26.07.2013

Informationsdienst Wissenschaft - idw

Antibakterielle Beschichtung von Medizinprodukten

Im Fokus der
diesjährigen Veranstaltung stand das Thema „Antibakterielle Beschichtungen von Medizinprodukten“. Zur Vorbeugung bakterieller Infektionen spielen sie in vielen Bereichen der Medizintechnik aber auch in der Filtrationstechnologie und der Automobilindustrie eine immer größere Rolle. Namhafte Referenten aus Wissenschaft und Industrie stelltenneueste Entwicklungen, Technologien,
Trends und die aktuelle Schutzrechte-Situation vor.


Ergänzend gaben sie einen Überblick über mikrobiologische Grundlagen, überklinische, anwendungstechnische und zulassungstechnische Fragestellungen.

Das Thema stieß auf große Resonanz. Rund 130 Teilnehmer, 80 aus der Industrie und 50 aus Forschungseinrichtungen und Kliniken, nutzten den Workshop zur Information und zum Austausch. Bakterielle Infektionen stellen auch in der modernen Medizinernst zunehmende Komplikationen dar. So haben beispielsweise Implantat-assoziierte Infektionen oder Biofilme in der Zahnmedizin und Kardiologie große klinische Relevanz. Allein für kardiovaskuläre Implantate wie Schrittmacher, Gefäßprothesen und Herzklappen werden die infektionsbedingten Behandlungskosten auf fast 120 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Bei künstlichen Hüft- und
Kniegelenken ist in Deutschland jährlich von über 5.000 Fällen mit
bakteriellen Komplikationen auszugehen, die einen Austausch des
Implantats erforderlich machen. Zur Vorbeugung derartiger Infektionen werden verschiedene Strategien verfolgt. Deren Zielsetzung ist es, entweder die Keimbildung zu reduzieren, die Übertragungswege zu unterbrechen oder vorhandene Bakterien abzutöten.Dazu gehören Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene in Krankenhäusern ebenso wie Eingriffe in molekulare Mechanismen der Bakterienadhäsion, um eine Biofilm-bildung schon in der Entstehung zu verhindern. Zunehmend Bedeutung gewinnen
innovative Beschichtungen, die die Bakterienhaftung verhindern oder
erschweren. Diese Wirkung kann unter anderem durch Kupferionen in Lackierungen, Silber in Textilien oderAntibiotikabeschichtung erzielt werden.

Der NMI-Workshop stellte neueste Entwicklungen auf diesem Gebiet
vor und gab hilfreiche Ratschläge hinsichtlich der Auswahl geeigneter Prüfverfahren sowie dem besten Vorgehen bei der
Zulassung.

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