Ausführungen von Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Ausstellerbeirates der K 2013, anlässlich der Pressekonferenz am 10. Oktober 2013 in Düsseldorf

Ausführungen von Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Ausstellerbeirates der K 2013, anlässlich der Pressekonferenz am 10. Oktober 2013 in Düsseldorf

Kunststoffe und Kautschuk sind Paradebeispiele für Effizienz. Isolierungen aus Kunststoff schützen gegen Kälte und Wärme. Ihr Einsatz spart weitaus mehr Öl ein als zu ihrer Herstellung nötig ist. Kunststoff statt Metall macht Autos und Flugzeuge leichter: Leichtbau spart Treibstoff und schont die Ressourcen. Reifen aus modernem Kautschuk senken Rollwiderstand und Spritverbrauch.

Und nicht nur im Einsatz dreht sich bei Kunststoff und Kautschuk viel um Effizienz. In der gesamten Wertschöpfungskette ist hohe Effizienz die Vorgabe und Maßstab in der Herstellung von Produkten aus Kunststoff und Kautschuk.

Das Potenzial zur Effizienzsteigerung auszuloten und gewinnbringend zu nutzen, das ist eine der großen Herausforderungen für die Unternehmen der Kunststoffindustrie. Zum einen eröffnen sich ihnen neue Märkte, zum anderen ist der Konkurrenzdruck stark gewachsen. Kurze Entwicklungs-, Produktions- und Lieferzeiten stehen komplexen Produkten und höchsten Qualitätsansprüchen gegenüber. Hinzu kommt der gestiegene Preisdruck. Zudem will man möglichst nachhaltig wirtschaften und die Umwelt so wenig wie möglich belasten. Um heute am globalen Markt zu bestehen, ist hohe Effizienz unabdingbar.

An erster Stelle steht dabei die Ressourceneffizienz. In Anbetracht der aktuellen Preise für Rohstoffe und Energieträger lässt sich durch einen möglichst geringen Verbrauch an Werkstoffen, Energie und Betriebsmitteln sehr viel Geld einsparen. Das geht nur mit einer werkstoff-gerechten Konstruktion des Produkts, mit optimalem Materialeinsatz, einer möglichst abfallfreien Herstellung und schließlich gezieltem Recycling.

Vor diesem Hintergrund werden die Aussteller der K 2013 mit einer Fülle von Innovationen aufwarten, die exakt diese Anforderungen in Materialien, Maschinen, Technologien und Anwendungen umsetzen. Seit Monaten haben sich rund um den Globus Maschinenbauer, Rohstoffproduzenten und Verarbeiter intensiv auf das Großereignis der Branche vorbereitet. In den Entwicklungsabteilungen wurde mit Hochdruck gearbeitet, um die Fachbesucher der K mit Neuheiten zu überzeugen.

Die Kunststoff- und Kautschukindustrie der Welt
Die Kunststoffindustrie besteht aus Kunststofferzeugern, -verarbeitern und -maschinenbauern. Mit einem Umsatz von etwa 88 Mrd. Euro und etwa 363.000 Beschäftigten in 3.270 Unternehmen ist sie in Deutschland einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Sie hält einen Anteil von sechs Prozent an der heimischen Industrieproduktion. Dazu kommt die deutsche Kautschukindustrie mit rund 130 Unternehmen, 75.000 Beschäftigten und einem Gesamt-Jahresumsatz von 12 Milliarden Euro (2012). Allein in Nordrhein-Westfalen zählt die Branche rund 1.000 Unternehmen und Organisationen mit deutlich über 100.000 Beschäftigten.

Für das Jahr 2012 schätzt der Erzeugerverband PlasticsEurope die weltweite Kunststoffproduktion auf ca. 288 Millionen Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr 2011 mit einer weltweiten Produktion von 280 Millionen Tonnen entspricht dies einer Produktionssteigerung in einer Größenordnung von 2,8 Prozent. Grob 80 Prozent sind Kunststoff-Werkstoffe, das heißt Materialien, die zu Produkten aus Kunststoff verarbeitet werden. Die übrigen rund 20 Prozent werden zur Herstellung von Beschichtungen, Klebern, Dispersionen, Lacken oder Farben verwendet.

Damit konnten die Kunststofferzeuger weltweit die Rohstoffproduktion von 1950 bis 2012 von damals 1,5 Millionen Tonnen auf 288 Millionen Tonnen steigern. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von ca. 9 Prozent - und es ist noch kein Ende der positiven Gesamtentwicklung in Sicht. Selbst Ölpreis und Wirtschaftskrisen konnten diese langfristige Entwicklung nicht stoppen.

In Deutschland sank die Produktion von Kunststoffen im zurückliegenden Jahr um 3,4 Prozent auf 19,5 Millionen Tonnen (2011: 20,2 Mio. Tonnen). Die Umsätze beliefen sich insgesamt auf 25,1 Milliarden Euro und lagen damit um 0,5 Prozent niedriger als im Vorjahr (2011: 25,3 Mrd. Euro).

Für das Jahr 2013 rechnen die Kunststofferzeuger in Deutschland mit einem Wachstum in der Größenordnung von etwa 1,5 Prozent.

Weltweiter Kunststoffverbrauch nach Regionen
Schätzungen der PlasticsEurope Market Research Group (PEMRG) zufolge lagen im Jahr 2011 Europa mit einem Verbrauch von 21 Prozent und die NAFTA-Staaten mit einem Verbrauch von 20 Prozent nahezu gleich auf. Asiens Anteil am weltweiten Kunststoffverbrauch betrug beachtliche 44 Prozent, angeführt von China mit 23 Prozent. Lateinamerika schlug im Jahr 2011 mit einem Anteil von 5 Prozent zu Buche, die GUS-Staaten mit 3 Prozent und der Mittlere Osten/Afrika mit 7 Prozent.

Bis zum Jahr 2016 wird Schätzungen zufolge der Anstieg des globalen Kunststoffverbrauchs jährlich 4 Prozent betragen. Schon mittelfristig ist laut einer aktuellen Markterwartung von PlasticsEurope mit einer Verschiebung der Märkte in den asiatisch-pazifischen Raum zu rechnen, für dessen Bruttoinlandsprodukt jährlich deutliche Zuwachsraten veranschlagt werden. Für den Zeitraum zwischen 2011 und 2016 beläuft sich die Schätzung auf jährlich ca. 5,5 Prozent und damit auf zwei bis drei Prozentpunkte mehr als für den globalen Durchschnitt avisiert. Es ist davon auszugehen, dass die Produktionskapazitäten den sich verschiebenden Märkten folgen werden.

Die Verpackungsbranche verbrauchte gemäß der Analyse von Plastics-
Europe im Jahr 2011 in Europa mit 39,4 Prozent den größten Anteil aller Anwenderindustrien für Produkte aus Kunststoff, gefolgt von der Baubranche mit 20,5 Prozent. Die Automobilbranche schlug mit einem Anteil von 8,3 Prozent zu Buche und die Elektronikindustrie mit 5,4 Prozent. Der Verbrauch der übrigen Abnehmer, wie der Möbelindustrie, der Medizinbranche, der Hausgeräteindustrie inkl. Sport- und Freizeitartikeln und der Landwirtschaft, summierte sich auf 26,4 Prozent.

Die durchschnittliche Verwertungsquote in Europa lag den neuesten Zahlen zufolge im Jahr 2011 bei 59,6 Prozent und damit um 5,7 Prozent höher als im Vorjahr. Betrachtet man die Verwertungsrate bei den Kunststoffverpackungen isoliert, so ergibt sich ein Wert von 67 Prozent. Nach wie vor sind jedoch die Verwertungsquoten der Länder sehr unterschiedlich. Während die neun erfolgreichsten Staaten - die Schweiz, Deutschland, Österreich, Belgien, Schweden, Dänemark, Norwegen, die Niederlande und Luxemburg – teilweise deutlich mehr als 90 Prozent ihrer Kunststoffabfälle verwerten, erreichen sieben Länder eine ausbaufähige Quote unterhalb 30 Prozent.

Biokunststoffe: Nischenwerkstoffe mit Potenzial
Eine Sonderrolle spielen die Biokunststoffe. Dabei ist zwischen biologisch abbaubaren und bio-basierten Kunststoffen zu unterscheiden.

Bis auf geringe Substanzmengen bestehen biologisch abbaubare Kunststoffe ausschließlich aus bioabbaubaren Polymeren und Zusatzstoffen. Spezielle Bakterien und ihre Enzyme wandeln bioabbaubare Kunststoffe nachweislich zu Biomasse, CO2 oder Methan, Wasser und Mineralien um, nachdem zuvor die Makromoleküle durch andere Abbaumechanismen stark fragmentiert wurden. Damit sich ein Kunststoff in Europa kompostierbar nennen darf, muss er nach spätestens 12 Wochen zu mindestens 90 Prozent in Fragmente zerfallen sein, die kleiner als 2 mm sind.

Biologisch abbaubare Kunststoffe sind nicht zwingend aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt; sie können auch aus Erdöl oder Erdgas gewonnen werden. Biobasierte Kunststoffe hingegen sind aus der Natur gewonnene, nachwachsende Rohstoffe. Allerdings sind diese Kunststoffe dann nicht zwangsläufig auch biologisch abbaubar. Das Adjektiv „biobasiert“ besagt lediglich, dass die Kohlenstoffatome der Molekülketten aus der heutigen Natur entnommen, also „bio“ sind. Derzeit gewinnt man biobasierte Kunststoffe aus verschiedenen Kohlenhydraten wie Zucker, Stärke, Proteine, Cellulose, Lignin, Bio-Fette oder Ölen.

Biokunststoffe spielen in der weltweiten Polymerproduktion bislang noch eine untergeordnete Rolle. Der Weltmarkt wird laut einer Studie von BCC Research, Wellesley, Massachusetts/USA, in den nächsten fünf Jahren jedoch um über 34 Prozent p.a. wachsen – von 850.000 Tonnen Volumen in 2011 auf mehr als 3,7 Millionen Tonnen in 2016. Seit 2010 werden die Wachstumsraten der biologisch abbaubaren Kunststoffe von denen biobasierter Kunststoffe deutlich überflügelt.

Bioabbaubare Kunststoffe kommen in der Regel dort zum Einsatz, wo sich die Eigenschaft der Abbaubarkeit als besonders nützlich erweist. Das gilt z.B. in der Landwirtschaft für Mulchfolien oder Pflanztöpfe, die nach der Gebrauchsphase nicht gesammelt und abtransportiert werden müssen, sondern gleich im Boden zu Biomasse verstoffwechselt werden. In Privathaushalten haben sich abbaubare Küchenabfallbeutel einen Markt erobert, sie können gemeinsam mit dem Bioabfall kompostiert werden.

Biobasierte Kunststoffe finden sich inzwischen auch in Konsumelektronik- und Automobilanwendungen. So hat z.B. Toyota bei seinem nur in Japan erhältlichen Hybrid-Pkw „Sai“ ab dem Modelljahr 2011 eine Innenausstattung realisiert, die zu 80 Prozent auf nachwachsenden Rohstoffen fußt.

In Europa soll der Verbrauch von Biopolymeren den Schätzungen zufolge um rund 32 Prozent pro Jahr zulegen, von knapp 307.000 Tonnen im Jahr 2011 auf über 1,2 Millionen Tonnen in 2016.

Wer sich über Potenziale und Chancen, Neuentwicklungen und innovative Anwendungen von Biokunststoffen informieren möchte, findet auf der K 2013 dazu viele Möglichkeiten an den Ständen der Aussteller. Zudem finden vom 17. bis 19. Oktober, jeweils von 8.00 bis 12.00 Uhr, Bioplastics Business Breakfasts statt, Kurzseminare zu ausgewählten Themen der Branche.

Deutsche Kautschukindustrie: Branchenumsatz rückläufig
Im Jahr 2012 wurden weltweit 26 Millionen Tonnen Kautschuk hergestellt und verbraucht. Davon entfielen ca. 11 Millionen Tonnen auf Natur-kautschuk und knapp 15 Millionen Tonnen auf Synthesekautschuk.

In Deutschland hinterließ 2012 die ab der Jahresmitte einsetzende Abschwächung der Nachfrage Spuren in der Kautschukindustrie. Der Umsatz sank gegenüber 2011 um 2,5 Prozent auf 11,75 Mrd. Euro. Betroffen war in erster Linie der Inlandsumsatz, der um 4,7 Prozent auf 8,22 Mrd. Euro nachgab. Die europäische Nachfrage nach in Deutschland verbauten Produkten der Branche fehlte. Die Umsätze mit ausländischen Kunden, vor allem in den USA und in China, konnten um 3,1 Prozent auf 3,53 Mrd. Euro gesteigert werden. Die Hersteller von Technischen Elastomer‐ Erzeugnissen traf die nachgebende Konjunktur allerdings weniger hart als die Produzenten von Bereifungen. Das Produktionsergebnis des Jahres 2012 brachte ein Minus von 6 Prozent gegenüber 2011. Bei Technischen Elastomer‐Erzeugnissen lag der Produktionsrückgang bei 3,7 Prozent. Der Mengenausstoß betrug damit 800.000 Tonnen. An Reifen wurden 780.000 Tonnen produziert, was einem Rückgang von 8,2 Prozent entsprach.

Trotz der erlahmenden Konjunktur zum Jahresende 2012 ergab sich eine erfreuliche Entwicklung beim Beschäftigtenstand in der Branche. Die Kautschuk verarbeitenden Unternehmen beschäftigten am Jahresende 2012 in Deutschland 74.700 Mitarbeiter. Das waren 1,5 Prozent mehr ein Jahr zuvor.

Auch die Halbjahresbilanz 2013 fällt für die deutsche Kautschukindustrie negativ aus. Der Branchenumsatz verringert sich um 4,9 Prozent gegenüber 2012. Starke Umsatzrückgänge verzeichnen die Reifen-hersteller, dabei ist insbesondere das Inlandsgeschäft betroffen. Bei den Herstellern von Technischen Elastomer-Erzeugnissen (TEE) leidet der Export. Insgesamt liegt das Produktionsergebnis um 6,2 % unter dem Volumen des ersten Halbjahres 2012. Gegen den Trend läuft allerdings weiterhin die Beschäftigungsentwicklung in der Branche, zur Jahresmitte lag die Zahl der Mitarbeiter bei 74.950.

Weltproduktion von Kunststoff- und Gummimaschinen
mit neuem Rekordwert

Die Weltproduktion von Kunststoff- und Gummimaschinen erreichte im Jahr 2012 mit gut 29 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert.

Auch der deutsche Kunststoffmaschinenbau legte stark zu und schloss das vergangene Jahr mit einem Umsatz-Plus von 6 Prozent ab. Das Umsatz-Volumen im Kernmaschinenbau kletterte auf einen neuen Rekordwert von mehr als 6,5 Milliarden Euro. aus. Im Welthandel bleibt der deutsche Maschinenbau führend: Die deutschen Exporte von Kunststoff- und Gummimaschinen stiegen im Jahr 2012 noch einmal um 2,3 Prozent - nach Steigerungsraten von 30,5 bzw. 25,6 Prozent in den beiden Vorjahren. Der Exportwert erreichte damit 4,4 Milliarden Euro. Hauptabnehmerländer waren 2012 China vor den USA und Russland.

Auch das Jahr 2013 verspricht, obwohl man ursprünglich von einem leichten Umsatzrückgang ausgehen musste, ein gutes zu werden. Die Bestellungen für deutsche Kunststoff- und Gummimaschinen haben im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten um 14 Prozent zugelegt. Damit errechnet sich zwar für das gesamte erste Halbjahr noch ein Rückgang von sechs Prozent, doch die Zuwachsraten in den Auftragseingängen der letzten drei Monate stimmen zuversichtlich. Die Umsätze des Fachzweigs erreichten im ersten Halbjahr 2013 das Niveau des Vorjahres; im zweiten Quartal stiegen sie um sechs Prozent.

Auch die Auslandslieferungen haben im Zeitraum Januar bis Mai 2013 wieder das Vorjahresniveau erreicht. Die Minusraten sind im Jahresverlauf kontinuierlich geringer geworden, in den Monaten März bis Mai legten die Auslandslieferungen um 9,7 Prozent zu. Dabei setzte sich die Aufwärtsentwicklung bei den Exporten nach Russland und in die USA fort, zudem wiesen China, Indien und die Türkei kräftige Zuwachsraten aus.

Mit einem Weltmarktanteil von über 29 Prozent im Jahr 2012 sind die chinesischen Maschinenbauer führend in der Herstellung von Kunststoffmaschinen, allerdings produzieren sie weitgehend für ihren Heimatmarkt. Deutschland liegt auf Rang 2, es folgen Italien, die USA und Japan.

Gleichermaßen auf hohem Niveau wie das Geschäft mit Verarbeitungsmaschinen zeigte sich die Nachfrage nach Automatisierungs- und Peripherietechnik. Viele Effizienzsteigerungen gehen auf verbessertes Materialmanagement, optimiertes Formteilhandling, eine durchgängige Prozessautomation, die energetische Optimierung der Stützprozesse oder auch die dynamische Temperierung zurück.

Kunststoffverarbeitung blickt zuversichtlich auf die K 2013
Deutschlands Kunststoff verarbeitende Industrie blickt der K 2013 zuversichtlich entgegen, so der Branchenverband GKV. Nach einer über weite Strecken eher verhaltenen ersten Hälfte des Jahres 2013 wird erwartet, dass die Leitmesse der seit einigen Monaten in mehreren Segmenten wieder anziehenden Branchenkonjunktur zusätzlichen Schwung verleiht.

Bereits im vergangen Jahr wurde deutlich, dass sich die deutschen Kunststoffverarbeiter hervorragend von den Einbrüchen infolge der Krise erholt hatten. Mit einer Verarbeitungsmenge von 13 Millionen Tonnen und einem Umsatz von 56,2 Milliarden Euro in 2012 (2011: 55,9 Mrd. Euro) wurde das Vorkrisenniveau schnell wieder erreicht und sogar um einige Prozentpunkte übertroffen. Die Beschäftigung legte dabei nochmals um 2,4 Prozent auf 299.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu.

Laut Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie hatte das Jahr 2012 in allen wesentlichen Zweigen der Kunststoffverarbeitung – Verpackung, Bau, Konsumwaren, Technische Teile – einen ähnlichen Verlauf genommen: Das Konjunkturklima kühlte sich ab dem späten Frühjahr ab, blieb dann aber auf einem konstanten Niveau. Die Ertragslage sei allerdings durch steigende Kosten für Rohstoffe, Energie und Personal zum Teil empfindlich dünn geworden.

Innovationspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft
Auf der K 2013 wird ganz deutlich werden, dass das Innovationspotenzial von Kunststoffen und Kautschuk noch lange nicht ausgeschöpft ist. Das ist für die deutsche Industrie eine enorme Chance, auch in Zukunft eine herausragende Rolle im internationalen Wettbewerb zu spielen. Um diese Chance wahrzunehmen, müssen Erzeuger, Maschinenbauer und Verarbeiter einerseits ihre internationalen Standorte weiter ausbauen, um in den Abnehmermärkten präsent zu sein. Andererseits benötigen sie auch an ihrem Heimatstandort Deutschland günstige Rahmen-bedingungen. Um technischen Fortschritt und Innovation für die Zukunft in Deutschland zu sichern bedarf es einer Politik, die dies nicht nur zulässt, sondern konsequent fördert. Dazu gehören auch bildungspolitische Maßnahmen, die qualifizierten Nachwuchs fördert. Die Industrie und ihre Verbände tun bereits viel für den Nachwuchs; die K 2013 ist auch die ideale Gelegenheit, sich über Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten zu informieren. Es gibt dazu zahlreiche Angebote.

So ist kai wieder mit dabei – die Kunststoff-Ausbildungsinitiative. In Diskussionsrunden, Experimentiershows und auf Forschungsständen können Azubis, Schüler und Studenten von morgen die Arbeit mit Kunststoff hautnah erleben. An jedem Tag gibt es Führungen, Gesprächsrunden und individuelle Beratungen. Das komplette Programm ist auf der Website der K 2013 zu finden, www.k-online.de.

Darüber hinaus veranstaltet der Verein Deutscher Ingenieure am Sonntag, 20. Oktober, sein VDI-Schülerforum. Unter dem Motto „Die Schüler von heute sind die Ingenieure von morgen“ werden Berufe in der Kunststoffbranche vorgestellt sowie in einer Bühnenshow und mit Experimenten über den „Alleskönner unter den Werkstoffen“ informiert. Informieren und kostenlos anmelden kann man sich unter www.vdi.de/schuelerforum.

Zusätzlich gibt es in der Sonderschau „Kunststoff bewegt“ an einem Tag (Sonntag, 20. Oktober) ein spezielles Angebot unter dem Titel „Jugend im Gespräch mit…“, um jungen Menschen die Berufsbilder in der Kunststoffindustrie nahe zu bringen und Umwelt- und Zukunftsaspekte zu erörtern.

K 2013: Die Visitenkarte der Kunststoff- und Kautschukindustrie
Die K in Düsseldorf ist die Visitenkarte der Kunststoff- und Kautschukindustrie. Hier findet alle drei Jahre der globale Marktplatz der Branche statt, hier warten alle namhaften Anbieter mit echten Innovationen auf. Zu folgenden wichtigen Trends sind Exponate zu erwarten:

Roh- und Hilfsstoffe, Halbzeuge, technische Teile und verstärkte Kunststofferzeugnisse
• Superleichte Schaumstoffe mit verbesserter Wirkung als Wärme- oder Schallisolator
• Kunststofftypen mit weiter erhöhter Wärmeformbeständigkeit für den Einsatz in Elektro- und Lichttechnik
• Wärmeleitfähige Kunststoff-Compounds für moderne LED-Anwendungen und Elektrotechnik
• Vielfältige Leichtbauteile aus faserverstärkten Kunststoffen mit thermoplastischer oder duroplastischer Matrix
• Großserientaugliche Kunststoffbauteile mit immer mehr integrierten, elektrischen und lichttechnischen Funktionen
• Kunststofftypen mit erhöhter Transparenz, höherer Doppelbrechung und verbesserten optischen Eigenschaften
• Neue Flammschutzformulierungen für besseren Brandschutz
• Weitere neue Typen von Standard- und technischen Kunststoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe
• Hochleistungs-HNBR-Elastomere für Anwendungen unter der Motorhaube mit hoher Temperaturbeständigkeit bei starker dynamischer Beanspruchung sowie Einfluss von Öl und anderen Medien
• Spezialkautschuke mit Resistenz gegen immer aggressivere Öl-Additive und alternative Treibstoffe wie Bio-Ethanol
• Funktionalisierte SSBR-Kautschuke für spritsparende Reifen
• Neue, biologisch abbaubare Kunststofftypen
• Holz-Kunststoff-Composites (WPC)
• Mechanisch hoch belastbare Automobil-Strukturbauteile aus Faserverbundkunststoffen zur Absorption von Aufprallkräften

Maschinen, Werkzeuge und Ausrüstungen
• Bessere Anlagenauslastung und höhere Verfügbarkeit durch mehr Flexibilität, kürzere Umrüst- und geringere Stillstandzeiten
• Kürzere Zykluszeiten, geringere Stückkosten und höhere Produktivität durch schnellere Maschinenbewegungen, optimierte Werkzeuge, effizientere Kühlung und noch bessere Synchronisierung
• Konzepte und Anlagen zur Rückgewinnung von Wärme aus Kunststoffmaschinen und Verarbeitungsprozessen
• Konzepte für effiziente Werkzeugtemperierung zur wirtschaftlicheren Gestaltung von Prozessen, zur Steigerung der Produktqualität und zur Senkung des Energieeinsatzes
• Prozessintegrierte Überwachung der Produktqualität, frühestmögliche Ausschleusung von Ausschuss direkt im Prozess und Dokumentation von Prozess- und Qualitätsdaten zur Rückverfolgbarkeit von Produkten
• Verstärkter Einsatz und erleichterte Nachrüstung energieeffizienter elektrischer Antriebe in Verarbeitungsmaschinen zur Senkung von Energieverbrauch und Energiekosten
• Kombination verschiedenster Spritzgieß-Sonderverfahren wie z.B. Fluidinjektions- oder Mehrkomponententechnik, Hinterspritz-, Dekorations- und Schäumverfahren in einen Zyklus zur Integration von immer mehr verschiedenen Funktionen in ein einziges Kunststoff-Bauteil
• Verschiedenste Herstellkonzepte für faserverstärkte Kunststoff-Leichtbauteile
• Verstärkte „Elektrifizierung“ von Werkzeugen zum Spritzgießen und Pressen durch elektrische Antriebe zur Darstellung von Werkzeugfunktionen statt hydraulischer Einheiten oder zwangsgesteuerter Mechaniken

Noch sind längst nicht alle Details bekannt, da die Aussteller z.T. erst am ersten Messetag die Geheimnisse ihrer Neuheiten lüften. Eines jedoch ist ganz sicher: Die Unternehmen der Kunststoff- und Kautschukindustrie sind für die K 2013 bestens gerüstet.