20.07.2010

www.plasticker.de

ABB: Erster "richtiger" Kleberoboter

Die Klebe- und Dichttechnologie gewinnt nachhaltig an Bedeutung. Dafür sprechen die zunehmende Zahl miteinander zu verbindender Werkstoffe und die steigende Komplexität der Bauteile. Hinzu kommen wachsende Anforderungen an Qualität, Flexibilität und Produktivität in den Fertigungsprozessen. Anwender des automatisierten Klebens in Verpackungs-, Elektrik-, Elektronik-, Automobil- und deren Zulieferindustrie, in Oberflächentechnik, Möbel-, Spielwaren- und Haushaltsgeräte-Herstellung sowie der Solarmodul-Fertigung sollen jetzt von einer revolutionierenden Innovation profitieren können.

Laut ABB integriert eine einzige Steuerung sämtliche am Kleben beteiligten Abläufe. Statt wie bisher üblich einerseits die Bewegung des Roboters auf die Bauteilstruktur anzupassen und sie andererseits dann mit der Klebetechnik-Steuerung abzustimmen, setzt ABB auf die Ganzheit beider zuvor getrennter Systeme. Das entwickelte System biete zahlreiche qualitative und wirtschaftliche Vorteile: Stets exakte Dosierung und Platzierung des Klebe- bzw. Dichtmittels entlang des Nahtverlaufes, markant erhöhte Prozess-Geschwindigkeit und komfortable sichere Handhabung.

Die Klebetechnik ermöglicht das Verbinden zum Beispiel von Kunststoff mit metallischen Werkstoffen ohne formverändernde Eingriffe in das Materialgefüge oder das Dichten z.B. von Glassubstraten mit Butyl oder Silikonmaterialien. In vielen Fällen trägt sie auch zur Gewichtsreduzierung dank Leichtbaukonstruktion bei. Beim automatisierten Fügen folgen Roboter in möglichst hoher Geschwindigkeit einer definierten Bahn entlang des Nahtverlaufs oft auf der Oberfläche komplex geformter Bauteile.

Die Automatisierung erfordert das Koordinieren der Bahnsteuerung mit den klebetechnischen "Werkzeugen" des Roboters. Diese Kommunikations-Schnittstelle zwischen den beiden Systemen bildet die Ursache von Verzögerungen oder sogar Störungen im Gesamtablauf der dynamischen Prozesse. Die Lösung von ABB mit der integrierenden Robotersteuerung IRC5 soll diesen Engpass von Anfang an vermeiden. Die Steuersignale für den Nahtverlauf und die "Befehle" an die Aktoren für Förderung, Dosierung und Temperierung des Klebemediums kommen aus ein und demselben "Gehirn".

Mit dieser Integration sei der Klebeprozess direkt und ohne zusätzliche Schnittstelle auf die Bewegung des Roboters abgestimmt, teilt ABB mit. Dies gewährleiste selbst bei schwierigen Nähten äußerst kurze Reaktionszeiten, Wiederholgenauigkeit und sparsamen Materialverbrauch. Der Anwender profitiere von kürzeren Zyklen infolge höherer Prozessgeschwindigkeit. Auch eine deutlich erhöhte Flexibilität komme ihm zugute: Abweichungen des Pfades bei geänderter Bauteilgeometrie oder Klebemittel-Anpassungen realisiere er jetzt einfacher, schneller und kostengünstiger. Zudem erfolge der Materialauftrag äußerst präzise und bahngenau auch in Ecken, wodurch eine nachträgliche Bearbeitung z.B. von überstehender Dichtmasse vermieden wird.

ABB bietet den Nutzern das komplette Funktionspaket Integrated Gluing Function Pac als wirtschaftliche Alternative. Es besteht aus elektrisch betriebenem Dosierer inklusive Applikator, einer Pumpe sowie der Heizung zur Temperierung des Klebemittels.

Weitere Informationen: www.abb.de/robotics