Aufbau einer "Micelle"

Den Begriff „Micelle“ (von lat. micella = die Krume) prägte im 19. Jahrhundert der Schweizer Botaniker Carl Wilhelm von Nägeli (1817-1891). Untersuchungen an Stärke, Cellulose und diversen Eiweißarten hatten ihn zu der Annahme geführt, dass „organisierte Körper“, d. h. aus biologischen Systemen extrahierte Substanzen, aus Aggregaten aufgebaut seien, die ihrerseits aus Molekülen bestehen. Diese Aggregate, deren Größe zwischen Molekülen und sichtbaren Kristallen angesiedelt sei, bezeichnete Nägeli als Micellen. Staudinger 1938, 8-9 schreibt: „In einer Mizelle sind […] zahlreiche kleine Moleküle durch schwache zwischenmolekulare Kräfte zusammengehalten; infolgedessen können bereits Temperaturerhöhung oder Wechsel des Lösungsmittels einen Zerfall derselben bewirken.“