60 Jahre K in Düsseldorf

Vom Wunder zum Weltmarkt – die Erfolgsgeschichte der K in Düsseldorf

„Kunststoffe sind Ersatzstoffe, haben keinen besonderen Wert und werden dort eingesetzt, wo traditionelle Werkstoffe gespart werden können.“ Dieses Image des Kunststoffes kennzeichnete die verbreitete Meinung weiter Bevölkerungskreise zu Beginn der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts.
Die deutsche Kunststoffindustrie steckte im Wiederaufbau, das Zeitalter der Produktion von Massenkunststoffen wurde gerade eingeläutet. „Image zu bilden“ im positiven Sinne war das Ziel, das sich die junge Industrie und ihre Branchenzweige auf die Fahnen geschrieben hatten. Im Jahre 1952 beschlossen deshalb Unternehmen und Verbände, gemeinsam mit der damaligen Nordwestdeutschen Ausstellungsgesellschaft – NOWEA, der heutigen Messe Düsseldorf GmbH, eine Veranstaltung ins Leben zu rufen, die die Leistungsfähigkeit und die Vielseitigkeit von polymeren Werkstoffen unter Beweis stellen sollte.
Dies war die Geburtsstunde der K-Düsseldorf, die inzwischen auf 60 Jahre Erfolgsgeschichte zurückblicken kann.

Mit dem Siegeszug der Kunststoffe und deren Eroberung nahezu aller Teile modernen Lebens und innovativer Technologien entwickelte sich auch die K vom „Wunder der Kunststoffe“ – so der Titel der K’52 – zur Nummer 1 ihrer Branche und zum Weltmarkt für Kunststoff und Kautschuk.
Vom 11. bis 19. Oktober 1952 beteiligten sich 270 ausstellende Unternehmen, alle aus der jungen Bundesrepublik Deutschland, an der Premierenveranstaltung. Sie belegten rund 14.000 Quadratmeter Netto-Ausstellungsfläche, und 165.000 Besucher bestaunten schon damals die Produkte aus den „Hexenküchen der Chemie“ und deren vielseitige und praktische Anwendungsbeispiele.
Von 1952 bis 1959 war die K-Düsseldorf eine reine Leistungsschau der deutschen Industrie. Jeder interessierte Besucher, ob Laie oder Fachkraft, konnte sich ein Bild machen von der Vielseitigkeit und dem Innovationspotenzial der polymeren Werkstoffe. Anziehungspunkt für das in großen Massen strömende Publikum waren damals die bunten Konsumwaren der Kunststoffverarbeiter.

Dinge, die das alltägliche Leben schöner und bequemer machen sollten, standen im Mittelpunkt des Interesses. Heute belächeln wir die Werbung von damals, die sich auch an die „moderne Hausfrau“ wandte und ihr die Errungenschaften der Nachkriegszeit wie „abwaschbare Kulturtaschen“ und hauchzarte Nylonstrümpfe nahe brachte.
Je mehr sich die Kunststoffindustrie spezialisierte, neben den Standardpolymeren die Hightechkunststoffe für Speziallösungen in der Elektronik, der Medizin, im Automobilbau oder in der Luft- und Raumfahrt Aufmerksamkeit erregten, desto stärker reduzierte sich der Anteil der „Seh-Leute“ bei der K-Düsseldorf. 1963 erfolgte dann der Schnitt: Die K wurde eine reine Fachmesse internationaler Prägung für Experten aus der Kunststoff- und Kautschukindustrie sowie den Verwenderbranchen.