27.03.2014

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Arburg: Rekordbesuch in Loßburg - Rund 6.900 Fachbesucher auf den Technologie-Tagen 2014

Die Arburg Technologie-Tage 2014 waren so gefragt wie nie zuvor: Rund 6.900 geladene Gäste besuchten vom 19. bis 22. März das Branchen-Event in Loßburg. Mit dem Schwerpunkt Produktionseffizienz erlebten sie in der Effizienz-Arena, wie sich Kunststoffprodukte vom Einzelteil bis zum Massenartikel wirtschaftlich fertigen lassen. Darüber hinaus präsentierte Arburg mit über 40 Allrounder-Spritzgießmaschinen Neuheiten und einen repräsentativen Querschnitt des aktuellen Produktprogramms, der ein breites Branchen- und Anwendungsspektrum abdeckte. Weitere Highlights waren das Freeformer-Technologiecenter für die additive Fertigung, Expertenvorträge und das neue Evolution mit Exponaten und multimedialen Inhalten zur Arburg-Geschichte.

"Unsere Technologie-Tage sind seit Jahren ein Publikumsmagnet für die internationale Kunststoffwelt. In diesem Jahr war das Interesse schlicht überwältigend: Rund 6.900 Fachbesucher aus 52 Nationen haben sich in Loßburg aus erster Hand über unsere innovativen und produktionseffizienten Lösungen zur Kunststoffteilefertigung informiert. Das sind rund ein Viertel mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013", betont Michael Hehl, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Arburg-Geschäftsführung. "Trotz der gewaltigen Zahlen stehen für uns nach wie vor nicht die Quantität, sondern die Qualität im Vordergrund. Unsere Mitarbeiter aus Loßburg und den Niederlassungen weltweit sind daher während des viertägigen Branchenevents im Einsatz, um die Kunden individuell zu betreuen."

Rund 45 Prozent der Besucher reisten aus dem Ausland an. Die größten Besuchergruppen kamen aus Europa, allen voran Frankreich (265 Teilnehmer), Schweiz (260) sowie Polen (180). Sehr große Gruppen aus Übersee waren die USA (260 Gäste) und China (185).

Thema Produktionseffizienz im Fokus
In der Effizienz-Arena wurden aktuelle und visionäre Technologien für die effiziente Produktion von Kunststoffteilen gezeigt. Das Spektrum reichte von der Fertigung von Einzelteilen und Kleinserien über die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine bis zur Herstellung von Massenartikeln. Jede der fünf Stationen beleuchtete anhand eines Praxisbeispiels einen anderen Aspekt der Produktionseffizienz, abhängig von den geforderten Stückzahlen:

Individualität: Der Freeformer fertigte additiv, d.h. Schicht für Schicht auf Basis von 3D-CAD-Daten, beispielsweise eigene Ersatzteile in kleinen Stückzahlen - werkzeuglos aus kleinsten Kunststofftropfen.

Flexibilität: Bei der Herstellung eines Spielzeug-Buggys arbeiten Werker und Robot-System Hand in Hand. Aufwendige Bereitstellungssysteme entfallen. Dies macht eine Automation auch bei kleinen und mittleren Losgrößen lohnenswert.

Vernetzung: Am Beispiel des Buggys mit individuellem QR-Code wurde auch das Thema Industrie 4.0 vorgestellt. Dabei sind Maschine, Auftragsinformationen und Prozessdaten online vernetzt und jedes Teil online rückverfolgbar.

Schnelligkeit: Wie sich bei größeren Stückzahlen die Zykluszeit reduzieren lässt, wurde mit einem Multilift V gezeigt: Ausgestattet mit einer dynamischen Tauchachse verkürzt das Robot-System laut Anbieter die Eingriffszeit um 25 Prozent.

Produktivität: 137.000 Teile für die Bewässerung pro Stunde, oder anders gesagt je 64 Flat-Dripper in 1,68 Sekunden, produziert ein elektrischer Allrounder. Dabei sind Hochleistungsmaschine und -werkzeug punktgenau aufeinander abgestimmt.
Großes Interesse am Freeformer
Sehr groß war auch das Interesse der Besucher für den Freeformer, über den Arburg im Rahmen eines Expertenvortrags, mit Exponaten in der Effizienz-Arena oder im neuen Technologiecenter informierte. Das neue System für die additive Fertigung funktionsfähiger Bauteile aus Standardgranulaten, das auf der K 2013 Weltpremiere feierte, konnte nun selbst in Augenschein genommen werden und ließ viele Herzen höher schlagen. Denn Kunststoffverarbeiter werden konfrontiert mit rasanten technischen Entwicklungen, kurzen Produktlebenszyklen, zunehmender Variantenvielfalt und dem Wunsch nach individuellen Produkten. Im Vergleich zum Spritzgießen entfällt ein kompletter Fertigungsschritt; es muss kein Werkzeug konstruiert und hergestellt werden, Produktstarts sind in kurzer Zeit realisierbar.

Anhand verschiedener Produktbeispiele demonstrierte Arburg, wie sich der Freeformer in das Produktspektrum einfügt und neue Möglichkeiten für das Produktdesign und die produktionseffiziente industrielle Herstellung von Einzelteilen und Kleinserien bietet. Additiv gefertigt wurden z.B. ein Steckergehäuse aus ABS als Ersatzteil für eine Allrounder-Spritzgießmaschine und ein Gehäuse für den Hauptschalter des Freeformers selbst.

Anspruchsvolle Produkte, Verfahren und Anwendungen
Zu den Highlights im Bereich Spritzgießmaschinen, Verfahrens- und Anwendungstechnik zählten:
Der elektrische Allrounder 820 A mit neuer 4.000 kN-Kniehebel-Schließeinheit und elektrischer Spritzeinheit 2100 komplettiert die Baureihe Alldrive. In einer Zykluszeit von rund 5 Sekunden wurden je 48 Teelöffel gefertigt und nachfolgend automatisch gebrauchsfertig verpackt und mit einem QR-Code gekennzeichnet.

Die anspruchsvolle Verarbeitung von Flüssigsilikon wurde am Beispiel einer transparenten Lupe gezeigt, die ein elektrischer Allrounder 470 A fertigte.

Ebenfalls für die Optik-Branche interessant war eine innovative Zwei-Komponenten-Anwendung mit einem Allrounder 520 A: Ausgestattet mit einem Multitakt-Werkzeug, produzierte die elektrische Spritzgießmaschine je vier 25 Millimeter dicke Linsen in nur 55 Sekunden. Das Werkzeug drehte je um 45°, in seinen acht Stationen fanden gleichzeitig Spritz-, Kühl- und Entnahme-Schritte statt. Dadurch ließ sich die Zykluszeit um ein Vielfaches reduzieren.

Als Medizintechnikanwendung wurde ein elektrischer Allrounder 370 A in Edelstahl-Ausführung präsentiert, der Spritzenkörper aus dem Glasersatz COP herstellte.

Ein hybrider Allrounder Hidrive 570 H in Packaging-Ausführung (P) demonstrierte am Beispiel von IML-Dünnwandbehältern, wie sich hohe Produktivität und reduzierter Energiebedarf vereinen lassen.

Einen mit Organoblech und Langglasfasern verstärkten 200 g schweren Hebel für die Automobilindustrie fertigte ein servohydraulisch angetriebener Allrounder 820 S.
Vielfältiges Programm
Neben innovativen Anwendungen und Produktneuheiten hatten die Besucher auch Gelegenheit, sich in Loßburg die Spritzgießmaschinenfertigung anzuschauen und an ausführlichen Betriebsrundgängen teilzunehmen. Insgesamt ließen sich rund 1.750 Gäste auf 232 deutschsprachigen Rundgängen durch das Werk führen. Darüber hinaus wurde das Unternehmen allen ausländischen Besuchergruppen, die in Begleitung der Arburg-Niederlassungen und Handelspartner die Technologie-Tage besuchten, in ihrer jeweiligen Landessprache vorgestellt.

Im Service-Bereich konnten sich die Gäste umfassend zu Produktschulungen, Ersatzteilmanagement und präventiver Instandhaltung informieren. So gibt es z.B. neue Wartungspakete, die Schmierstoffe und Werkzeuge maschinenspezifisch in einem Koffer zusammenfassen. Gezeigt wurde auch, wie sich die Lebensdauer der Allrounder-Spritzgießmaschinen durch regelmäßige Wartung und richtige Pflege steigern lässt.

Um ihren Praxistag bei Arburg auch in der Theorie abzurunden, nutzten rund 3.200 Besucher die Möglichkeit, Fachvorträge in deutscher oder englischer Sprache anzuhören. Interne und externe Referenten informierten z.B. über die additive Fertigung mittels Arburg Kunststoff-Freiformen, das innovative Leichtbau-Verfahren Langfaser-Direktspritzgießen, das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 oder über Tipps und Tricks bei der Selogica-Steuerung. Wertvolles Know-how wurde von den Arburg-Experten auch in zahlreichen individuellen Gesprächen weitergegeben.


Weitere Informationen: www.arburg.com

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