08/09/2011

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BASF: Pilotprojekt mit kompostierbaren Biomülltüten im Landkreis Bad Dürkheim erfolgreich abgeschlossen

Der Landkreis Bad Dürkheim gestattet ab sofort die dauerhafte Nutzung von Biomülltüten aus dem kompostierbaren Kunststoff Ecovio ® FS der BASF. Drei Monate lang haben Bürger und lokale Entsorger die Tüten getestet. Das Ergebnis des Pilotprojekts: Die Bürger im Landkreis Bad Dürkheim sind laut einer Umfrage sehr zufrieden mit den neuen Mülltüten. Und auch das Biokompostwerk Grünstadt der GML Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH zieht eine positive Bilanz. Die Beutel aus Ecovio FS wurden vollständig abgebaut und beeinträchtigten die Qualität des Komposts nicht, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des AWB Bad Dürkheim und der BASF.

"Für uns war entscheidend, dass die Kompostqualität stimmt und dass die Tüten den Bürgerinnen und Bürgern das Trennen, Sammeln und Entsorgen von Bioabfall erleichtern. Deshalb gestatten wir die Verwendung der Ecovio-Beutel jetzt dauerhaft", gibt Erhard Freunscht, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Bad Dürkheim, bekannt.

Mit den Ecovio-Tüten lassen sich demnach Bioabfälle sauberer, hygienischer und unkomplizierter entsorgen als mit Papiertüten oder alten Zeitungen. Geruchsbelästigung und Ungezieferbefall werde vorgebeugt und das lästige Putzen des Sammelbehälters für Bioabfall in der Küche sollen entfallen.

"Gemeinsam mit Veolia Umweltservice West GmbH und der GML Abfallwirtschaftsgesellschaft hatten wir bereits 2009 gezeigt, dass die Tüten im Biokompostwerk Grünstadt tatsächlich abgebaut werden”, so Jürgen Keck, Leiter des globalen Geschäfts für bioabbaubare Kunststoffe der BASF. "In dem dreimonatigen Pilotprojekt wollten wir nun erfahren, ob die Bürger mit den Ecovio-Beuteln zufrieden sind. Auch war es uns wichtig sicherzustellen, dass die sehr hohe Kompostqualität im Landkreis Bad Dürkheim erhalten bleibt, wenn die Bürger die Ecovio-Beutel verwenden", ergänzt Jens Hamprecht, Globale Strategie und Innovationsmanagement, Geschäftseinheit Spezialkunststoffe der BASF.

Zum Projektstart Anfang April erhielten rund 65.000 Haushalte im Landkreis Bad Dürkheim jeweils zehn Biomülltüten aus dem kompostierbaren Kunststoff Ecovio FS. Die Bürger waren aufgerufen, ihre Bioabfälle in den Tüten zu sammeln und samt Beutel in der Biotonne zu entsorgen. Die unabhängige Beratungsfirma IBK-Solutions hat das Pilotprojekt begleitet und den Kompost im Biokompostwerk Grünstadt untersucht. Darüber hinaus wurden die Bürger nach ihren Erfahrungen mit den Tüten befragt.

Kompostqualität unverändert
Die Analyse zeigte den weiteren Angaben zufolge, dass die biologisch abbaubaren Biomülltüten die Kompostqualität nicht beeinträchtigt haben. Der Kunststoff konnte demnach vollständig abgebaut werden. Die Biomülltüten aus Ecovio FS hätten keinen Einfluss auf die Zusammensetzung des Komposts: Dichte, Wasser- und Salzgehalt, pH-Wert, Nährstoffe, Anteil an organischer Substanz und weitere Bestandteile im Kompost seien unverändert geblieben. Auch optisch veränderte sich der Kompost demnach nicht. Das seien wichtige Kriterien, denn das Biokompostwerk verkauft den Humus unter anderem an Wein-, Obst- und Spargelbauern, die ihn zur Bodenverbesserung einsetzen. "Bereits nach drei Wochen konnten keine Reste der Ecovio-Folie mehr im Kompost gefunden werden. Und auch das im Biokompostwerk Grünstadt übliche Verfahren musste nicht geändert werden", sagt Frank Schwarz von Veolia Umweltservice. Georg Kosak, IBK-Solutions, ergänzt: "Unsere Analysen haben gezeigt, dass der Einsatz von Ecovio-Tüten zur Bioabfallsammlung im Landkreis Bad Dürkheim problemlos möglich ist und auf andere Sammelgebiete und Kompostierungsverfahren nach individueller Prüfung übertragen werden kann."

Zufriedene Bürger
Laut Umfrage waren knapp 90 Prozent der Bürger mit den Ecovio-Tüten zufrieden. Für mehr als die Hälfte der Befragten seien die Beutel sehr hilfreich bei der Bioabfallsammlung. Vor allem das bequemere Trennen von Biomüll ohne durchnässte Tüten und üble Gerüche sei bei den Bürgern sehr gut angekommen. Die Analyse von IBK-Solutions zeigte, dass die gefüllte Tüte nach der Sammlung in der Küche noch mindestens zwei Wochen gelagert werden könne, ohne dass Flüssigkeiten durchsickern. Gewünscht haben sich die Bewohner des Landkreises für die Zukunft Tüten verschiedener Größen sowie Vorrichtungen zum Tragen und Verschließen der Tüten. Auch sollte es mehr Verkaufsstellen geben. Diese Hinweise werden vom Tütenhersteller Weltplast bei der dauerhaften Einführung geprüft. Die kompostierbaren Ecovio-Tüten, die den Bürgern durch das Pilotprojekt bekannt sind, sollen weiterhin über zahlreiche Verkaufsstellen im Landkreis zu erwerben sein.

Mehr Biomasse
Ein zentraler Vorteil für die Abfallverwertung sei, dass die Entsorgungsunternehmen die Biomülltüten nicht aufwändig aussortieren müssen: Sie werden zusammen mit dem übrigen Bioabfall zu wertvollem Kompost, CO2 und Wasser. Sie könnten so dabei helfen, den Bürgern die Bioabfallsammlung zu erleichtern. Wenn überregional mehr kompostiert werden würde, könnte sich außerdem der Bioabfallanteil in der grauen Tonne verringern.

Die sogenannte Fehlwurfrate, also der Anteil unerwünschter, herkömmlicher Kunststoffe, habe sich durch die Verwendung der bioabbaubaren Kunststoffbeutel nicht verändert: Im Kompost seien während des Versuchs nicht mehr Tüten aus konventionellen, nicht abbaubaren Kunststoffen aufgetreten.

Bioabbaubare Kunststoffe: Ecovio und Ecoflex
Bei dem bioabbaubaren Kunststoff Ecovio ® FS handelt es sich um eine Neuentwicklung der BASF: Das Material entsteht aus dem teilweise biobasierten Kunststoff (Polyester) Ecoflex ® FS und PLA (Polymilchsäure), die aus Maisstärke gewonnen wird. Durch diese Kombination bestehen die Tüten im Bad Dürkheimer Pilotprojekt zu mehr als 50 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Ähnlich wie der Bioabfall selbst wird Ecovio von Mikroorganismen mit Hilfe von Enzymen abgebaut. Entscheidend für diesen Abbau ist nur die Struktur der Moleküle und nicht die Herkunft der Rohstoffe. Am Ende der Kompostierung haben die Mikroorganismen die Tüten vollständig zu Kohlendioxid, Wasser und Biomasse umgesetzt.