13.05.2014

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BMW und SGL verdreifachen Kapazität im Karbonfaserwerk Moses Lake

Dies gaben die Joint Venture-Partner SGL Group und die BMW Group am 9. Mai 2014 im Rahmen eines feierlichen Spatenstichs anlässlich des geplanten Ausbaus bekannt. In die Erweiterung des Standorts fließen 200 Mio. USD, zusätzlich zu den bislang bereits investierten 100 Mio. USD. Der Ausbau des Werks soll Anfang 2015 abgeschlossen sein. Damit werde das Werk in Moses Lake zum weltweit größten Karbonfaserwerk, so heißt es. Es entstehen rund 120 neue Arbeitsplätze, wodurch sich die Mitarbeiterzahl von derzeit 80 auf künftig etwa 200 Mitarbeiter erhöht. Der Ausbau des Standorts Moses Lake ermöglicht es der BMW Group, aufgrund der automatisierten Produktionsprozesse Karbonfasermaterialien künftig auch in anderen Modellreihen zu wettbewerbsfähigen Kosten und in hoher Stückzahl einzusetzen. Derzeit produziert das Werk Moses Lake auf zwei Fertigungslinien rd. 3000 jato Karbonfasern exklusiv für BMW i. Bereits bis Sommer dieses Jahres wird SGL Automotive Carbon Fibers in Moses Lake eine bereits im Bau befindliche dritte und vierte Fertigungslinie in Betrieb nehmen, womit sich die Kapazität des Werks auf 6000 jato verdoppelt. Mit dem Spatenstich für eine fünfte und sechste Fertigungslinie verdreifacht sich die Kapazität mittelfristig auf 9000 jato. Die für die Produktion der Karbonfasern benötigte Energie wird aus Wasserkraft gewonnen. "Moses Lake setzt durch eine hochautomatisierte Karbonfaserproduktion und stringente Qualitätsstandards neue Maßstäbe in der Industrie. Es ist der derzeit am schnellsten wachsende Karbonfaserstandort der Welt. Gemeinsam mit der BMW Group leisten wir Pionierarbeit, um den Werkstoff CFK in der automobilen Großserienfertigung zu etablieren. Im Materialmix mit anderen Werkstoffen eröffnen sich mit CFK neue Perspektiven im Leichtbau für eine umweltfreundliche Mobilität", erläuterte Dr. Jürgen Köhler, CEO der SGL Group. Dr. Klaus Draeger, Vorstand Einkauf und Lieferantennetzwerk der BMW AG: "CFK ist ein Schlüsselmaterial für die Automobilindustrie des 21. Jahrhunderts. Es spielt bei der Suche nach immer leichteren Materialien zur Reduzierung des Fahrzeuggewichts und damit des Kraftstoffverbrauchs und CO2-Ausstoßes eine entscheidende Rolle. Im Zuge eines intelligenten Materialmixes werden wir den Werkstoff künftig nicht nur in unseren BMW i- und BMW M-Modellen einsetzen. Durch die Verbindung der Expertise der SGL Group und unseres Know-hows in der Großserienfertigung von CFK-Komponenten sind wir in der Lage, den ultraleichten Hightech-Werkstoff auch für andere BMW-Modellreihen wettbewerbsfähig in Großserie zu fertigen." Das Kabonfaserwerk in Moses Lake ist ein wichtiger Bestandteil der von beiden Unternehmen verfolgten Strategie zur industrialisierten Großserienfertigung von karbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) für den Einsatz in zukünftigen Fahrzeugkonzepten. Die in Moses Lake produzierten Karbonfasern werden bislang ausschließlich für die BMW i-Modelle verwendet. Seit Jahresanfang hat das Werk in Leipzig bereits mehr als 5000 BMW i3 produziert. Derzeit werden rund 100 Fahrzeuge pro Tag gebaut. Darüber hinaus setzt die BMW Group seit über zehn Jahren auch in den BMW M-Modellen auf den Einsatz des leichten Werkstoffs. Andreas Wüllner, Geschäftsführer der SGL Automotive Carbon Fibers: "SGL Automotive Carbon Fibers hat es geschafft, innerhalb von nur vier Jahren zum größten Karbonfaserstandort der Welt zu wachsen. In der Automobilindustrie wird CFK immer häufiger zu finden sein, denn es ist ein Werkstoff der Zukunft." Für die Herstellung von Karbonfaser-Verbundwerkstoffen für Automobile sind mehrere Arbeitsschritte erforderlich. Das dazu benötigte Vorprodukt, ein Precursor auf Basis von Polyacrylnitrilfasern, wird von dem Joint Venture zwischen der SGL Group und dem japanischen Unternehmen Mitsubishi Rayon in Otake, Japan, produziert. Im nächsten Schritt werden die Polyacrylnitrilfasern dann am Standort Moses Lake zu den eigentlichen Karbonfasern verarbeitet. Aus diesen wiederum entstehen am zweiten Joint Venture-Standort in Wackersdorf textile Karbonfasergelege. Diese bilden das Ausgangsmaterial für die Herstellung von CFK-Karosseriekomponenten an den BMW-Standorten Landshut und Leipzig. In den BMW i-Modellen nimmt CFK bereits einen bedeutenden Anteil am Werkstoffmix ein - erstmals in diesem Ausmaß und erstmals in Großserienfertigung. Durch das Joint Venture sichert sich die BMW Group langfristig den Zugang zu diesem Werkstoff.

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