20.10.2015

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BASF: Rennyacht von Hugo Boss ganz in Schwarz

Die von Mercedes-Benz gesponserte "Imoca 60 Rennyacht Hugo Boss" von Alex Thomson Racing gilt als das erste gänzlich schwarze Segelboot der Welt. Möglich wurde dies durch die Beschichtung des Decks mit einem von BASF entwickelten Lack, der auf funktionellen Pigmenten des Unternehmens basiert. Im Oktober nimmt die Yacht, die vom britischen Segler Alex Thomson gesteuert wird, an ihrem ersten Ocean Masters World Championship-Rennen teil - der Transat Jacques Vabre.

Dass eine Yacht mit schwarzen Segeln ausgestattet ist oder einen schwarz lackierten Rumpf hat, ist nicht neu. Ein komplett schwarzer Deckaufbau gilt jedoch als ein Novum, denn bei starker Sonneneinstrahlung heizen sich dunkle Oberflächen enorm auf. Auch in den Innenräumen unterhalb des Decks kann es dann unangenehm heiß werden. Zudem könnten die Verbundwerkstoffmaterialien des Aufbaus der anhaltenden Temperaturbelastung nicht standhalten. Bei der Formulierung des Lacks kamen deshalb funktionelle Pigmente von BASF zum Einsatz. Sie sorgen nach Angaben des Anbieters dafür, dass auch mit dunklen Lacken beschichtete Flächen an heißen Tagen deutlich kühler bleiben können, indem Wärmeeinstrahlung reflektiert statt absorbiert wird. Verwendet wurden spezielle Pigmente der Marke "Paliogen", die für Nahes Infrarotlicht (NIR) transparent sind, sowie funktionelle NIR-reflektierende Pigmente der Reihe "Sicopal".

Großteil der Sonneneinstrahlung wird reflektiert
Die Pigmente sind eine innovative Lösung für solares Wärmemanagement: Durch ihren Einsatz wird ein großer Teil der einstrahlenden Sonnenenergie auf dem dunklen Deckaufbau reflektiert. Die Strahlung gelangt durch den Basislack hindurch. Der darunter befindliche Füller reflektiert das Sonnenlicht, sodass die Temperaturen auf der Lackoberfläche sowie im Innenraum des Bootes deutlich niedriger sind als beim Einsatz herkömmlicher Schwarz-Pigmente.

"Erst die Entwicklung dieser Lacktechnologie auf Basis der funktionellen Pigmente hat die schwarze Beschichtung des Decks möglich gemacht", betont Arno Tuchbreiter, Leiter Marketing Pigmente für industrielle Anwendungen bei BASF. "Durch die Sonneneinstrahlung würden sich die fensterlose Kajüte sowie der Innenraum des Bootes sonst zu stark aufheizen. Auch das Deck selbst würde zu heiß werden, sodass man es barfuß kaum betreten könnte, ohne sich zu verbrennen."

Großes Potenzial im Automobilbereich
Der Lack, der auf funktionellen Pigmenten basiert, ist nicht nur für Yachten und Schiffe geeignet, sondern auch für die Pkw-Branche sehr interessant. "Aus diesem Grund haben wir von Mercedes-Benz uns von Anfang an in den Entwicklungsprozess bei der BASF integriert und den Lack umfassend an unseren Fahrzeugen getestet. Wir können uns gut vorstellen, diesen in den nächsten Jahren in verschiedenen Modellen einzusetzen und prüfen eine Verwendung in der Serienproduktion", so Martin Bremer, Leiter Color and Trim Mercedes-Benz Design. Infolge des spürbar geringeren Aufheizens des Fahrzeuginnenraums sinkt der Bedarf an Kühlung durch die Klimaanlage. Dies trägt, insbesondere in Ländern mit hohen Durchschnittstemperaturen, deutlich zur Verringerung des Verbrauchs bei und senkt die CO2-Emissionen des Fahrzeugs.

Die einzigartige schwarze Yacht von Hugo Boss, die von der französischen Firma VPLP/Verdier entwickelt wurde, hat der namhafte Industriedesigner Konstantin Grcic gestaltet. Das Boot ist im September 2015 vom Stapel gelaufen. "Wir haben uns sehr gefreut, dass wir dieses Projekt gemeinsam mit Konstantin Grcic umsetzen und seine kreative Vision verwirklichen konnten", sagt Stewart Hosford, Geschäftsführer des Sportberatungsunternehmens 5 West Ltd. "In Zusammenarbeit mit BASF haben wir ein wirklich einmaliges Design entwickeln können. Ohne die Lieferfähigkeit und technische Leitungsfähigkeit von BASF wäre dies nicht möglich gewesen."

BASF jetzt offizieller Partner von Alex Thomson Racing
Seit kurzem ist BASF auch offizieller Partner des Hochsee-Segelteams Alex Thomson Racing. Das erste Rennen des britischen Skippers Alex Thomson mit der neuen Yacht wird die Transat Jacques Vabre sein, ein Zweihandrennen über 5.000 Meilen von Frankreich nach Brasilien, das am 25. Oktober beginnt. Im November 2016 folgt für Thomson als Höhepunkt das Hochsee-Rennen schlechthin - die Vendée Globe: Die Non-Stop-Regatta für Einhandsegler hat eine Länge von 26.000 Meilen und führt einmal um den Globus. BASF und Alex Thomson Racing haben eine zweijährige Partnerschaft vereinbart, die auch die Vendée Globe umfasst. BASF und Alex Thomson Racing wollen bei der Vermarktung der Pigmente und der Entwicklung von Designkonzepten zusammenarbeiten.

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