10.03.2014

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Aachener Zentrum für integrativen Leichtbau: Composite-Presse von Schuler

Bis Ende des Jahres will das Aachener Zentrum für integrativen Leichtbau (AZL) eine Composite-Presse der Schuler AG aus Göppingen in Betrieb nehmen. Die Unterkolben-Anlage mit einer Presskraft von 1.800 Tonnen soll als Forschungs- und Entwicklungs­platt­form dienen, auf der etwa neue Werk­zeuge, Anlagen, Komponenten oder Automatisierungstechniken bis zur Inbetriebnahme in großem Maßstab unter Produktionsbedingungen getestet werden können. Schuler hat dazu eine strategische Partnerschaft mit dem AZL geschlossen.

"Unsere Kooperation auf dem Gebiet der Leichtbau-Produktionstechnik wird uns dabei helfen, Pressentechnik und Produktionsverfahren für moderne Leichtbauwerkstoffe weiterzuentwickeln", erklärt Joachim Beyer, Technik-Vorstand bei Schuler. "Die hohe Kompetenz des AZL in Produktionstechnik und Werkstoffwissenschaften bringt uns hier einen großen Schritt voran."

"Wir freuen uns sehr auf eine langfristige Kooperation mit Schuler und sind für deren Mitwirkung und Unterstützung sehr dankbar", ergänzt AZL-Geschäftsführer Dr. Michael Emonts. "Als Premium-Partner wird Schuler unsere ganzheitlichen Kompetenzen und unser komplettes Dienstleistungsportfolio sowie unser internationales Partner-Netzwerk nutzen können, das wir stetig weiter ausbauen."

Schuler hat seinen Fokus für die Weiterentwicklung von Anlagen insbesondere auf die Bereiche Highspeed-RTM (Resin Transfer Molding), Nasspressen und die Verarbeitung von Thermoplasten gelegt. Wissenschaftliches und praktisches Feedback aus dem AZL-Netzwerk soll dabei helfen, die Lösungen für Kunden weiter zu optimieren.

Im Bereich Leichtbau-Massenanwendungen, wie beispielsweise für den Automobil- oder Luftfahrtbereich, geht es dabei vor allem um die Erhöhung der Produktivität: Zykluszeiten von etwa zwei bis drei Minuten beim RTM-Verfahren oder sogar unter einer Minute in der Thermoplast-Verarbeitung kommen den Anforderungen der OEMs entgegen, insbesondere bezüglich der Verminderung von CO2-Emissionen und der Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks.

Fertigungsverfahren zur Herstellung realer Bauteile
Die Presse mit einer Tischgröße von 2.800 auf 1.800 Millimetern ermöglicht dem AZL nun die Erforschung und Entwicklung von Fertigungsverfahren zur Herstellung realer Bauteile mit industrietypischen Abmessungen. "Wir können so zum Beispiel vollautomatisiert große Karosserieteile herstellen", fährt Dr. Michael Emonts fort. "Die Composite-Presse von Schuler ergänzt unsere Ausstattung auch dahingehend, gezielt Einzelprozesse zu durchgängigen Prozessketten zu verknüpfen und dann die Teilsysteme entsprechend weiterzuentwickeln."

Das AZL bietet die Kombination aus Werkzeugmaschinenbau, Automatisierungstechnik und Faserverbundtechnik fußläufig auf einem Campus vereint an. Das Zentrum verleiht seinen Partnern Zugang zu insgesamt über 750 Wissenschaftlern und sämtlichen Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Leichtbau-Produktion: von der Faser- über die Halbzeug- und Bauteilherstellung bis hin zur Nachbearbeitung, Qualitätssicherung und Produktionsplanung.

Über das AZL
Das "Aachener Zentrum für Integrativen Leichtbau” (AZL) der RWTH Aachen verfügt über Leichtbau-Know-how in Forschung und Entwicklung. Die Zielsetzung des AZL ist es, automatisierte Herstellung von last- und kostenoptimierten Leichtbauteilen zu entwickeln, die für Massenproduktion geeignet sind, sowie für vielfältige Prozessketten in Verbundwerkstoff- und Multi-Material-Design. Dies erfolgt in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Materialwissenschaft und Fertigungstechnik. Das AZL der RWTH übernimmt hierbei die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie Lehrtätigkeiten. Die Koordination des AZL-Partnership-Netzwerks erfolgt über die AZL Aachen GmbH.

Über den Schuler-Konzern
Schuler bietet als Technologie- und Weltmarktführer in der Umformtechnik Pressen, Automationslösungen, Werkzeuge, Prozesstechnologie und Service für die gesamte metallverarbeitende Industrie und den automobilen Leichtbau. Zu den Kunden gehören Automobilhersteller und -zulieferer sowie Unternehmen aus der Schmiede-, Hausgeräte-, Verpackungs-, Energie- und Elektroindustrie. Schuler ist führend in der Münztechnik und realisiert Systemlösungen in der Luftfahrt-, Raumfahrt-, Eisenbahn- und Großrohrindustrie. Der Konzern geht auf eine 1839 von Louis Schuler gegründete Schlosserei zurück und feiert 2014 sein 175-jähriges Bestehen. Im Geschäftsjahr 2012/13 (30.09.) erzielte Schuler einen Umsatz von 1.185,9 Millionen Euro. Weltweit sind rund 5.600 Mitarbeiter im Einsatz. Der Schuler-Konzern ist in 40 Ländern präsent und gehört mehrheitlich zur österreichischen Andritz-Gruppe.

Auf der Fachmesse "JEC europe" vom 11. bis 13. März 2014 in Paris präsentiert Schuler seine Lösungen zur Carbon-Fertigung für die Großserie (Pavillon 7.2, Stand M 82).

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