11.02.2015

Universität Rostock

Auszeichnung für Forschungsarbeit aus der Rostocker Chemie

Einen guten Start in das Jahr hat die Forschergruppe um Professor Ralf Ludwig aus dem Institut für Chemie an der Universität Rostock hingelegt. Eine in dieser Woche erscheinende Arbeit in der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ wird gleich dreifach ausgezeichnet: als sehr wichtige Zuschrift, mit einem Innentitelbild und einem Autorenprofil. „Darauf sind wir sehr stolz, denn als „very important“ werden nur fünf Prozent der veröffentlichten Arbeiten eingestuft“, erklärt Ludwig.

Thema der Arbeit sind Ionische Flüssigkeiten, die ausschließlich aus geladenen Teilchen bestehen, aber im Gegensatz zu Kochsalz bei Raumtemperatur flüssig sind. Diese neuen flüssigen Materialien besitzen interessante Eigenschaften, die für einen möglichen industriellen Einsatz gesteuert werden können. Ludwig und seine Arbeitsgruppe haben nun herausgefunden, aus welchen Beiträgen sich die Wechselwirkung zwischen den Ionen zusammensetzt und wie die Zusammensetzung für gewünschte Eigenschaften kontrolliert werden kann. Die besondere Herausforderung bestand darin, sogenannte Wasserstoffbrücken und Dispersionswechselwirkungen in einer Flüssigkeit getrennt zu bestimmen. Die Rostocker Forscher konnten zeigen, wie man durch Änderung der Temperatur zwischen zwei Konfigurationen hin und her schalten kann. Damit kann der Einsatzbereich der ionischen Flüssigkeit deutlich vergrößert werden. „Wir verstehen die Wechselwirkungen zwischen den geladenen Teilchen inzwischen so gut, dass wir die Herstellung maßgeschneiderter ionischer Flüssigkeiten mit gewünschten Eigenschaften vorschlagen können“, erklärt Ludwig optimistisch. „Diese neuen flüssigen Materialien besitzen interessante Eigenschaften, die für eine mögliche industrielle Anwendung gesteuert werden können. Dazu gehört der Einsatz der ionischen Flüssigkeiten in Batterien und Solarzellen ebenso wie deren wichtige Funktion bei Trennungsprozessen oder in der Katalyse“.

Da die Arbeitsgruppe seit 2000 mehr als 25 Beiträge in der renommierten Chemiezeitschrift veröffentlichen konnte, erscheint in der aktuellen Ausgabe der „Angewandten Chemie“ zudem ein zweiseitiges Autorenprofil. Darin werden nicht nur die fünf wichtigsten Arbeiten des Autors vorgestellt, sondern auch weniger „ernste“ Fragen nach favorisierten Malern, Musikern und Fußballvereinen gestellt. Auf die Frage „Wenn ich ein Auto wäre, wäre ich …“ antwortete der Rostocker Physikochemiker: ein Fahrrad! In der Rubrik „Zukunft der Forschung“ betont Ludwig die Bedeutung der Interdisziplinären Forschung, die in Rostock mit der Interdisziplinären Fakultät ganz groß geschrieben würde.

Die ausgezeichneten Forschungsarbeiten werden im Rahmen von Programmen der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Dazu gehört auch der in der Rostocker Physik angesiedelte Sonderforschungsbereich 652.

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