27.06.2013

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BASF: Neuer Bereich Performance Materials vereint Material-Know-How

Die BASF hat im Januar 2013 den neuen Bereich Performance Materials geschaffen. Im Sinne einer Differenzierung nach Geschäftsmodellen und Kundenanforderungen sind nun Einheiten mit Kunden- und Branchenfokus stärker von Einheiten mit Chemie- und Produktionsfokus getrennt. Der neue Bereich bündelt das werkstoffliche Know-How und die Kunststoffe der BASF unter einem Dach.

Plattform für Materialien
Die Produktgruppen umfassen bei den Polyurethanen die Polyurethan-Systeme, die thermoplastischen Polyurethane und die "Cellasto"-Dämpferelemente; die duroplastischen Epoxy-Harze, die technischen Kunststoffe, funktionale Schäume wie "Basotect", "Neopolen" und die Biopolymere sowie die styrolbasierten Schaumstoffprodukte wie "Neopor" oder "Styrodur". Der Unternehmensbereich ist damit in einer Vielzahl von Branchen unterwegs, in den etablierten Industrien wie Automobil, Bau, Elektro & Elektronik, in der Schuh- und Kühlgeräteindustrie ebenso wie in den jungen, aufstrebenden Industrien rund um alternative Energie. Im ersten Quartal 2013 betrug der Umsatz des neuen Bereichs Performance Materials 1,6 Milliarden Euro.

Das Ziel ist dabei, weiterhin profitabel zu wachsen, die etablierten Absatzmärkte noch besser zu bedienen, an attraktiven Wachstumsmärkten teilzunehmen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Viele Kundenbranchen sind für ihre Innovationen in wachsendem Maße auf breite Materialexpertise angewiesen, über die sie jedoch oft selbst nicht verfügen. Hier können die BASF-Materialexperten mit ihren vielfältigen Produkten und ihrem Verständnis für anwendungsorientierte Systemlösungen sehr viel beitragen. Der neue Bereich will dieses vielfältige Wissen intern so vernetzen, dass es kontinuierlich Innovationen möglich macht und dem Unternehmen bei den Kunden zu noch mehr Erfolg verhilft. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz und den Abbau von Schnittstellen soll ermöglicht werden, einzigartige Lösungsangebote und Services zu bieten und gleichzeitig die Wertschöpfung der BASF weiter zu erhöhen. Performance Materials ist die BASF-Plattform für Materialien.

Baudämmstoff-Portfolio bekommt Zuwachs
Die Performance steckt dabei beispielsweise in der umfangreichen Bau-Dämmstoffexpertise: Die EPS-Dämmstoffe wie Neopor und Styrodur sind nun mit der Vielzahl von Polyurethan-Dämmstoffen aus dem "Elastopor"-, "Elastopir"- und "Elastospray"-Sortiment zusammengeführt. Aus diesem umfangreichen Angebot können die Bauexperten der BASF eine Lösung für den Kunden zusammenstellen. Neu ist ein PUR-Hochleistungsdämmstoff, der frisch aus der Forschung kommt und mit außerordentlich hohen Wärmedämmwerten aufwartet. Er ist eine Art festes Aerogel und wird in zwei bis drei Jahren auf den Markt kommen.

Neue Automobil-Kunststoffe
Auch für den Automobilsektor sind nun alle Materialien unter einem Dach zu haben, von technischen Thermoplasten über das duroplastische Epoxidharz bis hin zum Polyurethanschaum für Sandwichkonstruktionen. Die verschiedenen Verbundwerkstoffe (Composite-Materialien) stehen jetzt so nah beieinander, dass sie zu hohen Synergien führen können. Den ersten Schritt in den Markt der Composites macht die BASF zur K 2013 mit dem neuen Produkt- und Serviceangebot "Ultracom", das als besondere Innovation fertige faserverstärkte Halbzeuge, thermoplastische Umspritzmassen aus dem "Ultramid"-Sortiment und ein umfangreiches Servicepaket für die Verbundbauteilherstellung umfasst. Der Fokus liegt auf Karosseriebauteilen und Strukturbauteilen im Chassis: Sie ermöglichen den Angaben zufolge eine weitere Gewichtsreduktion am Fahrzeug von bis zu 60 % pro Bauteil gegenüber Stahl. Der Markt für Composite-Bauteile insgesamt wird nach Schätzungen der BASF 2025/2030 etwa zwei Milliarden Euro umfassen. Um hier aktiv mitgestalten zu können, investiert die BASF in den nächsten drei Jahren einen hohen zweistellen Millionenbetrag in Forschung und Entwicklung von thermoplastischen und duroplastischen Verbundwerkstoffen.

Die BASF fordert die Automobilhersteller explizit auf, zusammen mit dem Unternehmen in den nächsten drei Jahren die Leichtbaulösungen der Zukunft zu bewerten und erste Serienbauteile auf Basis der BASF-Materialplattform zu entwickeln.

Neuer Schaumstoff für einen neuen Laufschuh
Eine sehr öffentlichkeitswirksame Innovation kommt aus dem Hause adidas, die ohne ein neuartiges Material der BASF nicht möglich gewesen wäre: Auch hier hat der Blick über den Tellerrand einzelner Materialien und Technologien hinweg eine außerordentliche Innovation ermöglicht. Das weltweit erste expandierte thermoplastische Polyurethan (E-TPU) wird nun offiziell in den Markt eingeführt und erhält den Handelsnamen "Infinergy". Das erste große Serienprojekt mit diesem Material ist der neue Laufschuh Energy Boost von adidas. Bei der Materialentwicklung konnte das Wissen über thermoplastische Polyurethane mit dem Technologie-Knowhow zum Erzeugen von Partikelschäumen verknüpft werden. Das Ergebnis ist ein Schaumstoff, der laut Anbieter außerordentlich hohe Anforderungen an Rückstellkraft erfüllt bei gleichzeitig hoher Dauerbelastbarkeit.

Infinergy kann über die Schuhanwendung hinaus überall dort zum Einsatz kommen, wo Kunden die Kombination von geringem Gewicht, außerordentlichen mechanischen Eigenschaften und einer hohen Dauerbelastbarkeit in einem breiten Temperaturbereich verlangen. Mögliche Anwendungen sind zum Beispiel Sportböden. Daneben könnte Infinergy auch dort Gummi als Dämpfungselement ersetzen, wo ein Material mit geringem Gewicht gefragt ist, wie in Fahrradschläuchen.

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