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Auch England zahlt künftig mit polymeren Geldnoten

Willkommen im Club: Nach Australien, Neuseeland. Mexiko, Singapur, Kanada, die Fijis und Mauritius führt nun auch Großbritannien Geldnoten auf Polymerbasis ein. Im Anschluss eines drei Jahre währenden Forschungsprogramms und einer öffentlichen Anhörung im Herbst 2013 hat die Bank von England ihre Entscheidung bekannt gegeben, die nächsten Fünf- und Zehnpfundnoten auf Kunststoff zu drucken.

Nach Aussage der Bank, sind Banknoten aus Kunststoff widerstandfähig gegen Schmutz und Feuchtigkeit, sie bleiben dadurch sauber und sind langlebiger. Ihre Lebensdauer sei laut Mark Carney, Präsident der Bank von England, um wenigstens das Zweieinhalbfache größer als die von Banknoten aus Papier, um Sicherzustellen, dass sie im Umlauf bleibt und eine hohe Qualität behält. Und weil sie weniger oft ausgetauscht werden muss, sind sie auf Dauer gesehen billig und umweltfreundlicher.

Um Irritationen zu verhindern, werden die neuen Banknoten nachdrücklich als Polymer- beziehungsweise Kunststoffgeld bezeichnet. Der Begriff Plastik(geld) ist laut Chris Salmon, Geschäftsführer der Abteilung Bankservice und Chefkassierer, in der öffentlichen Auffassung von der Kreditkarte besetzt.

Im Zuge der öffentlichen Anhörung, an der sich rund 13000 Menschen beteiligten, habe sich eine überwältigende Unterstützung der polymeren Banknoten gezeigt. Rund 90 Prozent derer, die sich schriftlich äußerten, favorisierten die Bezeichnung Kunststoff (Polymer), sechs Prozent waren dagegen, die übrigen Teilnehmer verhielten sich neutral. Die Bank befragte Händler, die Wirtschaft und die Geldindustrie. Mark Carney, Präsident der Bank von England, ist überzeugt: „Nach der öffentlichen Befragung sind wir überzeugt, dass die Umstellung auf polymerbasierte Geldnoten in der Öffentlichkeit auf eine breite Unterstützung stoßen wird.“

Einige Leute äußerten ihre Bedenken hinsichtlich der Haptik der neuen polymeren Geldnoten, demnach sie sich glitschig anfühlten. Die Bank räumt ein, dass dies durchaus sein könne, das sich dieses Gefühl allerdings verliere, sobald die Noten im Umlauf sind und von Hand zu Hand gehen. Zudem besäßen die Polymernoten tastbare Erhöhungen, die diesem glatten Gefühl entgegenwirkten. Die neuen polymeren Geldnoten seinen jedoch dünn und flexibel, dass sie in jede Geldbörse passten, und ebenso leicht wie Geldnoten aus Papier.

Ziel der Bank von England ist es, die Fünfpfundnoten (£5) mit Sir Winston Churchill als Motive im Jahr 2016, die Zehnpfundnote mit Jane Austen als Motive ein Jahr später auszugeben. Die neuen Banknoten seien um etwa 15 Prozent schmaler als die bisherigen Papiernoten, allerdings spiele die Breite bei der gegenwärtigen Handhabung keine Rolle.

Offen ist derzeit noch die Frage, wer die neuen polymeren Geldnoten herstellen wird; der Druckauftrag wird derzeit ausgeschrieben. GD

Quelle
Bank of England