01.06.2011

„Grüne Reifen“ auf dem Vormarsch

Nur ein geringer Teil der Verbraucher denkt heute beim Kauf von neuen Autoreifen an Leichtlaufreifen, um Kraftstoff und damit Rohstoffe und Ressourcen zu sparen. Dabei ließe sich mit solchen Leichtlaufrädern ein erheblicher Beitrag für die Umwelt leisten und auch das eigene Portemonnaie könnte zudem geschont werden. Denn die „grünen Pneus“ bzw. „Eco-Reifen“ leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Durch den Einsatz von speziellen Rohstoff-Kombinationen kann der Rollwiderstand beim Reifen um bis zu 35 Prozent herabgesetzt werden. Diese Leichtlaufreifen sind gegenüber herkömmlichen Reifen energiesparender (ca. 5 Prozent weniger Treibstoffverbrauch) und umweltschonender (durch weniger Kohlendioxid-Emissionen) und darüber hinaus auch noch leiser. Leichtlaufreifen machen um die Hälfte weniger Lärm als normale. Und entgegen der anfänglichen Nachteile der Leichtlaufreifen, die Einsparungen gingen oft zu Lasten der Sicherheit, haben die Leichtlaufreifen in puncto Sicherheit mittlerweile aufgeholt: Im Durchschnitt schneiden sie im Bremsverhalten, bei den Aquaplaning-Eigenschaften und bei der Straßenhaftung nicht schlechter ab als normale Reifen.

Spätestens mit Einführung des EU-Labels ab 2012 wird sich die Akzeptanz des Leichtlaufreifens ändern. Ab 2012 sollen sukzessive feste Grenzwerte für Nassgriff, Geräuschentwicklung und Rollwiderstand eingeführt werden. Pkw-Reifen dürften nach dem Kommissions-Vorschlag ab 2014 nur noch einen Rollwiderstandsbeiwert von höchstens 12 Kilogramm pro Tonne, ab 2016 von 10,5 kg/t haben. Das wird den Leichtlaufreifen höchstwahrscheinlich zu mehr Popularität verhelfen. Ergänzend sollen Reifen – ähnlich wie heute schon Kühlschränke – anhand ihrer Eigenschaften gekennzeichnet werden.

Die Hersteller von Reifen sind bezüglich der Ökobilanz nicht untätig geblieben. Einerseits zwingen die erhöhten Rohölpreise zu Einsparungen bei der Produktion, andererseits geben gesetzliche Vorgaben den Rahmen vor und zwingen die Hersteller zum handeln. Und so führt heute fast jeder namhafte Hersteller eine Öko-Produktreihe im Sortiment. Die Pneu-Produzenten forschen an neuen Verfahren, die den Rollwiderstand der Reifen weiter verringern. Und dies funktioniert über den Gummi: Leichtlaufreifen verformen sich nicht so stark wie gewöhnliche Pneus. Das verringert ihre Kontaktfläche mit der Fahrbahn und damit den Rollwiderstand. Die Herausforderung besteht darin, das Gummigemisch steifer zu machen, ohne andere Eigenschaften wie etwa Straßenhaftung oder Abriebfestigkeit zu verschlechtern. Hier werden neue Kunstoffe entwickelt, die den Anforderungen an Sicherheit, Fahrkomfort und Öko-Effizienz genüge tragen.

Experten gehen davon aus, dass wenn alle Autos in Europa mit Sparreifen unterwegs wären, würden wir sechs Milliarden Tonnen Treibstoff und 15 Milliarden Tonnen CO2 einsparen. Das ist eine Menge! Und die Forschung geht weiter, Zucker und Mais könnten in absehbarer Zeit zu wichtigen Grundstoffen für die Gummigewinnung avancieren. Und dann profitierte die Umwelt, und nicht zuletzt wir.
Der „grüne Reifen“ ist noch nicht zu Ende gedacht!