29.10.2010

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BASF: Kunststoffsparte mit erheblich verbessertem Ergebnis - Spitzenjahr 2010 erwartet

Die Nachfrage nach BASF-Produkten lag im 3. Quartal 2010 weiterhin auf hohem Niveau. Die übliche saisonale Abschwächung blieb weitestgehend aus, die Anlagen waren gut ausgelastet. Davon profitierte nahezu jedes Arbeitsgebiet. Wachstumsimpulse für die Chemieindustrie kamen aus allen Regionen. In diesem günstigen konjunkturellen Umfeld habe sich das BASF-Geschäft besser entwickelt als erwartet, teilt das Unternehmen mit. Auch im 4. Quartal rechnet das Unternehmen mit einer guten Geschäftsentwicklung. Deshalb wurde die Prognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht.

Dazu der BASF-Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Hambrecht: "Wir profitieren jetzt vom günstigen konjunkturellen Umfeld, weil wir auch in der Krise unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessert und unser Portfolio durch die rasche Integration von Ciba noch konjunkturrobuster gemacht haben.

Cashflow und Finanzkraft auf Topniveau
Der Umsatz stieg im 3. Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 23 % auf 15,8 Milliarden €. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen nahm um 77 % zu und erhöhte sich auf 2,2 Milliarden €. Das hohe Ergebnisniveau des 2. Quartals 2010 wurde gehalten.

Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter stieg um eine Milliarde € auf 1,2 Milliarden €. Die Steuerquote lag mit 33,4 % unter dem Wert des 3. Quartals 2009. Maßgeblich für diesen Rückgang war der geringere Ergebnisanteil des hoch besteuerten Segments Oil & Gas.

Das Ergebnis je Aktie betrug im 3. Quartal 2010 1,35 € nach 0,26 € im Vorjahreszeitraum. Das um Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Werte bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,52 € (Vorjahresquartal: 0,61 €).

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit stieg auf den hohen Wert von 5,3 Milliarden €. Dazu beigetragen hat eine Mittelfreisetzung aus dem Nettoumlaufvermögen im 3. Quartal trotz anhaltend starkem Geschäftsverlauf. Mit dem starken Free Cashflow konnten die Nettofinanzschulden um 2,1 Milliarden € auf 11,4 Milliarden € gesenkt werden. Die Eigenkapitalquote nahm zu und lag bei nahezu 37 %.

Ausblick Gesamtjahr 2010
Für das Jahr 2010 geht die BASF nach wie vor von folgenden weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus:
• Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: 3 % - 4 %
• Wachstum der Industrieproduktion: 7 % - 8 %
• Wachstum der Chemieproduktion (ohne Pharma): 7 % - 8 %
• US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,30 US$ pro Euro
• Ölpreis von 75 US$/Barrel im Jahresdurchschnitt 2010

Hambrecht: "Wir rechnen damit, dass unser Umsatz im Jahr 2010 kräftiger steigen wird als die weltweite Chemieproduktion. Insgesamt streben wir einen Umsatz von etwa 63 Milliarden € sowie ein Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen von über 8 Milliarden € an. Wir erwarten, dass wir eine hohe Prämie auf die Kapitalkosten verdienen und deshalb die Dividende erhöhen werden."

Trotz der wirtschaftlichen Erholung bestehen noch immer Risiken für einen nachhaltigen Aufschwung. Die hohe Verschuldung zahlreicher Länder bedroht die Stabilität des Finanz- und Bankensystems. Die notwendige weltweite Konsolidierung der staatlichen Haushalte wird die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ebenso beeinflussen wie das Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme und das Ende des Lageraufbaus. Zusätzliche Risiken ergeben sich vorrangig aus volatilen Rohstoff- und Devisenmärkten, Überkapazitäten, wachsenden geopolitischen Spannungen sowie Protektionismus mit neuen Handelsbarrieren

Umsatz wächst in allen Regionen zweistellig
In Europa lag der Umsatz der Gesellschaften um 13 % über dem Wert des 3. Quartals 2009. Nahezu alle Segmente erzielten einen Umsatzzuwachs. Auf Grund gesunkener Mengen in der Erdölförderung und im Erdgashandel erreichte der Umsatz bei Oil & Gas das Vorjahresniveau nicht. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 786 Millionen € auf 1,6 Milliarden €. In einem insgesamt günstigen Geschäftsumfeld konnte jedes der Segmente das Ergebnis gegenüber dem Vorjahresquartal steigern.

Der Umsatz in Nordamerika wuchs in US-Dollar um 30 % und in Euro um 44 %. Das Ergebnis stieg im 3. Quartal um 129 Millionen € auf 238 Millionen € an. Umsatz und Ergebnis im Chemiegeschäft legten verglichen mit dem Vorjahresquartal mengen- und preisbedingt stark zu. Bei Agricultural Solutions konnten Absatz und Umsatz erhöht werden, auf Grund sinkender Preise schwächte sich das Ergebnis jedoch leicht ab.

Der Umsatz in der Region Asien, Pazifischer Raum nahm im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal in lokaler Währung um 19 % und in Euro um 34 % zu. Der höhere Absatz im Chemiegeschäft trug zum Umsatzwachstum bei. Auch das Ergebnis in der Region verbesserte sich um 101 Millionen € auf 307 Millionen €. Mengenbedingt und infolge höherer Margen bei einigen Grundprodukten konnte das Ergebnis im Segment Chemicals deutlich gesteigert werden.

In Südamerika, Afrika, Naher Osten übertraf der Umsatz im 3. Quartal den Wert des Vorjahresquartals um 10 % in lokaler Währung und um 26 % in Euro. Vor allem der erfolgreiche Start in die neue Anbausaison bei Agricultural Solutions in Südamerika trug dazu bei. Das Ergebnis der Region fiel aufgrund von Einmaleffekten unter das Niveau des Vorjahresquartals zurück.

Segment Plastics
Die Produktnachfrage bei Plastics blieb im 3. Quartal 2010 stark; der Umsatz lag deutlich über dem Niveau des Vorjahresquartals. Obwohl sich das Geschäft mit Kunden aus der Automobil- und Bauindustrie in den Sommermonaten üblicherweise abschwächt, ging es im 3. Quartal 2010 kaum zurück. Das Ergebnis konnte bei hoher Anlagenauslastung erheblich verbessert werden.