27.02.2012

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3M: Erweiterte Produktionskapazitäten für Glashohlkugeln

Die globale Nachfrage nach Glashohlkugeln von 3M, auch bekannt als 3M Glass Bubbles, ist nach Angaben des Unternehmens in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Als Grund dafür werden Anwendungen in der Öl- und Gasförderung genannt, etwa für Bohrloch-Zementierungen, aber auch Applikationen in anderen Märkten wie beispielsweise in der Automobil- oder in der Flugzeugindustrie. Das Multi-Technologieunternehmen hat darauf reagiert und seine Fertigungskapazitäten weiter ausgebaut.

Nachdem 3M bereits im vergangenen Jahr die Kapazität am Produktionsstandort Cambrai/Tilloy in Frankreich um 20 Prozent erweitert hat, liegt jetzt die Genehmigung für einen weiteren Ausbau der Produktionskapazität um etwa 35 Prozent vor. Diese neue Anlage soll bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. Am Standort Cambrai/Tilloy produziert 3M Glashohlkugeln für Kunden in West- und Osteuropa.

In den USA hat das Unternehmen ebenfalls bereits im vergangenen Jahr die Produktionskapazität an den Standorten in Guin, Alabama, und Cottage Grove, Minnesota, erweitert. Ein ganz neues Werk hat darüber hinaus Ende des vergangenen Jahres in Ribeirao Preto in Brasilien seine Produktion aufgenommen.

Neues Produkt noch in diesem Frühjahr
Noch in diesem Frühjahr will 3M eine neue Glashohlkugel mit geringerer Dichte bei sehr hoher Druckfestigkeit für Anwendungen im Kunststoff-Leichtbau in den Markt einführen. "Wir haben viel Vertrauen in das weitere Wachstum der 3M Glashohlkugeln in unterschiedlichen Marktsegmenten und investieren deshalb in die Erweiterung unserer globalen Kapazitäten", betont Dieter Bach, Business Development Manager Energy and Advanced Materials Division (EAMD) für Westeuropa.

Perfekt kugelrund und mikroskopisch klein
Glashohlkugeln von 3M werden als hohle und perfekt kugelrunde Glaskörper mit einem Durchmesser von nur 0,01 bis 0,12 Millimetern beschrieben. Sie stecken den weiteren Angaben zufolge mittlerweile in etwa jedem fünften Fahrzeug und geben demnach vor allem mehr und mehr Kunststoffen zusätzliche Funktionen.

In Extrusions- oder Spritzgussverfahren etwa können sie Bauteile leichter, isolierender und zugleich kostengünstiger machen. Spachtel- oder Vergussmassen können sie zu einer höheren Dimensionsstabilität verhelfen, indem sie der Schrumpftendenz von Kunstharzen entgegenwirken. Da jede einzelne Kugel unter partiellem Vakuum steht, ergibt sich bei der Nutzung in Farben zusätzlich ein Antikondensationseffekt, der die Bildung von Schimmelpilz verhindert, heißt es weiter.

Die gegen Korrosion, Temperatur und chemische Einflüsse beständigen Kugeln sind demnach dank ihrer perfekten Form äußerst stabil. Sie können einem Druck bis zu maximal 2.000 bar standhalten. In unterschiedlichen Abmessungen eingesetzt, sorgen sie für eine größtmögliche Packungsdichte: Kleinere Partikel füllen die Freiräume zwischen den größeren aus. Sie rollen untereinander wie ein Kugellager, verleihen so dem Werkstoff geringe Viskosität und gute Fließeigenschaften. Bei maximaler Gewichtsreduzierung bleibt er dennoch stabil.

Glashohlkugeln, gefertigt aus alkaliarmem Borsilikatglas, stehen in mehr als 20 Varianten zur Wahl, die sich je nach Anwendung in Größe, Dichte und Druckfestigkeit unterscheiden. Zudem sind auf Wunsch Kugeln mit funktionellen Beschichtungen lieferbar.