Europa und anderen Ländern eingeführt werden. Ein "Mahnmal der Stromzeit" nannte Umweltkünstler HA Schult seine Aktion im Vorfeld der ÖkoGlobe-Verleihung 2010. Der Dom im Zeichen der E-MobilitätZur Preisverleihung stellte HA Schult eine Aktion vor, die symbolträchtig über dem Kölner Dom als Zeichen für das Zeitalter der Elektromobilität einen übergroßen Stecker enthüllte.Ein "Mahnmal der Stromzeit", so nannte HA Schult seine Aktion. Ein Kran hievte die 8 m hohe Metallskulptur, die einen grünen Stecker mit Kabel darstellt, so in die Höhe, dass sie - aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet - optisch zwischen den Domtürmen Platz fand. Der Vorstandsvorsitzende der DEVK Versicherungen, Friedrich Gieseler, ermutigte den Künstler weiter durch Aktionen das Bewusstsein der Menschen zu schärfen. "Der Klimawandel ist eine zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Gefragt sind neue, kreative Ideen und Innovationen von allen Gruppen der Gesellschaft. Hier setzt der ÖkoGlobe an, dafür engagieren wir uns", so Gieseler. Die ÖkoGlobe-Preisträger 2010Mercedes-BenzBrennstoffzelle B-Klasse F-CellFiatTWIN AIR 2-Zylinder MotorFordECOnetic: Fiesta 98g CO2/kmMitsubishiElektroauto Mitsubishi i MieVNissanElektroauto LEAFPeugeotElektroauto Peugeot iOnVW mit NABUFleetCompetence eCO2Dienstleister und ZuliefererDeutsche Bahn AGS-Bahn Hamburg 100% CO2-freier StromLinde AG mit DaimlerWasserstofftankstellen-InfrastrukturNABU mit VWFleetCompetence eCO2Schaeffler Gruppevollvariable hydraulische Ventilsteuerung UniAirXenova GmbHElektro-Transporter TerrymanDer ÖkoGlobeDer ÖkoGlobe ist der erste internationale Umweltpreis für die Mobilitätsindustrie und wird durch die DEVK Versicherungen, den ACV Automobil-Club Verkehr und das ÖkoGlobe-Institut der Universität Duisburg-Essen verliehen. Initiiert wurde der ÖkoGlobe vom Aktionskünstler HA Schult.Mitglieder der ÖkoGlobe-JuryProf. Dr.-Ing. Jürgen Brauckmann, Vorstand TÜV RheinlandProf. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Universität Duisburg-EssenEngelbert Faßbender, Mitglied des Vorstands, DEVK VersicherungenMatthias Machnig, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, ThüringenProf. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin DIW, BerlinHA Schult, AktionskünstlerKontakt:Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöfferinfo@oekoglobe.de.(alle Fotos DEVK, Michael Albers)

www.gupta-verlag.de