26/02/2013

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125 Jahre Luftreifen

[image_3] So banal die Erfindung heute ist, dass Luft unsere Fahrzeuge trägt, so bahnbrechend war sie Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei hatte der gelernte Tierarzt aus Belfast nicht etwa die Revolutionierung einer ganzen Industrie vor Augen. Vielmehr beschwerte sich sein Sohn Johnny über das schwerfällige Vorankommen mit seinem neuen Dreirad. Der Vater klebte kurzerhand aus einer dünnen Gummiplatte einen Schlauch, zog ihn auf eine Holzscheibe, bedeckte ihn mit einem Leinenstreifen, nahm als Ventil einen Schnuller und pumpte ihn mit einer Fußballpumpe auf. Der erste Luftreifen war geboren. Damit war nicht nur der Grundstein für den rapiden Ausbau der Mobilität gelegt sondern es war auch der Anfang für ein globales Unternehmen, das sich seit mittlerweile 125 Jahren durch Innovationen, neue Technologien und Erfolge im Motorsport auszeichnet.Die Geburtsstunde des Luftreifens

Am 28. Februar 1888 war das neue Dreirad fertig und Sohn Johnny testete das neue Gefährt bis spät in die Nacht. Am nächsten Morgen untersuchten beide die Reifen auf Schäden von den überall herumliegenden Steinen. Aber die neuen luftgefüllten Reifen sahen tadellos aus. Die begeisterten Berichte des Sohnes und 60 Meilen ohne Panne mit der neuen Erfindung bestätigten den Vater, an den Erfolg seiner Erfindung zu glauben und am 23. Juli 1888 reichte er seine Erfindung zum Patent ein.Erfolg mit dem Mumienreifen

[image_2_right] Der Erfindergeist und Ehrgeiz war entfacht und den ersten Wettbewerbserfolg feierten Dunlops Fahrrad-Luftreifen bei den Queens College Sportspielen im Mai 1889. Auch beim Fahrradreifen kam wieder Segeltuch als Abdeckung zum Einsatz, das durch die Speichen hindurch gezogen wurde. Die eigenartige Optik verhalf dem Reifen zum Spitznahmen "Mummy Tyre" (Mumienreifen). William Hume, der eher als durchschnittlicher Radfahrer galt, startete mit der Neuentwicklung und gewann alle seine Rennen, auch wenn die Konkurrenz auf dem Papier klar überlegen schien.Der Sprung auf das Festland

Zusammen mit Harvey du Cros, Vizepräsidenten des irischen Radrennfahrer-Verbandes, gründete John Boyd Dunlop 1889 die "The Pneumatic Tyre and Booth Cycle Agency Ltd.". In den ersten Jahren konzentrierte man sich auf das Geschäft mit Fahrradreifen und schnell florierte und expandierte das Geschäft. Bereits 1893 wurde die "The Dunlop Pneumatic and Tyre Co., GmbH" in Hanau gegründet und mit dem Bau des ersten Reifenwerkes auf dem europäischen Festland begonnen. Seit 1902 bis heute werden im Hanauer Werk Pkw-Reifen - heute unter dem Firmennamen Goodyear Dunlop Tires Germany - hergestellt.125 Jahre Erfolge, Innovationen und Impulse für die Branche

[image_1] Seit der Erfindung des Luftreifens durch John Boyd Dunlop machte das Unternehmen immer wieder durch neue Entdeckungen, Entwicklungen oder Motorsport-Erfolge auf sich aufmerksam. So begann die Motorsport-Historie von Dunlop bereits 1902 beim Rennen Paris-Wien, das Marcel Renault auf Dunlop gewann. Den ersten Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans feierte man 1924 und 1969 wurde Jackie Stewart einer der vielen Formel 1-Weltmeister auf Dunlop um nur einige Erfolge zu nennen.

Auch im Bereich der Reifenentwicklung folgten viele Innovationen wie die Vorstellung des ersten Stahl-Wulstreifens für Pkw 1922, das erste pannensichere Reifen/Rad-System Denovo 1973 oder das Reifendruck-Warnsystem "Warnair" als erstes System ohne Sensoren im Reifen 1999.Aquaplaning

[image_0_right] Besonderes Aufsehen erregte die Entdeckung des Aquaplaning-Phänomens 1960. Man kannte zwar die Situation, dass ein Fahrzeug auf sehr nasser Fahrbahn plötzlich unkontrollierbar wurde, erklären konnte man es aber nicht. Dunlop-Techniker kamen dem Phänomen auf die Schliche und tauften es Aquaplaning. Erst mit dieser Erkenntnis hielten die heute bekannten Profilgestaltungen Einzug, die erheblich effizienter Wasser aus der Aufstandsfläche ableiten und somit der Bildung des gefährlichen Wasserkeils vorbeugen. Moderne Reifen wie der neue Dunlop Sport BluResponse leiten mittlerweile mehr als 30 Liter Wasser pro Sekunde aus den Aufstandsflächen ab und verringern so das Aquaplaningrisiko erheblich.

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