03.07.2014

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8. Kunststoff-DIA(hr)LOG bei Akro-Plastic - Höchstleistungen in Kunststoff

[image_0]Andreas Stuber, Geschäftsführer der Akro-Plastic GmbH, begrüßte die Gäste und stellte in seinem einleitenden Vortrag die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens dar. Die gute wirtschaftliche Situation Deutschlands ist auch in Niederzissen zu erkennen. So hat sich beispielsweise die Produktionsmenge der Akro-Plastic seit 2009 annähernd verdoppelt und wird Ende 2014 60.000 t am Standort Niederzissen betragen. In der neuen, im Jahr 2012 eingeweihten zweiten Produktionshalle, stehen bereits sieben der geplanten 14 Produktionslinien, vier weitere sind beim Schwesterunternehmen Feddem GmbH & Co. KG in Sinzig für 2014 bestellt. Hinzu kommen noch die weiteren Produktionsstandorte in China sowie in Sao Paulo, Brasilien, welcher 2015 mit der Produktion beginnen wird. An allen drei Standorten werden dann identische Produkte mit gleicher Technologie produziert. Auch die Mitarbeiterzahl am Standort Niederzissen steigt stetig, sodass bis Ende dieses Jahres 285 Mitarbeiter in den Industriegebieten Brohltal Ost und Scheid (AF-Color) beschäftigt sein werden.[image_1_right]Frank Asmus ist Partner der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft, der Haufe Akademie und vom Management Circle. Darüber hinaus ist er Dozent an der Steinbeis Hochschule und an der HTWG Konstanz und forscht und lehrt als Experte für Kommunikation an der Technischen Universität Berlin. Unter dem Titel "Die non-verbale Kommunikation" zeigte er in unterhaltsamen Rollenspielen und Bilddarstellungen auf, wie Körpersprache wirkt. So lernten die Zuhörer auch, dass bei einer Diskrepanz zwischen Inhalt und Körpersprache eines Redners nur 7 % dem Inhalt und 55 % der Körpersprache mehr Bedeutung entgegenbringen.[image_2]Nach diesem kurzweiligen Einstieg folgte von Markus Boenig, Business Development Manager innovative Produkte im Hause Akro-Plastic, der erste Fachvortrag zu Hochleistungswerkstoffen. Mit Akrotek PEEK/PAEK hat Akro-Plastic ein neues Compound in sein Portfolio aufgenommen, welches eine sehr gute Chemikalienbeständigkeit auch bei hohen Temperaturen (Dauergebrauchstemperatur bis 250 °C, kurzzeitig bis 350 °C) aufweist. Diese Produktreihe eignet sich laut Boenig besonders für Anwendungssegmente, in denen bisher nur Metalle als Werkstoff eingesetzt werden konnten, das Thema Gewichtsreduzierung jedoch eine große Rolle spielt. Der Hauptanwendungsbereich dieses Werkstoffes ist aktuell die Medizintechnik, doch Boenig sieht viel Potenzial auch in anderen Marktsegmenten wie Luftfahrt, Automobil, erneuerbare Energien, E & E und weitere Industrieanwendungen. Ulrich Stieler, Geschäftsführer der Stieler Kunststoff Service GmbH, Goslar, befasst sich seit Anfang seiner beruflichen Karriere mit Gasinjektion und seit ca. zwei Jahren mit der Sondertemperierung von Formen. Wie man mit Wechseltemperierung optische Oberflächen mit hochfesten Kunststoffen realisieren kann, ließ er die Zuhörer nicht nur mit anschaulichen Beispielen in seinem Vortrag sondern auch in einer Praxisvorführung vor Ort wissen. Laut Stieler bietet das Verfahren folgende Vorteile: nicht mehr sichtbare Bindenähtees werden lange Fließwege ermöglichtes sind nur geringe Einspritzdrücke notwendiglanger Nachdruck ist möglichhervorragende Oberflächenprägungsehr gleichmäßiger Glanzgradhohe Maßhaltigkeitkürzerer Zyklusgrößeres Prozessfenster Leonard Enneking, Key Account Manager bei der Plasmatreat GmbH, Steinhagen, referierte über die optimale Haftung im Werkzeugverbund. Hierbei setzte er seinen Fokus auf das im eigenen Hause entwickelte Plasma-Verfahren. Die Atmosphärendruck-Plasmavorbehandlung eignet sich um Kunststoffe, Metalle, Glas oder Verbundstoffe zu reinigen, zu aktivieren oder zu beschichten. Dabei werden zunächst Verunreinigungen der Oberfläche entfernt, die Oberfläche für die spätere Haftung von Klebstoffen und Coatings aktiviert und bei Bedarf zusätzlich beschichtet, um besondere Produktanforderungen zu erfüllen. Diese innovative Technik visualisierte er mit einigen sehr eindrucksvollen Anwendungsbeispielen. Manuel Sieben, Produkt-, Innovations- und Business Development Manager bei der LPKF Laser & Elektronics AG, Fürth, zeigte im Anschluss auf, wie sich technische Kunststoffe mittels Laserschweißen verbinden lassen. Neben dem Prinzip des Laserschweißens zeigte er auch die unterschiedlichen Prozessvarianten auf. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass im Vergleich zu anderen Schweißverfahren keine mechanische Belastung auf das Bauteil trifft. Weiterhin ist es sehr Energieeffizient, da es bei diesem Verfahren kein Heizelement gibt. Dr. Peter von Hollen ist als selbstständiger Seminarleiter und wissenschaftlicher Berater im Auftrag von Mettler-Toledo verantwortlich für deren Fortbildungsprogramme. Er zeigt auf, wie wichtig die Feuchtebestimmung von Kunststoffen ist. In jedem Abschnitt des Fertigungsprozesses muss ein Verarbeiter den Feuchtegehalt des Materials prüfen, um die Kosten und den Ausschuss seiner Produktion zu minimieren. Zu viel Feuchte beim Spritzguss führt zu Schlieren, Lunkern, "Sollbruchstellen", Oxidation und Verfärbung, wogegen zu wenig Feuchte im Fertigteil zu einer Versprödung des Kunststoffs und somit schlechten mechanischen Eigenschaften und geringer Bruchfestigkeit führen. Er stellte dazu die unterschiedlichen Verfahren der Feuchtebestimmung mit Halogentrocknern bzw. mit der Karl Fischer Titration sowie deren Voraussetzungen und individuellen Vor- und Nachteile vor. Zum Abschluss der Tagung stellte Thilo Stier, Bereichsleiter Innovation/Vertrieb bei Akro-Plastic, einen weiteren neuen und innovativen Werkstoff vor. Akrotek PK - ein vielseitig einsetzbares Polyketon. Dieser bereits in den 1990er Jahren von Shell unter dem Namen "Carilon" auf den Markt gebrachte und im Jahre 2000 eingestellte Werkstoff erlebt heute eine Renaissance. Das aliphatische Polyketon basiert zu 50 % auf Kohlenmonoxid, was es zu einem sehr "grünen" Werkstoff macht. Weiterhin überzeugt es durch seine guten mechanischen Eigenschaften, die nahe an denen von PA 12 liegen, allerdings mit einer um 40 °C höheren Schmelztemperatur. Es hat ein gutes Rückstellvermögen und eine geringe Kriechneigung und widersteht aufgrund seiner hohen Chemikalienbeständigkeit auch hochaggressiven Säuren wie Batteriesäure o. ä. Außerdem ist es sowohl für das Laserschweißen als auch das Infrarotschweißen bestens geeignet, wie Versuche in Zusammenarbeit mit LPKF zeigten. "Unter unserem Motto 'Höchstleistungen in Kunststoff' wollten wir nicht nur die Eigenschaften von Hochleistungspolymeren aufzeigen", so Leander Bergmann, Leitung Marketing bei Akro-Plastic, der auch als Moderator durch die Veranstaltung führte. "Auf unserem achten Kunststoff-DIA(hr)LOG war es uns wichtig, auch deren Verarbeitung und die geeigneten Verbindungstechniken zu präsentieren und unseren Gästen eine Plattform für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu bieten", erläuterte Bergmann.

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