16.03.2015

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Arburg: Rekordumsatz von 540 Mio. Euro in 2014 - Investitionen und Mitarbeiterzahl erhöht - Ausblick optimistisch

Zum Auftakt seiner diesjährigen Technologietage im Stammhaus in Loßburg (Nordschwarzwald) meldet der Spritzgießmaschinenhersteller einen äußerst erfolgreichen Geschäftsverlauf für das abgelaufene Jahr, der die Erwartungen sogar übertroffen habe, so der geschäftsführende Gesellschafter Michael Hehl.

Demnach liegt der konsolidierte Umsatz zusammen mit allen weltweiten Töchtern im Jahr 2014 nach vorläufigen Zahlen bei rund 540 Mio. Euro und damit fast 15 Prozent über dem Vorjahr (2013: 470 Mio. Euro) und sogar noch über dem bisherigen Rekordjahr 2012, wo Arburg einen Umsatz von 488 Mio. Euro erzielte. Auch bei den Auftragseingängen berichtete Hehl von einer wertmäßigen Steigerung auf Basis des Euros um über 15 Prozent gegenüber 2013.

Wie Vertriebsgeschäftsführer Helmut Heinson dazu weiter erläuterte, sei der Gewinn 2014 dabei in etwa in gleichem Maße gestiegen wie der Umsatz. In den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres habe sich diese positive Entwicklung unverändert fortgesetzt, weswegen man auch für die nahe Zukunft zuversichtlich sei.

Starkes Geschäft im Inland sowie in West- und Südeuropa
Die Geschäftsführung von Arburg zeigte sich deutlich zufrieden über den Geschäftsverlauf, der in 2014 vor allem im heimischen deutschen Markt sehr gut gewesen sei und die eigenen Erwartungen sogar noch übertroffen habe. In West- und Südeuropa liefen die Geschäfte demnach ebenfalls ausgezeichnet und Zentraleuropa war auf sehr hohem Niveau stabil. In Ländern wie Italien oder Spanien spüre man bei Arburg demnach nichts (mehr) von einer Krise, insbesondere aus den Sektoren Verpackung und Automobil sei die Nachfrage hoch. In Westeuropa verzeichnete Arburg u.a. in Großbritannien ein hohes Wachstum, ähnlich wie in den USA war dieses durch das "Reshoring" getrieben, das Bestreben, Produktionen wieder ins Land zurück zu holen.

Die USA waren den Angaben zufolge weiterhin größter Auslandsmarkt für den Loßburger Maschinenbauer, der sich dort gerade in den in den Sektoren Automobil und Medizintechnik gut positioniert sieht. Die Präsenz in Amerika soll weiter ausgebaut werden, z.B. mit der neu gebauten US-Zentrale, deren Einweihung für Juni geplant ist.

Zur Umsatzentwicklung in Asien berichtete Arburg eher allgemein, dass man dort "von der kontinuierlichen Expansion unserer Aktivitäten profitiere, an der wir ebenfalls weiter arbeiten." Von der Krise in Russland sei man wenig betroffen, weil dieser Markt für Arburg bislang noch nicht so wichtig sei, wie Heinson erläuterte. Langfristig sehe man dort aber wieder gute Aussichten und wolle sich antizyklisch engagieren.

Turnkey-Anlagen, hybride wie hydraulische Baureihen als Wachstumstreiber, elektrische Maschinen etwas schwächer
Mit einer wertmäßigen Steigerung um 34 Prozent habe das Geschäft mit Turnkey-Anlagen am stärksten zugelegt, gefolgt von den hybriden (+28 Prozent) Baureihen und den hydraulischen (+25 Prozent) Allroundern. Etwas verlangsamt hat sich den Angaben zufolge das Wachstum bei den großen Allroundern bis 5.000 kN Schließkraft (+16 Prozent), in 2013 war dieser Bereich noch um 37 Prozent gewachsen. Unterdurchschnittlich war demnach die Entwicklung bei den vollelektrischen Maschinen, wo der Umsatz um immerhin um 10 Prozent gewachsen ist.

An der Struktur des Produktmixes hat sich dadurch nur wenig verändert: Der umsatzbezogenen Anteil der elektrischen Alldrive und Edrive Maschinen ist leicht gesunken und betrug in 2014 rund 23 Prozent (2013: 24 Prozent), der Anteil der hybriden Hidrive Maschinen stieg dafür auf 15 Prozent (2013: 13 Prozent). Und der Anteil der hydraulische Baureihen Allrounder S sowie Golden Edition lag nun zusammen bei 51 Prozent (2013: 53 Prozent).

Das Geschäft mit großen Allroundern - unabhängig von der Art des Maschinenantriebs - machte 2014 weiterhin 19 Prozent des Umsatzes aus, der Anteil des Projektgeschäfts mit Turnkey-Anlagen stieg auf 16 Prozent (2013: 14 Prozent).

Für das Wachstum in den beiden letztgenannten Bereichen benötigt Arburg mehr Platz, daher entsteht an Stammsitz Loßburg gerade eine neue Montagehalle.


Steigerung auch bei Investitionen und Mitarbeitern
Die neue Halle soll eine Nutzfläche von rund 18.600 qm umfassen, womit sich die Gesamtfläche des Stammwerks um rund 13 Prozent auf knapp 165.000 qm vergrößern wird. Wie Michael Hehl berichtete, laufe der Bau nach Plan, der Einzug ist für diesen Herbst vorgesehen. Diese bauliche Erweiterung, die im März 2014 gestartet wurde, ist einer der Gründe für den weiteren Anstieg der Investitionen, den Arburg mit rund 20 Prozent angibt. Insgesamt habe man im vergangenen Jahr weltweit 15,8 Mio. Euro investiert (2013: 13,2 Mio. Euro).

Auch international investierte Arburg in neue Gebäude, Hehl erwähnte dabei den Neubau der US-Zentrale in Rocky Hill (Conneticut), einen Erweiterungsbau in Tschechien, der am 21. April eingeweiht werden soll und den Umzug der polnischen Niederlassung in ein neues Gebäude, der für das zweite Halbjahr 2015 geplant ist.

Weiter gewachsen sei auch das Personal, dessen Anzahl Arburg mit weltweit 2.400 Mitarbeitern zum Jahresende 2014 angibt, davon rund 2.000 in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr (2.256 Mitarbeiter) entspricht dies einer Steigerung um knapp 6,4 Prozent.

Weltweite Verkaufsstarts für Freeformer in 2015
Die steigenden Mitarbeiterzahlen liegen auch am noch jungen Geschäftsbereich mit Anlagen zur additiven Fertigung. Das Freeformer Team sei weiter gewachsen, wie Hehl berichtete. Hinzugekommen seien Entwickler, die das Kunststoff-Freiformen weiter entwickeln und Technologieberater, die eng mit den Kunden zusammenarbeiten sollen, um die Potenziale des Freeformers voll auszuschöpfen.

Zusätzlich gibt es neuerdings auch noch so genannte Manager "Additive Manufacturing", die die weltweiten Kunden künftig von Deutschland, Tschechien, China und den USA aus betreuen werden. Dabei handelt es sich laut Arburg um "Leute aus dem Markt", also erfahrene Anwender additiver Herstellungsverfahren, die zugleich technischen Vertrieb als auch intensive anwendungstechnische Beratung leisten sollen; sie sind in den sechs neuen, weltweit verteilten Freeformer-Laboren angesiedelt.

Wie es scheint, soll der Freeformer dieses Jahr erstmals signifikant zum Umsatz beitragen. Nachdem die Null-Serie (rund 20 Exemplare) in 2014 an Entwicklungskunden verkauft und ausgeliefert wurde, hatte der allgemeine Verkauf in Deutschland im Oktober 2014 zur Fakuma begonnen, die Anzahl der bislang erhaltenen Aufträge nennt Arburg "erfreulich". Aktuell werden die ersten Serienmaschinen an deutsche Kunden ausgeliefert. Die internationalen Verkaufsstarts stehen ebenfalls kurz bevor, in den USA Ende März (zur NPE 2015), in Europa Anfang April und in Asien im Mai (zur Chinaplas 2015).

Gebaut werden die Freeformer ausschließlich im Loßburger Stammwerk, dabei ist die Fertigungstiefe den Angaben zufolge ähnlich hoch wie bei den Spritzgießmaschinen. Die jährliche Produktionskapazität dürfte bereits im deutlich dreistelligen Bereich liegen.

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