18.08.2010

Waldorf Technik GmbH & Co. KG

„Wir verkaufen keine Anlagen, sondern Sicherheit“

Waldorf Technik – K 2010 – Halle 7A, Stand B02
„Wir verkaufen keine Anlagen, sondern Sicherheit“

Die Waldorf Technik GmbH & Co. KG aus dem baden-württembergischen Engen ist Spezialist bei der Automation von Spritzgießproduktionen. Das Unternehmen setzt auf sichere Lösungen, was vor allem in der Medizintechnik von Kunden geschätzt wird. Der Sondermaschinenbauer hat sich bereits zum zweiten Mal für die renommierte Auszeichnung „Top 100 - die innovativsten Unternehmen im Mittelstand“ qualifiziert. Zur K 2010 ist Waldorf Technik bei Netstal, Halle 15, Stand D24 und bei Sumitomo De-mag, Halle 15, Stand D22 sowie einem eigenen Info-Stand, Halle 7A, Stand B02, vertre-ten. Präsentiert wird bei Netstal die kavitäten-spezifisch größte medizintechnische An-lage, die jemals auf der K gezeigt worden ist.

Kunststoff über alles
„Wir schaffen innovative Lösungen für die Medizintechnik und die Verpackungsindustrie“, sagt Wolf-gang Czizegg, der Geschäftsführer von Waldorf Technik. Für medizintechnische Anbieter werden Au-tomatisierungen an Spritzgießmaschinen konzipiert für Verbrauchsartikel wie Kontaktlinsen, Labormit-tel wie Pipetten oder Gefäße, Injektions-Pens für Insulin oder Petrischalen, kurz alles, was in großen Mengen aus Kunststoff in der Medizintechnik verwendet wird. „Im Verpackungsbereich erschließen wir uns mit Kunststoff statt Glas und Blech einen neuen Markt“, sagt Wolfgang Czizegg.

Rekordverdächtiges auf der Messe K 2010
Auf der Messe K2010 wird Waldorf Technik auf drei Ständen vertreten sein und sich ganz auf Medizin-technik konzentrieren. Bei Netstal in Halle 15, Stand D24, wird eine rekordverdächtige Maschine mit 96 Kavitäten präsentiert. „Es ist die größte Anlage ihrer Art, die jemals bei der K gezeigt worden ist“, unterstreicht Czizegg. Mit dem System werden bei sehr hohem Output Bauteile für ein medizinisches Produkt hergestellt. „Das Produkt muss immer gleich gefahren werden, deshalb darf auch bei Proble-men im Spritzprozess keine einzelne Kavität abgeschaltet oder gestopft werden“, erläutert Czizegg. Alle 96 Greifer zur Entnahme der Teile werden separat gesteuert, um flexibel auf eventuelle Probleme reagieren zu können. Czizegg: „Wird im Rahmen der kontinuierlichen Qualitätsprüfung dennoch eine einzelne Kavität gesperrt, so läuft die gesamte Produktionszelle unverändert weiter, um die Balance des Mouldflow zu erhalten. Der Roboter schleust eventuell gesperrte Produkte kurzerhand aus.“ Da-bei werden die 96 Teile nicht in einem gemeinsamen Schacht platziert, sondern gruppenweise in 16 Behältern angeordnet. „Alle Gutteile werden verwendet, und selbst bei einem später auftretenden Mangel in der Lieferkette können die betroffenen Chargen leicht identifiziert und separiert werden. Der Lieferant bleibt immer lieferfähig“, berichtet Czizegg. Die nachhaltige Lieferfähigkeit ist ein wichtiges Kriterium. Zum Beispiel muss ein Diabetes-Patient die Sicherheit haben, immer seine gewohnten Pens zu erhalten. Dabei muss auch die Produktqualität dauerhaft gewährleistet sein. „Die Validierung und die Lieferfähigkeit sind essenziell für den Erfolg am Markt. Wir kümmern uns darum und zeigen am Netstal-Stand, wie Sicherheit in der Supply Chain funktioniert“, sagt Czizegg. Bei Sumitomo De-mag in Halle 15 am Stand D22 steht eine modulare Anlage zur Produktion von Pipettenspitzen mit 32 Kavitäten im Mittelpunkt, die auf 64 erweitert werden kann. Gezeigt werden Entnahme und kavitäteno-rientierte Ablage. Eine Kontrolle ist bei diesem sehr offenen System durch Kameraanlagen garantiert – und 100%-ige Produktqualität mitsamt der Pipettengeometrie ist oberste Priorität. „Das Prinzip ist voll modular konzipiert. Egal welche zusätzlichen Funktionen wie Filtermontage, diverse weitere Qualitäts-prüfungen oder die Bildung von Verpackungseinheiten auch benötigt werden, diese Funktionen kön-nen kundenindividuell ergänzt bzw. ausgetauscht werden“, erläutert Czizegg. Zusätzlich zu den Fir-menständen ist Waldorf Technik bei der K 2010 mit einem eigenen Stand auf dem WVIB Gemein-schaftsauftritt in Halle 7A, Stand B02, vertreten.

Sicherheit wird groß geschrieben
„Der Konkurrenzdruck in der Verpackungsindustrie ist größer als in der Medizintechnik. Die Firmen müssen sich an Füll-Linien der Kunden anpassen und haben häufig keine eigenen Produkte. Der Preisdruck ist dort wesentlich höher“, konstatiert Czizegg. Den steigenden Ansprüchen nach immer si-cheren, schnelleren und produktiveren Fertigungsprozessen begegnet Waldorf Technik mit innovativer Ingenieurkraft. Czizegg: „Wir gehen mit viel Ingenieurspower in den Wettbewerb. Als Maschinenbauer schauen wir uns das Geschäft des Kunden genau an, stellen das Kernproblem des jeweiligen Prozes-ses und Kundenmarktes in den Mittelpunkt, und entwickeln dann genau die Anlage für die Lösung dieser Aufgabe. Dabei sind die Roboter häufig modular aufgebaut und können schnell auf neue Pro-dukte umgerüstet werden. Der Markt ist wenig innovativ und rennt allgemein nur Zykluszeiten hinter-her; dabei ist es wichtiger zu erkennen, was Kunden wirklich benötigen um erfolgreich zu sein, und schnell darauf zu reagieren.“ Wie Czizegg unterstreicht, wollen die Anbieter in der Medizintechnik Si-cherheit im Prozess kaufen: „Experten aus dem medizinischen Umfeld machen Prozess- und Risiko-analysen und erarbeiten sich ein Projekt. Das Risiko wird bewertet, dann erfolgt im Detail die Festle-gung der individuellen Sicherheitsstrategie gemeinsam mit dem Kunden. Für unsere Kunden ist dies das Alleinstellungsmerkmal: Wir simulieren Risiken und ‚sabotieren’ im Testfeld Produktionsprozesse, um alle Eventualitäten zu kennen und damit ein Höchstmaß an Sicherheit anbieten zu können.“ So lautet das Erfolgsrezept von Wolfgang Czizegg. „Wir verkaufen keine Anlagen, sondern Sicherheit.“



Drei wichtige Verfahren für Barriere-Verpackungen
Wolfgang Czizegg sieht die Ablösung von Glas und Blechdosen durch Kunststofflösungen mittelfristig als Trend. Dabei bestehen am Markt aktuell drei Produktionsverfahren, die richtungweisend sind und bei denen Waldorf Technik ein Vorreiter ist: „Zum einen ist dies die Becherherstellung mit In-Mould-Labelling. Dabei werden Verpackungen in einem einzigen Arbeitsgang im Spritzguss in zahlreichen Kavitäten hergestellt. Der Barriereschutz ist dabei im Etikett schon vorhanden“, erklärt Czizegg.
Die zweite Möglichkeit ist, dass der Barrierekunststoff als Mittellage eingespritzt wird mit den Materia-lien Polypropylen und EVOH, das Gas-Barriere-Eigenschaften hat. Czizegg: „Es wandert damit kein Sauerstoff und kein Wasserdampf in oder aus der Verpackung. Da EVOH bislang mit herkömmlichen Methoden im Inline-Produktionsprozess von Verpackung nicht prüf- und nachweisbar, ist es bislang im Spritzguss kaum zum Einsatz gekommen.“ Mittlerweile wird jedoch im neuen Check`n Pack® – Auto-mationsmodul eine spezielle Prüfeinrichtung eingesetzt, mit der EVOH erkennbar wird. Die Ersparnis bei den Herstell- und Logistikkosten gegenüber Weißblechdosen beträgt bei diesem Verfahren rund 40 Prozent.
Beim dritten Verfahren handelt es sich um konventionell im Spritzguss hergestellte Becher, die mit ei-ner Barriereschicht beaufschlagt werden. Die hauchdünne Schicht legt sich an, ist ähnlich dicht wie Glas und hat das Potential, die traditionellen Verpackungslösungen wie Glas, Weißblech- oder Aludo-se abzulösen.
In allen drei Verfahren hat sich Waldorf Technik mittlerweile zum Spezialisten und in eine weltweit füh-rende Position entwickelt.

Auch in Krise auf Erfolgskurs
Bei Waldorf Technik zeigt die Entwicklung seit Jahren nach oben. Das Unternehmen mit inzwischen 96 Mitarbeitern führt seit Ende 2008 auch in den USA eine eigene Niederlassung. Hauptmärkte sind Zentraleuropa sowie Skandinavien und zunehmend auch Irland/UK, Middle East und Amerika. Neue Vertriebsvertreter wurden in England und Frankreich engagiert. Am Standort Engen verdoppelt Wal-dorf Technik derzeit die Produktionsfläche. Die Technikmannschaft vor allem in Entwicklung und Ver-trieb wird verstärkt, zudem wird ein neues IT-System eingerichtet. 2008 konnte das Unternehmen ein Umsatzplus von 30 Prozent erwirtschaften und selbst im Krisenjahr 2009 wurde ein Plus von 16 Pro-zent erzielt. Wolfgang Czizegg ist auch für 2010 optimistisch: „So wie die letzten Jahre kann es ruhig weitergehen. Wir entwickeln uns rasant, aber mit stetem Blick auf die langfristige Stabilität unseres Unternehmens – dies ist gleichermaßen wichtig für unsere Kunden wie für unsere Mitarbeiter.“ Aus-druck für den Aufwärtstrend ist auch die erneute Qualifizierung für die „Top 100“-Firmen. Der bran-chenübergreifende Wettbewerb nimmt das Innovationsmanagement mittelständischer Unternehmen genau unter die Lupe. Die ideenreichsten und umsetzungsfreudigsten Firmen in Deutschland werden dabei ermittelt und ausgezeichnet.

Fotos: (Thomas Behne)

Text: 8738 Zeichen (mit Leerzeichen), 1173 Wörter

Ref.: 10-66-02, Juli 2010

Ansprechpartner
Wolfgang Czizegg, Geschäftsführer
Waldorf Technik GmbH & Co. KG
wczizegg@waldorf-technik.de

Herstelleradresse:
Waldorf Technik GmbH & Co. KG
Richard-Stocker-Str. 12
D-78234 Engen
Tel. +49 (0) 77 33/94 64-0
Fax +49 (0) 77 33/94 64-39
www.waldorf-technik.de