01/07/2011

Siemens AG

6-Megawatt-Windturbine läuft ohne Getriebe

Mit einer neuen leistungsstarken und wartungsarmen Windenergieanlage will Siemens die Kosten dieser regenerativen Energieform weiter senken. Die Windturbine hat eine Leistung von sechs Megawatt (MW). Gondel und Rotor wiegen bei einem Rotordurchmesser von 120 Metern weniger als 350 Tonnen. Die Anlage verwendet die innovative Direktantriebstechnik, d.h. sie kommt ohne Getriebe zur Kraftübertragung aus. Ein Prototyp wird jetzt vor der dänischen Küste umfangreichen Tests hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit unterzogen. 2014 soll die Windturbine namens SWT-6.0-120 in Serie gehen.

Die Anlage zeichnet sich durch ihr geringes Gesamtgewicht aus. Bisher waren Windturbinen mit höherer Leistung überproportional schwerer als kleinere Maschinen. Die SWT-6.0-120 wiegt dagegen nur so viel wie konventionelle Windturbinen in der 2- bis 3-Megawatt-Klasse. Aufgrund der gleichzeitig extrem robusten Bauweise reduzieren sich die Kosten für die Windturbine selbst und für die Türme und Fundamente. Dies wird die Kosten von Strom aus Windkraftwerken auf dem Meer weiter senken.

Die Siemens-Experten von Wind Power aus Dänemark entwickelten die Windturbine speziell für die rauen Offshore-Bedingungen. Das ausgeklügelte und zugleich einfache Design reduziert die Anzahl der rotierenden Teile erheblich. Es kommen Schlüsseltechnologien zum Einsatz, die sich bereits in der 3,6-MW-Variante bewährt haben. So wird die erste Serie der neuen Windturbine mit Rotorblättern des Typs B58 ausgestattet. Siemens stellt diese Rotorblätter nach dem patentierten IntegralBlade-Verfahren aus einem Guss und ohne Naht- und Klebestellen her.

Das Design der SWT-6.0-120 zeichnet sich zudem durch hohe Service- und Wartungsfreundlichkeit aus. Im hinteren Teil der Gondel ist eine Abseilplattform integriert, die Servicetechnikern vom Hubschrauber aus den einfachen und sichereren Zugang ermöglicht. Verbesserte Diagnose-Verfahren minimieren das Ausfallrisiko und machen die Anlage zuverlässiger und erhöhen die Verfügbarkeit. Noch 2011 wird Siemens zusätzliche Prototypen der 6-MW-Turbine errichten und umfassende Testläufe fahren. Im Rahmen einer Vorserienfertigung werden in den kommenden zwei Jahren weitere Maschinen installiert, um die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit weiter zu optimieren.

Bis heute hat Siemens mehr als 600 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 1.800 MW in europäischen Gewässern installiert. Windenergieanlagen sind Teil des Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 28 Mrd. EUR erzielte.

Quelle: