27.10.2011

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AVK: Europäischer GFK-Markt 2011 mit moderatem Wachstum

"Die Marktentwicklung für Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) ist derzeit ungleich schwerer als in den Vorjahren zu quantifizieren", erklärt der AVK. Hinsichtlich des Produktionsvolumens bis zum Ende des Jahres 2011 gebe es teilweise stark divergierende Einschätzungen der unterschiedlichen Marktakteure. Ein Grund seien die allgemeinen Unsicherheiten bezüglich der mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Stichworte: Staatsverschuldungen, Rohstoffmarktentwicklungen etc.). Außerdem werde eine isolierte Betrachtung des rein europäischen Marktes im Zuge der sich schneller entwickelnden Globalisierung und der damit einhergehenden komplexeren Vernetzung der Zuliefer- und Abnehmermärkte immer schwieriger. Kurzfristige Handelsverträge ermöglichten darüber hinaus eine schnellere Reaktion auch der außereuropäischen Märkte auf innereuropäische Anforderungsänderungen, so dass sich auch hierdurch Marktanteile verschieben könnten. Bei einem reinen Vergleich mit der Vorjahreszahl 2010 sei das gesamte GFK-Produktionsvolumen moderat gewachsen und jetzt auf dem Niveau des Jahres 2008. Allerdings sei ein Einjahres-Vergleich der Marktentwicklung in diesem Jahr nur begrenzt aussagekräftig: Ein Teil des für das Jahr 2010 vor genau einem Jahr geschätzten 25%-igen Wachstums habe tatsächlich erst im ersten Halbjahr 2011 stattgefunden.

Faserverstärkte Kunststoffe: Marktzahlen und -entwicklung 2011
Wie im Vorjahr hat der deutsche Fachverband AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e.V. die Einschätzung der Produktionsmengen für Glasfaserverstärkte Kunststoffe in Europa für das Jahr 2011 über eine Befragung erhoben. Aus Gründen der Vergleichbarkeit beinhaltet das hier betrachtete "Gesamt"-Europa wieder nur die Länder, deren Produktion sich den befragten Rohstofflieferanten explizit erschließt.

Die Produktion Glasfaserverstärkter Kunststoffe (GFK) 2011: Gesamtentwicklung
Die GFK-Produktionsmenge ist in Europa mit 1,049 Millionen Tonnen (s. Abb. 1) wieder auf dem Niveau des Jahres 2008. Der Vergleich mit dem Vorjahr spiegele die tatsächlichen, immer komplexeren Entwicklungen aber nicht ganz wieder. Entsprechend der Einschätzung im vorjährigen Marktbericht (die im Wesentlichen auf den Angaben der Rohstofferzeuger beruht) habe sich das unerwartet starke Wachstum in 2010 tatsächlich noch nicht zu 100 % in der Produktion niedergeschlagen, sondern teilweise auch im Auffüllen der Läger. Das vergleichsweise noch sehr hohe Produktionsvolumen im 1. Halbjahr 2011 sei auch eine Verschiebung eines Teils des erwarteten 2010er-Wachstums gewesen. Im Wesentlichen seien sich alle Marktpartner einig, dass sich dieses starke Wachstum spätestens ab dem Halbjahreszeitpunkt 2011 bis zum Jahresende nicht fortsetzen lasse.

Diese sehr unterschiedlichen Einschätzungen werden als ein weiterer Beleg für die extreme Heterogenität des betrachteten Marktes angesehen. Daneben verdeutliche dies auch die derzeit bestehenden generellen Unsicherheiten auf den Märkten und die unterschiedlichen Grundannahmen der verschiedenen Akteure auf den jeweiligen Produktionsstufen. Die Unternehmen versuchten derzeit vor allem, die ganz unterschiedlichen Chancen in den einzelnen Absatzmärkten zu nutzen. Anforderungen an Leichtbau und CO2-Einsparung im Transport- und insbesondere Automobilbereich seien hier ebenso zu nennen wie beispielsweise neue Infrastrukturprojekte in ost- bzw. außereuropäischen Ländern. Andererseits behinderten insbesondere die Unsicherheiten bezüglich der weiteren Entwicklung der Anwendungsindustrien die für ein kontinuierliches Wachstum erforderlichen Investitionsentscheidungen.

Der komplette Bericht mit Informationen zur Entwicklung der Verfahren, Länder bezogener Produktionsstatistiken sowie Zahlen zum weltweiten CFK-Markt steht zum Download zur Verfügung.