27.06.2012

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BARLOG plastics: 16. EKTT vor vollem Haus

Kunststoff-Experten aus ganz Deutschland und den Niederlanden kamen in Lindlar in der Lang Academy zusammen, um sich beim 16. Engelskirchener Kunststoff-Technologie-Tag (EKTT) über Trends und Chancen der Branche zu informieren und intensiv auszutauschen. Mit über 70 Teilnehmern aus dem Bergischen von insgesamt gut 300, war die Region auch diesmal erneut stark und mit steigender Tendenz vertreten. Der Veranstalter und Organisator, die Barlog Gruppe aus Overath, (vormals Engelskirchen-Loope) ist auf Grund des hohen Zuspruchs schon zum 3. Mal hintereinander zu Gast in den neuen Tagungsräumen bei der Lang AG auf der Klause und jetzt auch hier erneut an räumliche Grenzen gestoßen. "Da wir nun nicht mehr quantitativ in der Lage sind zu wachsen, können wir uns ganz auf die Qualität des Forums konzentrieren", schmunzelt Werner Barlog, Senior Gesellschafter-Geschäftsführer der Barlog Gruppe und Initiator dieses Branchen-Events im Bergischen.

Zwei Leitthemen: "Bio-Polymere" und "Leichtbau"
Die beiden Leitthemen der Tagung waren: "Bio(basierte) Polymere / Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" (siehe auch plasticker-News vom 14.6.2012) und "Leichtbau"-Konzepte, die nur mit Hochleistungs-Kunststoffen und speziellen Technologien neue Leistungspotenziale erschließen lassen (siehe auch plasticker-News vom 13.4.2012).

Prof. Dr. Endres von der Hochschule Hannover zeigte gleich zu Beginn der Tagung zum Thema "Biobasierter Rohstoffe" neue Perspektiven auf. Das Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe unter der Leitung von Prof. Endres gilt als eine der wichtigen Institutionen zum Thema in Europa.

Nachbau eines menschlichen Knochenmodells
Auch beim Thema Leichtbau rankte sich zunächst alles um Biologie. Barlog hatte Konstantin Schmer, einem Studenten der FH-Köln, Campus Gummersbach, die Aufgabe gestellt, sich im Rahmen eines Praxissemesters mit anschließender Bachelor-Arbeit mit dem Aufbau eines menschlichen Knochens zu beschäftigen, diesem Wunderwerk der Natur hinsichtlich Festigkeit und Leichtigkeit auf die Spur zu kommen und dies nachzubauen. Das Resultat war dann an einem Knochenmodell mit verschiedenen Schäumtechnologien und Hochleistungskunststoffen aus dem Sortiment von Barlog Plastics auszutesten.

Spektakulärer Belastungstest auf dem Freigelände
Den dann folgenden halbstündigen Ausführungen des Studenten ging eine spannende Demo auf dem Freigelände voraus. Vier Hüftknochenmodelle, hergestellt bei Barlog aus hochverstärkten, in Spezialverfahren geschäumten Kunststoffen wurden als tragende Elemente unter eine Plattform geschoben, auf die dann ein Kran ein Fahrzeug aus der Serviceflotte von Barlog absetzte. Nach abklingendem Applaus gab es eine Schätzfrage für das begeisterte Fachpublikum. Welche zusätzliche Beladung würde die zulässige Bruchlast überschreiten? Als Ansporn gab es eine Espressomaschine zu gewinnen, natürlich für die sichere Funktion im Innern mit hochfesten Werkstoffen von Barlog ausgestattet. Für die meisten anwesenden Vollprofis dann ein verblüffendes Resultat bei der Auflösung: Fahrzeug samt Plattform ergaben 2,9 to und die waren ja schon einen großen Applaus wert. Diese Belastung erlaubt bis zum Bruch eine Zuladung von 5,9 to. Das heißt: 8,8 to auf 4 Hüftknochengelenke bedeuten 2,2 to Belastung pro Knochen bis zum Bruch! Dies ist aktuell das beste Ergebnis aus der Praxissemester-Arbeit. Dass das Vorbild Natur hierfür mitverantwortlich ist, belegte Schmer in seinem Vortrag mit vergleichender Computertomographie - Aufnahmen der Struktur im Innern der von ihm hergestellten Knochen.

Fazit des Studenten: Es muss noch ein hoher Aufwand an Prüfarbeit geleistet werden, bis ein abschließendes Ergebnis vorliegt. Dieser Umfang war von den Beteiligten so im Vorfeld nicht erwartet worden.