29.07.2014

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Akro-Plastic: Bio-Polymer für bionische Ventilatoren

Der Spezialist für Lüftungstechnik Ziehl-Abegg hat Erkenntnisse aus der Bionik in der Formgestaltung ihrer neuen Ventilatorgeneration umgesetzt. Dabei orientiert sich die Flügelgeometrie des Lüfters am Vorbild eines Eulenflügels und soll das Ventilatorgeräusch reduzieren.

Für die neueste Generation der Axialventilatoren wurde der Biokunststoff "Akromid" S Compound auf der Basis von Polyamid 6.10 von Akro-Plastic eingesetzt. "Akromid" S besitzt einen bis zu 70 %-igen biogenen C-Anteil. Rizinusöl aus den Samen des Wunderbaumes bildet die Grundlage für Sebacinsäure, die hierbei als Basis für den nachwachsenden Rohstoffanteil des Polymers* fungiert.

Die mechanischen Eigenschaften von "Akromid" S, verstärkt mit 30 % Glasfaser, sollen dafür sorgen, dass auch bei höheren Drehzahlen ein sicherer Betrieb des Ventilators möglich ist. Zudem soll sich auch bei diesem Glasfasergehalt eine hervorragende Oberflächenqualität erreichen lassen. Dies sei nicht zuletzt auch das Ergebnis der im Verarbeitungsprozess angewandten Verfahrenstechnologie. Die hier eingesetzten knetblockfreien Doppelschneckenextruder der Schwesterfirma Fedddem GmbH & Co. KG, Sinzig, sorgen demnach für eine schonende Dispergierung, bei dem die eingearbeiteten Glasfasern nicht so stark in der Länge reduziert werden, womit sich erhöhte Werte in Zugfestigkeit und Schlagzähigkeit erreichen lassen sollen.

Die bionischen Ventilatoren werden zukünftig in der Kältetechnik (Kühlkette für Lebensmittel bis zum Supermarkt), in Heizungen, Wärmepumpen und zur Elektronikkühlung (Rechenzentren, Schaltschrank- und Umrichterkühlung) ihren Einsatz finden. In diesen Bereichen sorgen sie dafür, dass neben einem ressourcenschonenden Werkstoffeinsatz auch die Geräuschemission deutlich reduziert wird. Das umweltfreundliche bionische Konzept von Ziehl-Abegg wurde in verschiedenen Wettbewerben und durch Auszeichnungen honoriert.

*PA 6.10 ist nicht biologisch abbaubar. Bei der Verwendung von technischen Kunststoffen ist diese Eigenschaft absolut unerwünscht, da hier bei einer hohen Lebensdauer des Endproduktes eine ebenso hohe Beständigkeit der Materialien gefordert ist, die ein abbaubarer Kunststoff nicht erfüllen kann. Durch die Nutzung pflanzlicher Rohstoffe, die der Umwelt in ihrer Wachstumsphase bereits CO2 entzogen haben, soll die CO2 Bilanz dieses Werkstoffes in Summe günstiger ausfallen als bei Polymeren auf Basis fossiler Rohstoffe.

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