25.02.2011

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BASF mit Spitzenwerten 2010

Die BASF-Aktie erreichte im Dezember 2010 ein bisheriges Allzeithoch und stieg im Jahresverlauf um über 37 %. Bei Wiederanlage der Dividende betrug die Wertentwicklung der Aktie in 2010 sogar rund 43 %. Damit entwickelte sich die BASF-Aktie besser als die weltweiten Aktienmärkte.Anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens sagte der BASF-Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Hambrecht: "Wir haben 2010 bei Umsatz und Ergebnis Spitzenwerte erzielt. Insbesondere im Chemiegeschäft konnten wir die kräftige wirtschaftliche Erholung nutzen, die 2010 dynamischer verlief als zunächst von uns allen erwartet." Beim zweistelligen Umsatzwachstum kamen positive Impulse aus allen Regionen. Verglichen mit dem Jahr 2009 stieg der Umsatz insgesamt um 26 % auf 63,9 Milliarden €. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen verbesserte sich um 68 % und lag bei 8,1 Milliarden €. 2010 hat BASF wieder eine Prämie auf die Kapitalkosten verdient und dies mit einem Spitzenwert von 3,5 Milliarden €. Das Geschäftsumfeld war auch im vierten Quartal 2010 gut. Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahresquartal um 25 % gestiegen und hat mit 16,4 Milliarden € den höchsten Quartalswert im Jahr 2010 erreicht. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen lag dagegen mit rund 1,8 Milliarden € unter dem Niveau der Vorquartale.Gründe waren vor allem höhere Rückstellungen für das Long-Term-Incentive- Programm in Folge des zum Jahresende stark gestiegenen Aktienkurses der BASF, eine weitere Rückstellung für die zusätzliche Sonderzahlung in Höhe von 50 Millionen € an die Mitarbeiter weltweit als Dank für die exzellente Krisenbewältigung in den vergangenen beiden Jahren und einmalige Kostenbelastungen aus beschleunigten Instandhaltungs- und Restrukturierungsmaßnahmen in verschiedenen Bereichen, die einen optimalen Start in das Jahr 2011 ermöglichen sollen. Alles in allem ergaben sich daraus einmalige Ergebnisbelastungen von über 200 Millionen € im vierten Quartal 2010. Hambrecht: "Das Jahr 2011 hat für BASF sehr stark begonnen. Libyen macht uns allerdings Sorgen. Insgesamt sind wir optimistisch für das erste Quartal und das Gesamtjahr. Eine erfreuliche Konsequenz daraus ist, dass sich die Gesamtzahl der BASF-Mitarbeiter im laufenden Jahr weltweit um rund 2.900 erhöhen wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in Asien, aber auch in Deutschland rechnen wir mit 800 zusätzlichen Arbeitskräften, circa 500 davon in Ludwigshafen."Ausblick für das Gesamtjahr 2011
Die BASF-Prognose für das Gesamtjahr 2011 beruht auf folgenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen:Solides Wachstum der Weltwirtschaft (+3,3 %)Deutliches Wachstum der weltweiten Chemieproduktion (ohne Pharma) (+5,2 %)US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,35 US$ pro EuroÖlpreis von 90 USD/Barrel im Jahresdurchschnitt 2011Die BASF will 2011 bei Umsatz und Ergebnis der Betriebstätigkeit die Spitzenwerte des Jahres 2010 signifikant übertreffen. Der BASF-Chef: "Wir werden auch im Jahr 2011 eine hohe Prämie auf unsere Kapitalkosten verdienen. Was die aktuelle Lage in Libyen betrifft, hoffen wir auf eine baldige Beruhigung."Im Segment Chemicals lag der Umsatz 2010 preis- und mengenbedingt weit über dem Vorjahreswert. Bei einigen Produkten war zeitweilig das Angebot knapp. Gestiegene Rohstoffkosten konnten größtenteils über die Verkaufspreise weitergegeben werden. Insbesondere der Bereich Petrochemicals profitierte von dieser Entwicklung. Infolge gestiegener Margen, vor allem bei Grundprodukten, und höherer Mengen verbesserte sich das Ergebnis der Betriebstätigkeit des Segments stark. Auch bei Plastics konnte der Umsatz des Vorjahres weit übertroffen werden. Der konjunkturelle Aufschwung wichtiger Kundenindustrien belebte die Nachfrage spürbar. Insbesondere die Automobilindustrie erholte sich schneller als erwartet. Die BASF-Anlagen waren gut ausgelastet.Während die Preise bei Polyurethanes weitgehend stabil blieben, stiegen sie bei Performance Polymers vor allem infolge höherer Rohstoffkosten an. Bei insgesamt stabilen Margen hat sich das Ergebnis der Betriebstätigkeit stark verbessert.Das Segment Performance Products profitierte nicht nur von der wirtschaftlichen Erholung, sondern auch von der schnellen und erfolgreichen Ciba-Integration und der Restrukturierung der kombinierten Geschäfte. Nachfrage und Umsatz nahmen in allen Unternehmensbereichen zu. Besonders im ersten Halbjahr trug das Wiederauffüllen von Lägern in der gesamten Wertschöpfungskette dazu bei. Während die Sondereinflüsse aus der Ciba-Integration das Ergebnis der Betriebstätigkeit des Segments 2009 belasteten, haben Maßnahmen zur Fixkostenreduktion und konsequent realisierte Synergien das Ergebnis im Jahr 2010 stark verbessert.Bei Functional Solutions lag der Umsatz mengen- und preisbedingt weit über dem Vorjahresniveau. Bei Catalysts und Coatings führte vor allem die verbesserte Nachfrage aus der Automobilindustrie zu einer Absatz- und Umsatzsteigerung.Im Bereich Construction Chemicals stieg der Umsatz dagegen weniger kräftig. Dank einer strikten Kostendisziplin und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung leisteten alle drei Bereiche einen deutlichen Beitrag zum stark verbesserten Ergebnis der Betriebstätigkeit des Segments.Agricultural Solutions hat den sehr guten Umsatz des Vorjahres deutlich übertroffen. Bei Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden lag der Absatz über dem des Vorjahres. Rückläufige Preise wurden durch die Ausweitung des Geschäftsvolumens und positive Währungskurseffekte kompensiert. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit blieb trotz erhöhter Aufwendungen im Vertrieb sowie für Forschung und Entwicklung nahezu stabil.Im Segment Oil & Gas ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Ursachen waren in den beiden Arbeitsgebieten unterschiedlich: Bei Exploration & Production sanken die Mengen insbesondere auf Grund der OPEC-Förderrestriktionen in Libyen. Höhere Rohölnotierungen und ein stärkerer US-Dollar glichen dies jedoch nahezu aus. Bei Natural Gas Trading nahm der Absatz zu. Dennoch war der Umsatz auf Grund niedrigerer Gaspreise rückläufig. Trotz des Umsatzrückgangs verbesserte sich das Ergebnis der Betriebstätigkeit des Segments leicht.Der Umsatz von Sonstige nahm insbesondere auf Grund gestiegener Preise und höherer Absatzmengen bei Styrenics signifikant zu. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit von Sonstige ging jedoch zurück. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere höhere Aufwendungen für das Long-Term-Incentive-Programm. Gegenläufig wirkten ein verbessertes Währungsergebnis sowie der höhere Ergebnisbeitrag von Styrenics.Umsatz steigt in allen Regionen
In Europa erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert um 16 % und lag bei 35,2 Milliarden €. Im Chemiegeschäft übertraf der Umsatz mit 19,4 Milliarden € sogar das Vorkrisenniveau. Verglichen mit dem Jahr 2009 erzielte die BASF einen Anstieg um 32 %. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit hat sich mit 5,2 Milliarden € im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Dazu trug vor allem das gute Ergebnis im Chemiegeschäft bei. In Nordamerika stieg der Umsatz um 41 % auf 13,2 Milliarden €. In lokaler Währung erhöhte er sich um 34 %.Fast alle Segmente konnten Absatz und Umsatz gegenüber den Vorjahreswerten erheblich steigern. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit erreichte im Jahr 2010 mit 1,1 Milliarden € einen Spitzenwert und übertraf das Vorjahresniveau um 604 Millionen €. In der Region Asien, Pazifischer Raum erhöhte sich der Umsatz um 46 % auf 11,6 Milliarden €. In lokaler Währung wuchs der Umsatz um 35 %. Er konnte in allen Segmenten, insbesondere im Chemiegeschäft, gesteigert werden. Beim Ergebnis der Betriebstätigkeit erzielte die BASF mit rund 1,3 Milliarden € einen Spitzenwert, der um 768 Millionen € über dem Vorjahr lag. Asien werde damit immer mehr zu einem stabilen Ergebnisträger der BASF-Gruppe, so heißt es. In Südamerika, Afrika, Naher Osten lag der Umsatz weit über dem Niveau des Vorjahres: Er erhöhte sich um 31 % auf 3,8 Milliarden €. In lokaler Währung lag der Umsatz um 19 % über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit ging im Vorjahresvergleich um 104 Millionen € auf 177 Millionen € zurück. Grund hierfür seien einmalige Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen im Rahmen langfristiger Lieferverträge.

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