11.12.2013

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Allit: Größtes Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte

In ihrem 53. Geschäftsjahr, das am 31. März 2013 endete, meldet die Bad Kreuznacher Allit AG einen Gruppenumsatz von 57,5 Millionen Euro. "Damit gelang uns eine Punktlandung auf dem Niveau der Planzahlen", freut sich Vorstand Jochen Kallinowsky, der im Frühjahr zusammen mit seinem Bruder Karsten die Verantwortung für das Familienunternehmen von Vater Hans Kallinowsky übernommen hat. In den vergangenen drei Jahren konnte der Umsatz der Allit-Gruppe den weiteren Angaben zufolge um insgesamt neun Millionen Euro ausgebaut werden. Im laufenden Geschäftsjahr wird er den Erwartungen nach leicht sinken, da durch die Insolvenz der Praktiker-Gruppe der Umsatz im Geschäftsfeld Ordnung verloren gegangen sei, der in der Kürze der Zeit nicht aufgeholt werden könne.

Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres (April 2013 bis März 2014) investiert die Allit-Gruppe den Angaben zufolge rund 12 Millionen Euro zur Sicherung der Leistungsfähigkeit ihres Standorts Bad Kreuznach. 80 Prozent der Summe hat demzufolge die familieneigene Carl Ackva Photovoltaik GmbH & Co. KG finanziert.

Neun neue Spritzgießmaschinen
Das 18-monatige Investitionsprogramm - das größte in der Geschichte des Unternehmens - soll die Abläufe und den Materialfluss auf Rotlay-Mühle optimieren, die sich zu einem kleinen Industriegebiet entwickelt hat. In einer der beiden neuen Hallen wurden neun neue Spritzgießmaschinen für insgesamt 2,4 Millionen Euro aufgestellt, die zu einer Kapazitätssteigerung um 15 Prozent führen. Dadurch sollen Aufträge, die bislang an Dritte vergeben waren, nach Bad Kreuznach zurückgeholt werden können. Zudem sei ein neuer Kunde im Bereich Lebensmittelreinheit gewonnen worden, der die Produktion bei Allit gemäß eigener Qualitätsvorgaben zertifiziert habe. Auch die Konzentration der Fertigung von Teilen für die Pall Modultechnik GmbH (vor allem Pharma- und Biopharmafilter), an der Allit beteiligt ist, habe sich bewährt und trage Früchte.

Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes, dessen alte Abfertigungshalle renoviert wird, entstehen zwei neue Lagerhallen mit je 2.100 Quadratmetern Nutzfläche und elf Lkw-Andockstationen sowie 300 Quadratmetern Bürofläche für die Logistik-Verwaltung. Denn der ehemalige Güterbahnhof soll ab Januar 2014 als Eingangstor für den Warenverkehr der gesamten Allit-Gruppe fungieren. Angelieferte Produkte und fertige Ware sollen hier eingelagert werden, ohne in Spitzenzeiten auf fremde Lagerkapazitäten zurückgreifen zu müssen.

Im Zuge der Einführung neuer Computerprogramme für Lagerwirtschaft werden Materialfluss und Lagerhaltung in allen Gebäuden auf dem Firmengelände umgestellt. Moderne Software soll auch dazu beitragen, im Rahmen eines computer-gestützten "Customer Relation Managements" sämtliche Daten der Kundenbeziehungen transparent und verwertbar vorzuhalten. Dieses CRM-Programm soll ab 2014 zunächst beim Tochterunternehmen Dr. Heinrich Schneider Messtechnik und danach bei der Allit AG eingeführt werden. Allein für Erwerb und Einführung der Logistik- und CRM-Software sind fast 500.000 Euro veranschlagt. Trotz der beschriebenen Investitionen sei die Eigenkapitalquote auf solide 55 Prozent der Bilanzsumme von 38 Millionen Euro gestiegen.

Die Zahl der Mitarbeiter der Allit-Gruppe stieg gegenüber dem Vorjahr um 24 auf nunmehr 385. Davon sind rund 60 bei Schneider Messtechnik beschäftigt. In sieben Berufen werden 33 junge Menschen ausgebildet, um qualifizierten Fachkräftenachwuchs zu sichern. "Wir haben wieder alle Azubis übernommen", berichtet Jochen Kallinowsky.

Mit Energie nachhaltig umgehen
Besondere Aufmerksamkeit will die Geschäftsführung dem Energiesparen schenken: Durch die neuen Maschinen und Umbauten der vorhandenen Anlagen wird die Energieeffizienz nachhaltig optimiert. Allit will seinen sorgsamen Umgang mit Energie, der durch regionale Experten unterstützt wird, nach DIN ISO 50001 zertifizieren lassen. Denn Kostensteigerungen in diesem und in anderen Bereichen könnten kaum noch an Kunden weitergereicht werden. "Wir investieren in umweltpolitische Maßnahmen, weil wir etliche Kunden haben, denen Nachhaltigkeit wichtig ist", merkt dazu Seniorchef Hans Kallinowsky an. Allit will die Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft einhalten, den Energieverbrauch jährlich um 1,3 Prozent zu senken. Dazu soll auch die Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Werkhallen beitragen, die inzwischen ca. eine Millionen Kilowattstunden pro Jahr produzieren. Allit könne damit fast acht Prozent seines eigenen Stromverbrauchs selbst bereitstellen.

Die Tochter Allit Plastic-Metal Technology Co. Ltd. in Quingdao (China) erwirtschaftet inzwischen schon 50 Prozent ihres Umsatzes in China, vor allem mit Teilen für die Luftfahrtindustrie.

Weitere Informationen: www.allit.de

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