03.12.2013

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ARTEC: Recyclinganlagen in Modulbauweise für hohe Flexibilität

Die österreichische Artec machinery GmbH, Anlagenbauer für das Kunststoff-Recycling, hat auf der K 2013 sein von Grund auf neu entwickeltes Maschinensystem für die Rückführung von Folien-, Faser-, oder EPS-Abfällen in Qualitätsgranulate hoher Reinheit vorgestellt. Mit einem durchgängig modularen Baukasten über alle Systemkomponenten hinweg sollen die Anlagen nun exakter als früher auf die Eingangsmaterial­qualitäten und definierte Ausstoß­mengen abgestimmt werden können.

Das neu entwickelte Recyclingsystem sieht Artec als Antwort auf den Trend zur Verarbeitung eines stetig wachsenden Spektrums an Post-Consumer-Materialien mit tendenziell höheren Verschmutzungsgraden und Feuchtegehalten. Als Beispiele werden teilweise sehr feuchte Verpackungen aus EPS, Abdeckfolien aus der Landwirtschaft, Randabschnitte aus der Neufolien-Produktion oder die Verwertung von PET-Verpackungen zu wieder verarbeitbarem Kunststoff genannt.

Als Lösung bietet Artec ein System aus sechs Technik-Modulen, die jeweils in bestimmten Größen und Leistungsstufen verfügbar und flexibel miteinander kombinierbar sein sollen: Die Materialförderstrecke inklusive Metallabscheider, der Schneidverdichter zum Zerkleinern, Agglomerieren und Vortrocknen des Eingangsmaterials, der Plastifizierextruder, die Entgasungseinrichtung zum Abtrennen von gasförmigen Beiprodukten der Schmelze, wie niedermolekulare Kunststoff-Fraktionen oder Wasserdampf, die Schmelzefiltrierung und die Granuliereinrichtung. Aus diesem Modulbaukasten können auf der Basis von Materialversuchen und einem Expertensystem Anlagen für einen bestimmten Wunschausstoß im Bereich von 200 bis 2.500 kg/h konzipiert werden.

Hohe Anlagen-Flexibilität
Ein weiterer Vorteil der Modularität ist laut Artec die Flexibilität, mit der die Anlage durch Austausch oder Hinzufügen einzelner Anlagenbausteine an wechselnde Anforderungen angepasst werden kann, wie z.B. die materialspezifische Konfigurationsmöglichkeiten des Schneidverdichters, die Ausrüstung des Extruders mit bis zu vier Entgasungsöffnungen oder die projektbezogen, in enger Zusammenarbeit mit Prozesstechnik-Spezialisten, ausgelegten Schnecken. Zur Leistungssteigerung des Extruders wurde dessen Einzugszone mit einem auf die Materialqualität abstimmbaren Kühl- und Temperiersystem kombiniert, mit dem das Einzugsvermögen von schnell aufschmelzenden Material-Flakes verbessert werden soll.

Ergonomisch optimiert
Einer der sichtbaren Fortschritte des neuen Artec-Maschinensystems seien die ergonomischen Verbesserungen bei allen Systemkomponenten, von der großzügig bemessenen Wartungstür am Schneidverdichter und bis zu den leicht zugänglichen Kondensatbehältern des Entgasungssystems oder dem zu Wartungszwecken auf Führungsschlitten seitlich verschiebbaren Elektroschrank. Auch das Steuerungsdisplay lasse sich durch eine serienmäßige Höhen-Verstellmöglichkeit an die ergonomischen Wünsche der Bedienperson anpassen. Auch bei der Entwicklung der neuen Anlagensteuerung selbst habe die Flexibilität und die Bedienungsfreundlichkeit ganz oben auf der Agenda gestanden. So sei das logische Konzept der Bedienung weitgehend selbsterklärend und biete eine übersichtliche Visualisierung des Gesamtprozesses. Für rezepturbezogene Einstellparameter steht ein integrierter Datensatzspeicher zur Verfügung. Die Option zur Internetanbindung biete die Möglichkeit zur Fernwartung und zur Fernabfrage von Leistungsdaten. Ein optionales, mobiles Bediendisplay soll die Optimierung von Anfahrprozessen durch die direkte Beobachtung des Eingangsmaterialstroms und dessen Bearbeitung im Schneidverdichter erleichtern.

Kooperationspartner von KraussMaffei-Berstorff
Unmittelbar vor der K 2013 hatte Artec ein Partnerschafts-Abkommen dem Extrusionsanlagenhersteller KraussMaffei-Berstorff abgeschlossen (siehe auch plasticker-News vom 26.9.2013). Gegenstand der Kooperation ist die Kombination von Artec-Recycling-Know-how und Anlagentechnik mit der Neumaterial-Verarbeitungstechnik von KraussMaffei-Berstorff. Durch die Verbindung der beiden Technologien soll die Möglichkeit geschaffen werden, Recycling-Ware mit Kunststoff-Neuware zu mischen und die Mischung durch Zugabe von Verstärkungs-, Füll- oder Hilfsstoffen und Farben zu Hochleistungsmaterialien zu compoundieren - und das in einer einzigen Prozessfolge mit hintereinander geschalteten Anlagen.

Weitere Informationen: www.artec.at, www.kraussmaffeiberstorff.com

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