05.04.2012

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AVK: Keine Versorgungsengpässe bei Naturfaser-Verbundwerkstoffen trotz Flachs-Fehlernte

"Mit großer Erleichterung blickt die europäische Automobilindustrie auf die letzten Monate zurück. Trotz einer Fehlernte bei Flachs im letzten Jahr kam es zu keinen Engpässen bei der Belieferung mit Naturfaser-Verbundwerkstoffen", sagt Dr. Ralph Greiner von der Daimler AG und Vorsitzender des Arbeitskreises Naturfaserverstärkte Kunststoffe der AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e.V.

Diese Materialien spielen in der Automobil-Industrie eine große Rolle im energiesparenden Leichtbau und werden vor allem in Türinnenverkleidungen, Dämmmaterialien und Kofferraumauskleidungen eingesetzt. Aufgrund schlechten Wetters war die westeuropäische Flachsernte im vergangenen Jahr um 20% geringer als in den Vorjahren. Flachsfasern spielen eine bedeutende Rolle bei den Naturfaser-Verbundwerkstoffen, die u.a. in der europäischen Automobilindustrie eingesetzt werden. Daher habe im Sommer 2011 große Sorge geherrscht, dass es zu Lieferengpässen kommen würde.

Diese Sorge habe sich als unbegründet herausgestellt. Das konnte Dr. Elmar Witten, Geschäftsführer der AVK von der Verbundkunststoff-Messe JEC in Paris berichten, auf der auch einige Mitgliedsunternehmen des Arbeitskreises ausgestellt hatten. "Durch die zügige Anpassung ihres Material-Mixes konnten die Automobil-Zulieferer auf andere Naturfasern ausweichen, z.B. auf Jute und Kenaf aus Asien oder auf Hanf aus Europa", so Elmar Witten. Dass es trotz der Flachs-Fehlernte zu keinen Beeinträchtigungen in der Lieferkette kam, beweise die Zuverlässigkeit der Naturfaser-Verbundwerkstoffe, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen und unterstreiche die wachsende Rolle dieser Materialien im energiesparenden Leichtbau.