31.05.2012

www.plasticker.de

Akro-Plastic: Erfolgreicher 6. KUNSTSTOFF-DIA(hr)LOG® in Niederzissen

Die Akro-Plastic GmbH, Spezialist für innovative und anwendungsorientierte Kunststoffcompounds, lud am 8. und 9. Mai 2012 zum sechsten KUNSTSTOFF-DIA(hr)LOG® ins rheinland-pfälzische Niederzissen (siehe auch plasticker-News vom 4.4.2012). Unter dem Motto "Die Zukunft gestalten" bildeten auch in diesem Jahr zahlreiche Referate zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten rund um die Wertschöpfungskette Kunststoffe den Rahmen der Veranstaltung.

Mit dem Ausbau des Lagers sowie dem Erweiterungsbau für die Verwaltung und das Labor wurde bereits 2010/2011 am Standort Niederzissen ein großer Schritt in Richtung Zukunft getan. Mit der Vorstellung des Projekts "neue Produktionshalle", die bereits Anfang August 2012 ihren Betrieb aufnehmen soll, konnte Andreas Stuber, Geschäftsführer der Akro-Plastic GmbH, die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder mit positiven Nachrichten aus der Unternehmensgruppe eröffnen. Auf insgesamt 20.000 m² sollen zukünftig bis zu 80 neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden.

In der anschließenden Kurzvorstellung der Firmengruppe wagte Leander Bergmann, Leiter Marketing bei der Akro-Plastic GmbH und Moderator der Veranstaltung, auch bereits einen Blick in die Zukunft und stellte geplante Investitionen passend zum Thema Globalisierung vor. "Wer die Zukunft gestalten möchte, kommt an Kunststoff nicht vorbei, denn Kunststoff ist der Werkstoff der Zukunft", so Leander Bergmann.

Unter dem Motto "Die Zukunft gestalten" bot Akro-Plastic seinen Kunden eine Plattform zum Erfahrungs- und Informationsaustausch, der sich sowohl in den Themen der Referenten aber auch in den interessanten Gesprächen, die am Rande mit den anderen Teilnehmern geführt wurden, aufzeigte.

Simulationsmodelle
Dr. Andre Haufe von der DYNAmore GmbH wagte mit seinem Vortrag "Den Crash vorhersagen" einen Blick in die Zukunft. Die Gesellschaft für FEM-Ingenieurdienstleistungen (FEM = Finite Elemente Methode) beschäftigt sich neben der Simulation von Fahrzeugcrashberechnungen auch mit der Berechnung von Insassen- und Fußgängersicherheit und der Entwicklung von Simulationsmodellen von Fahrzeugdummies. Dr. Haufe versuchte, den Teilnehmern ein grundlegendes Verständnis für die Arbeit in der Crashberechnung näher zu bringen, indem er die Basis der Simulation, die verwendeten Hilfsmittel, Möglichkeiten aber auch die Grenzen der Aussagefähigkeit der Crashsimulation beleuchtete.

Finanzierung und Globalisierung
Carsten Breckwoldt aus dem Commerical-Finance-Vertrieb der Siemens Financial Services, referierte zum Thema "Die passende Objektfinanzierung". Er erläuterte dabei die Bankenaufsichtsstandards Basel I, Basel II und Basel III und die damit verbundenen Auswirkungen auf Unternehmen in Bezug auf Kreditvergaben. Als Alternative zum Bankenkredit stellte Breckwoldt die unterschiedlichen Finanzierungsmodelle eines Objektfinanzierers vor und gab Tipps, worauf bei einer Objektfinanzierung im Vorfeld zu achten ist und wo und wie man den für seine Zwecke am besten geeigneten Objektfinanzierer finden kann.

Dass die Globalisierung auch im Mittelstand zunehmend Einzug hält, zeigte Volker Scheel auf, Geschäftsführer der K.D. Feddersen Holding GmbH. Nach einer Kurzvorstellung der international agierenden Feddersen-Gruppe, zu der auch die Akro-Plastic gehört, versuchte Scheel einen Einblick in die Tücken zu geben, die sich beim Eintritt in neue, unbekannte Märkte auftun können und gab den Anwesenden wertvolle Tipps, wie die eine oder andere Klippe sicher umschifft werden kann, um sich erfolgreich im neuen Markt zu etablieren.

Beispiele zum Leichtbau
Ein Schwerpunkt der Fachtagung zeigte Möglichkeiten auf, wie die Kunden der Akro-Plastic GmbH mit technischen Kunststoffen intelligenten Metallersatz verwirklichen können.

Helmut Kohake, Geschäftsführer der Müller-Technik GmbH, stellte in seinem Vortrag die Vorteile der "Metallsubstitution durch Kunststoff" anhand eines Sitzverstellhebels im Automobil heraus. Neben der verbesserten Design- und Konstruktionsmöglichkeit des Bauteils stellte er auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen in Bezug auf Kosten und Gewicht auf. Nicht zuletzt punktet hier auch der Umweltaspekt, denn das Kunststoffteil ist zu 100 % recycelbar.

Eine "Evolution im Leichtbau" ist auch die Fluidinjektion, also der Einsatz von Gasinjektion (GIT), Wasserinjektion (WIT) wie auch das physikalische Schäumen. In seinem Vortrag zeigte Ulrich Stieler, Geschäftsführer der Stieler Kunststoff Service GmbH, Beispiele auf, wie man trotz enormer Gewichtseinsparungen Bauteile mit diesen Verfahren ebenso stabil, wenn nicht sogar noch zuverlässiger herstellen kann als konventionell gefertigte Teile. Oftmals kann hier nicht nur das Gewicht sondern auch die Funktion des Bauteils verbessert werden.

Joachim Berneck, Key Account Manager bei der Akro-Plastic GmbH, zeigte im Anschluss Materialkonzepte der Akro-Plastic auf, mit denen sich Metalle optimal ersetzen lassen. Dabei beleuchtete er verschiedene Metalldruckgussverfahren und verglich sie insbesondere unter den Gesichtspunkten der Ökologie (Gewichtsersparnis und Recycling), des Designs (Designfreiheit; Integration von Funktionen im Bauteil), der Herstellprozesse (Temperaturen und Toleranzen) und der Kostenoptimierung (Werkzeug-, Rohstoff-, Produktionskosten) mit dem Kunststoffspritzguss.

Beispiele zur Fügetechnik
Auch die Fügetechnik kam beim KUNSTSTOFF-DIA(hr)LOG® nicht zu kurz. Michael Amos von der EJOT GmbH & Co. KG, brachte den Teilnehmern die "Direktverschraubung in Thermoplast" näher. Hierbei veranschaulichte er an verschiedenen Anwendungsbeispielen aus unterschiedlichen Industriesegmenten die Vorteile einer Direktverschraubung. Hierbei stellte er eine neu entwickelte Kunststoffschraube vor, durch die sich bis zu 80 % des Schraubengewichtes einsparen lässt. Neben der Gewichtsreduktion wirkt die Kunststoffschraube elektrisch isolierend, es entsteht kein metallischer Abrieb beim Verschrauben, sie ist nicht magnetisch, jedoch korrosionsbeständig, lebensmittelverträglich und gestaltungsfrei in der Geometrie.

Dr.-Ing. Tobias Beiß von bielomatik Leuze GmbH stellte "Verschweißungskonzepte" vor. Die moderne Fügetechnik überbrückt 9 Dimensionen von 10 -6 bis 10³ m, also "from Chip to Ship" lasse sich jedes Bauteil bearbeiten.

Während die von EJOT vorgestellten Verschraubungen reversibel sind, sollen die Verschweißungen der bielomatik eine Unlösbarkeit der Verbindung und somit einen Manipulationsschutz gewährleisten. Nach einem kurzen Überblick über die unterschiedlichen Serienschweißverfahren konzentrierte sich Dr. Beiß auf das Vibrationsschweißen, bei denen die Fügeteile durch Reibrelativbewegungen erwärmt und geschweißt werden sowie das Infrarotschweißen, ein berührungsloses Aufschmelzen, bei dem die Schmelze nicht am Werkzeug haften bleibt.

Exkurs in die Medizintechnik
Hans-Dieter Voss von der DimeLika Plast GmbH schloss die Vorträge mit einem Exkurs in die Medizintechnik ab. Unter dem Titel "Progress in Polymer Technology" zeigte er die Anforderungen der Medizintechnik aber auch die Vorteile der Kunststoffe auf: sie sind leicht, flexibel, haben eine niedrigere Verarbeitungstemperatur, eignen sich hervorragend für die Großserienfertigung, haben darüber hinaus eine gute Biokompatibilität, sind sterilisierbar, chemisch beständig und recycelbar. Allerdings ist der gesamte Verarbeitungsprozess für Kunststoffe bzw. Kunststoffprodukte in der Medizintechnik sehr aufwändig. Diverse Kriterien und Richtlinien müssen erfüllt werden. Dennoch blickt Voss optimistisch in die Zukunft, was den Einsatz von Kunststoffe in der Medizintechnik angeht.