21.10.2015

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Aachener Feinstaubfilter wird qualifiziertes Projekt der KlimaExpo.NRW

Kleinfeuerungsanlagen wie Kamine, Pellet- und Hackschnitzelanlagen sind ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz, da sie fossile Energieträger zum Heizen ersetzen. Allerdings haben diese Anlagen auch einen großen Nachteil: bis zu 25.000 Tonnen Feinstaub pusten sie jährlich in die Luft und sind damit eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit. Forscher vom Lehrstuhl Technologie der Energierohstoffe (TEER) der RWTH Aachen haben einen Filter aus Glaswolle entwickelt, der Kamine sauber arbeiten lässt. Ein großer Schritt in eine klimafreundliche Zukunft, meint auch die KlimaExpo.NRW und ehrte die Aachener Innovation heute als Vorreiter für den Klimaschutz.

Rund 20 Prozent der privaten Haushalte in Deutschland heizen mit Holz. Um die Feinstaubemissionen aus diesen Anlagen zu begrenzen, ist seit dem 1. Januar 2015 ein neuer gesetzlicher Grenzwert festgelegt worden. Bislang enthält das Rohgas je nach Feuerungstyp bis zu 150 Milligramm pro Kubikmeter – teils sogar noch mehr. Laut Gesetz dürfen es bei Kaminen jetzt nur noch maximal 40 Milligramm sein. Und die Zeit drängt: da das Gesetz bereits gilt, müssen bestehende Anlagen schnell umgerüstet werden.

Glaswollefilter im Praxistest
Der neue Feinstaubfilter, den das Team um Prof. Peter Quicker am TEER der RWTH Aachen entwi-ckelt hat, besteht aus Glaswolle. „Glaswolle hat den Vorteil, dass sie temperaturbeständig, günstig und feuchteunempfindlich ist. Sie kann außerdem extrem kleine Feinstaubpartikel sehr gut aufnehmen. So können wir einen Abscheidegrad von 99 Prozent erreichen, das heißt, es bleibt weniger als ein Milligramm Feinstaub pro Kubikmeter im Abgas“, erläutert Quicker. Das Forscherteam hat nun einen Kaminaufsatz mit dem Glaswollefilter entwickelt. Der nachträgliche Umbau ist einfach, die Wartung unkompliziert. Der Filter muss nicht gereinigt werden sondern kann einfach ausgetauscht werden, sobald er „voll“ ist. Idealerweise passiert dies höchstens einmal pro Jahr. „Genau das wollen wir jetzt in einem Pilotversuch testen“, sagt Quicker. In Kürze sollen bis zu zehn Testanlagen auf Aachener Schornsteinen stehen und im Langzeittest die guten Laborwerte bestätigen.

Schritt 111 von 1.000 Schritten in eine klimafreundliche Zukunft
Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW 1.000 Projekte, die den Fortschrittsmotor Klimaschutz in Nordrhein-Westfalen besonders gut veranschaulichen. Als 111. Schritt der Landesinitiative ist der innovative Glaswollefilter aus Aachen nun auch offiziell Vorreiter für den Klimaschutz in NRW. „Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur sauberen Verbrennung von nachwachsenden Rohstoffen. Innovationen wie diese ermöglichen es, echte Alternativen zum Heizen mit fossilen Energiequellen zu etablieren“, begründet Dr. Heinrich Dornbusch, Vorsitzender Geschäftsführer der KlimaExpo.NRW, die Aufnahme des Projektes in die Leistungsschau des Landes NRW.

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