09.04.2010

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ATL: Thermisches Entgraten als Lohnarbeit

Kunststoff-Verarbeiter wissen um das Problem: Die bei der Herstellung auftretenden Grate an den Kunststoffteilen sind nur aufwendig zu entfernen. Bei komplexen Bauteilen, beispielsweise mit Innenbohrungen, liegen diese oft genug an schwer zugänglichen Stellen. Nicht selten ist hier Handarbeit gefragt, um die Grate zu entfernen – wenn diese denn überhaupt erreichbar sind. Mit dem so genannten Thermischen Entgraten (TEM) steht ein alternatives Verfahren zur Verfügung.

Die ATL GmbH (Luhden) hat mit der iTEMPlastics eine spezielle Anlage entwickelt – und bietet die Verarbeitung von Kunststoffteilen nun auch in Lohnarbeit an.

„Die Investition in eine iTEMPlastics ist natürlich nur bei regelmäßiger guter Auslastung sinnvoll. Da uns immer wieder Anfragen erreichten, haben wir uns entschlossen, eine Anlage bei uns zu belassen und hier erstmals die Lohngratung im TEM-Verfahren anzubieten“, berichtet Jörn Struckmann, Geschäftsführer der ATL GmbH. Die zu bearbeitenden Teile gehen dabei per Kurierdienstleister oder Spedition zu ATL und sind binnen weniger Tage wieder im Werk. "Die Bearbeitung selbst in der Maschine dauert weniger als zwei Minuten. Bei besonders eiligen Aufträgen können wir mittels Versand per Express schnell und flexibel reagieren", so Struckmann.

Verarbeitbar sind alle Thermoplaste (wie PA, PE, PTFE, PUR, PMMA), wie auch Spritzgussteile (ohne Glasfaseranteil). Dank der Kammergröße der iTEMPlastics mit 420mm x 420mm x 800mm können auch große Bauteile oder entsprechend höhere Volumina kleinerer Bauteile gleichzeitig bearbeitet werden.

Das Unternehmen offeriert diesen Service erst seit kurzem, meldet aber bereits großes Interesse, insbesondere bei Verarbeitern technischer Kunststoffe. "Gerade bei komplexen Teilen war bislang nur die zeitaufwendige und somit teure manuelle Entgratung möglich. Wir haben den Service des thermischen Entgratens bereits mehrfach genutzt und sind mit den Resultaten äußerst zufrieden", schildert Ulrich Kottkamp, Fertigungsleiter der Schwartz GmbH in Xanten. Das Unternehmen zählt zu den führenden Anbietern von Maschinenteilen aus technischen Kunststoffen in Europa und liefert verschiedensten Branchen zu – vom Maschinenbau über die Medizintechnik bis zu Automotive. "Unsere Kunden erwarten von unseren Kunststoffteilen eine gleichbleibend hohe Präzision. Dies können wir mit dem thermischen Entgraten erreichen, wie unsere bisherigen Erfahrungen zeigen", so Kottkamp. "Eine eigene Maschine wäre nicht hinreichend ausgelastet, daher nutzen wir gern diese Dienstleistung“, so Kottkamp weiter.

Zum Thema: Thermisches Entgraten
Beim thermischen Entgraten handelt es sich um ein so genanntes abtragendes Fertigungsverfahren – das Verbrennungsprinzip wird dabei genutzt, um dünne überstehende Grate an metallischen und nichtmetallischen Werkstücken durch das Zünden eines Gasgemisches bei hohen Temperaturen zu entgraten. Somit können auch sonst schwer zugängliche Bereiche wirksam bearbeitet werden.

In die hermetisch geschlossene Entgratkammer der iTEMPlastics wird dabei ein Gas-Gemisch eingeführt und anschließend elektrisch gezündet. Der Entgratprozess wird durch das Mischverhältnis des Gases, durch den Fülldruck und zum Großteil durch die Wärmeleitfähigkeit des Werkstoffs beeinflusst.

Weitere Informationen: www.atl-luhden.de