22.08.2012

Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

20 Jahre Polymerforschung nach Maß

Am 12. Juni 2012 eröffnet das Fraunhofer IAP das »Anwendungszentrum für Innovative Polymertechnologien«. Gleichzeitig feiert das Institut sein 20-jähriges Bestehen. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung geben sich die Ehre, darunter Wissenschaftsministerin Prof. Kunst und Fraunhofer-Vorstand Prof. Buller. Auf einer Fläche von 2800 qm bietet der Erweiterungsbau Platz für neue Technika, Labore und Büros. Vor allem neuartige Materialien und Technologien sollen hier vom Labor in den Technikumsmaßstab übertragen werden. High-Tech-Polymere mit besonderen elektrischen und optischen Eigenschaften, biokompatible Materialen sowie nachwachsende pflanzliche Rohstoffe stehen im Fokus.

Hochfeste Fasern für schnelle Autos, organische Leuchtdioden für flache Displays oder künstliche Hornhäute als Augenimplantate: Seit 20 Jahren erforscht und entwickelt das Fraunhofer IAP Polymere für verschiedenste Anwendungen. Pünktlich zum Jubiläum wurde die zweite Ausbaustufe des Instituts fertiggestellt − das »Anwendungszentrum für Innovative Polymertechnologien«. Modernste Geräte eröffnen den Golmer Wissenschaftlern neue Möglichkeiten. So können etwa organische Leuchtdioden (OLEDs) erstmals im Technikumsmaßstab, das heißt unter industrienahen Bedingungen hergestellt werden. »Das Anwendungszentrum bietet uns hervorragende Bedingungen, um Materialien und Technologien schnell von der Idee bis zur Marktreife umsetzen zu können.« betont der Leiter des Fraunhofer IAP, Prof. Dr. Hans-Peter Fink. Die Forscher wollen außerdem neuartige Implantatmaterialien für die Augen- und Zahnheilkunde entwickeln. An diese Materialien werden äußerst hohe Ansprüche gestellt: sie müssen nicht nur biokompatibel sondern auch mechanisch und chemisch stabil sein. Auch die Wechselwirkung mit dem menschlichen Körpergewebe soll mit Hilfe von Zellkulturen intensiv untersucht werden. Weiterhin werden in dem Anwendungszentrum biotechnologische Prozesse entwickelt, um nachwachsende Rohstoffe wie Stärke, Cellulose oder Lignin künftig effizienter nutzen zu können. Dabei sollen die Biopolymere aus Reststoffen der Agrar-und Forstwirtschaft, mit Hilfe neu entwickelter Enzymsysteme biotechnologisch gewonnen werden. Leistungsfähige, klimaneutrale und marktfähige Biokunststoffe für verschiedenste Anwendungen werden die Produkte dieser Forschungsarbeiten sein.

Die Kosten für das Anwendungszentrum in Höhe von 23,3 Millionen Euro (Bau und Erstausrüstung) werden zu 50 Prozent aus dem EU-Regionalfonds EFRE und zu jeweils 25 Prozent vom Land Brandenburg und dem Bund bestritten. Mit dem zweiten Bauabschnitt des Fraunhofer IAP wird Raum für 94 neue Arbeitsplätze geschaffen.

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