16.03.2012

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BASF: Pilotprojekt mit kompostierbaren Bioabfalltüten in Berlin erfolgreich abgeschlossen

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) und die BASF haben ein gemeinsames Pilotprojekt zur Nutzung von Biobeuteln aus dem kompostierbaren Kunststoff Ecovio® FS erfolgreich abgeschlossen. Über 21.000 Haushalte in den Stadteilen Prenzlauer Berg und in Hellersdorf erhielten im September 2011 je ein Testpaket mit zehn Biobeuteln. Darüber hinaus wurde 3.700 Haushalten in Hellersdorf zusätzlich ein Vorsortierbehältnis für die Küche zur Verfügung gestellt, um die Sammlung des Bioabfalls weiter zu vereinfachen. Rund 80 % der befragten Bürger waren mit den Tüten zur Bioabfallsammlung zufrieden, heißt es in einer gemeinsamen Presse-Information von BASF und BSR. Die Zahl der Fehlwürfe, also der konventionellen, nicht-abbaubaren Tüten in der Biotonne, sei während des Testeinsatzes der Biobeutel deutlich zurück gegangen: In Prenzlauer Berg sank die Fehlwurfquote demnach um 37%, in Hellersdorf um bis zu 67%. Die Menge an gesammeltem Bioabfall entwickelte sich während des Projekts positiv und stieg im vierten Quartal 2011 um etwa 10%. Das sei eine Zunahme entgegen der üblichen saisonalen Trends: Im Vergleichszeitraum sank die Bioabfallmenge in anderen Berliner Stadtteilen um 20%.

Jeder der teilnehmenden Haushalte erhielt das Testpaket mit den Bioabfalltüten aus dem bioabbaubaren und kompostierbaren Kunststoff Ecovio FS der BASF kostenfrei per Postwurfsendung, zusammen mit einer Informationsschrift. Die Bürger wurden gebeten, die Tüten in den folgenden drei Monaten zur Entsorgung ihres Bioabfalls zu nutzen.

Ergebnis des Pilotprojekts: Mehr Hygiene in der Bioabfallsammlung
Knapp 80 % der Bürger in den beiden Berliner Stadtteilen sind laut einer Umfrage der Universität Mannheim, die bereits die Analyse eines Vorgängerprojekts durchgeführt hat, zufrieden oder sehr zufrieden mit den neuen Bioabfalltüten. Knapp 30 % der Befragten hatten den Bioabfall wegen verschmutzter Sammelbehälter bisher nicht regelmässig getrennt, 23 % wegen des unangenehmen Geruchs.

Die luftdurchlässigen Ecovio-Tüten sind überwiegend biobasiert und erfüllen die europäische Norm EN 13432 für kompostierbare Kunststoffe. Gemäss der Novellierung der Bioabfallverordnung Ende 2011 dürfen die Beutel für die Bioabfallsammlung eingesetzt werden.

"Für uns war entscheidend, dass die Bürgerinnen und Bürger die Tüten annehmen, dass die Zahl der Fehlwürfe zurückgeht und die Bioabfallsammlung für die Bürger komfortabler wird. Eine höhere Akzeptanz der Bioabfallsammlung hilft auch, die getrennt erfassten Mengen zu steigern. So kann jetzt mehr wertvoller Kompost erzeugt werden. Ab 2013 stellen wir dann in unserer Vergärungsanlage Biogas zur Betankung unserer Müllsammelfahrzeuge her und werden die angefallenen Gärreste zu Kompost veredeln”, erläutert Frieder Söling von der Berliner Stadtreinigung.

Auch das Ingenieurbüro Kanthak & Adam, Beratungsbüro für Projekte in der Abfallwirtschaft in Berlin, das sich mit der Qualität der Bioabfälle und des Komposts beschäftigt hat, zieht eine positive Zwischenbilanz: "Die Beutel aus Ecovio FS waren nach zwei Dritteln der Kompostierzeit im Kompostwerk abgebaut und beeinträchtigten die Qualität des Kompostes nicht”, sagt Manfred Kanthak von Kanthak & Adam.

Bioabbaubare Kunststoffe der BASF: Ecovio und Ecoflex
Bei dem bioabbaubaren Kunststoff Ecovio® FS handelt es sich um eine Neuentwicklung der BASF: Das Material entsteht aus dem teilweise biobasierten Kunststoff (Polyester) Ecoflex® FS und PLA (Polymilchsäure), die fermentativ aus Maisstärke gewonnen wird. Durch diese Kombination bestehen die Tüten im Berliner Pilotprojekt überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen. Ähnlich wie der Bioabfall selbst wird Ecovio von Mikroorganismen mit Hilfe von Enzymen abgebaut. Entscheidend für diesen Abbau sei nur die Struktur der Moleküle und nicht die Herkunft der Rohstoffe. Am Ende der Kompostierung haben die Mikroorganismen die Tüten vollständig zu Kohlendioxid, Wasser und Biomasse umgesetzt.