04.05.2012

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Balda: Kunststoffverarbeiter stellt strategische Weichen - Hoher Konzerngewinn im ersten Quartal 2012

Der Balda-Konzern hat im ersten Quartal 2012 wichtige Weichenstellungen für die künftige Entwicklung vorgenommen, teilt das Unternehmen mit. Der seit 1. Januar dieses Jahres amtierende Vorstand trieb die Planungen für die strategische Ausrichtung des Kunststoffverarbeiters demnach voran und setzte erste Maßnahmen um. Der im Berichtszeitraum erfolgte Teilverkauf der Beteiligung an dem chinesischen Touchscreenhersteller TPK Holding Co., Ltd. führte zu einem hohen Quartalsgewinn nach Steuern in Höhe von 133,6 Millionen Euro. Im operativen Geschäft schlossen die beiden Segmente Medical und Electronic Products bei Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal noch unter den Vorjahreswerten ab. Für das gesamte Kalenderjahr 2012 bestätigte der Vorstand seine bisherigen Aussagen.

Dominik Müser, Vorsitzender des Vorstands der Balda AG: "Balda hat im ersten Quartal gute Fortschritte gemacht auf dem Weg zu einem innovativen Unternehmen der Kunststoffverarbeitung, dessen operative Geschäfte nachhaltig profitabel sind und wieder wachsen. Wir haben nun eine klare Vorstellung, wie unsere Medical-Aktivitäten in den kommenden Jahren in eine neue Größenordnung geführt werden können. Und die Restrukturierung unserer Sparte Electronic Products befindet sich voll im Plan und soll bis zum vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden. Insgesamt bleibt 2012 für Balda ein Jahr des Übergangs."

Umsatz- und Ertragskennzahlen Q1 2012
• Der Balda-Konzern erreichte einen Umsatz von 12,2 Millionen Euro, 9,4 % weniger als im Vorjahreszeitraum (13,5 Millionen Euro). Als Gründe für den Rückgang werden Verzögerungen bei Auftragsabrufen und Anlaufschwierigkeiten bei Neuprojekten im Segment Electronic Products genannt. Auch im Segment Medical wirkte sich demnach die Auftragsverschiebung eines Großkunden dämpfend auf den Umsatz aus.

• Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei -3,1 Millionen Euro nach -1,0 Millionen im ersten Quartal 2011. Es war belastet durch den Umsatzrückgang und Mehrkosten, zum Beispiel für den temporären Einsatz von Leiharbeitnehmern im Segment Electronic Products.

• Das Finanzergebnis weist einen positiven Saldo von 136,9 Millionen Euro auf (Q1 2011: 7,0 Millionen Euro). Es ist geprägt von dem Ertrag aus dem Verkauf von 20 Millionen Aktien der TPK Holding, der zu Verkaufserlösen von 238 Millionen Euro führte. Dadurch reduzierte sich die Balda-Beteiligung an der TPK Holding von 16,1 % auf 7,6 %.

• Der Konzern weist vor diesem Hintergrund einen Quartalsgewinn nach Steuern von 133,6 Millionen Euro aus (Q1 2011: 4,4 Millionen Euro).

• Das Ergebnis je Aktie (auf Basis von 58,89 Millionen Aktien) beläuft sich auf 2,27 Euro (Q1 2011: 0,07 Euro).

Entwicklung der operativen Konzernsegmente
• Das Segment Medical mit Sitz in Bad Oeynhausen erreichte in den ersten drei Monaten 2012 einen Umsatz von 6,0 Millionen Euro (Q1 2011: 6,8 Millionen Euro). Als Grund für den Rückgang werden Verzögerungen bei Auftragsabrufen eines neuen Kundenprojekts genannt. Das Geschäft soll aber im Laufe des Geschäftsjahres planmäßig anziehen. Das Segmentergebnis (EBIT) lag wegen der geringeren Erlöse und Mehrkosten für das Anlaufen neuer Produkte bei -0,5 Millionen Euro (Q1 2011: 0,2 Millionen Euro).

• Das in Malaysia ansässige Segment Electronic Products verzeichnete im ersten Quartal 2012 Umsatzerlöse von 6,2 Millionen Euro (Q1 2011: 6,6 Millionen Euro). Der Rückgang wird auf kundenbedingte Verschiebungen von Auftragsabrufen und den Produktionsanlauf neuer Projekte zurückgeführt. Das Segmentergebnis (EBIT) lag bei -1,2 Millionen Euro (Q1 2011: -0,8 Millionen Euro), auch bedingt durch Zusatzkosten zur Qualitätssicherung und zur Abwicklung von Aufträgen. Im Rahmen der zu Jahresbeginn gestarteten Restrukturierung wurden Prozesse und Strukturen des Segments deutlich gestrafft und optimiert. Insgesamt befinde sich dieser Prozess voll im Plan.

Ordentliche Hauptversammlung am 11. Mai 2012
Den Aktionären der Balda AG sollen auf der ordentlichen Hauptversammlung am 11. Mai 2012 in Bielefeld wichtige Beschlüsse für die Zukunft der Gesellschaft vorgeschlagen werden. Dazu zählt die Umstellung des Geschäftsjahres auf den Stichtag 30. Juni, was zu einem Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 30. Juni 2012 führen würde. Dies würde erlauben, auf einer weiteren Hauptversammlung im Herbst erneut eine Sonderdividende aus den Erlösen des TPK-Teilverkaufs zu zahlen, nachdem bereits am 11. Mai die Ausschüttung von 1,30 Euro je Aktie auf der Tagesordnung steht.

Überdies sollen den Aktionären ein neues genehmigtes Kapital und die Ermächtigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen zum Beschluss vorgelegt werden. Diese Kapitalmaßnahmen, die reine Vorratsbeschlüsse seien, sollen der Zukunftssicherung von Balda dienen.

Update zur Neuausrichtung des Konzerns
Ziel der laufenden Neuausrichtung von Balda sei, den Konzern in eine Phase profitablen Wachstums zu führen und aus dem operativen Geschäft heraus nachhaltig dividendenfähig zu machen.

Im Segment Medical sollen die Internationalisierung erhöht, das Leistungsspektrum und die Kundenbasis ausgeweitet und die eigene Wertschöpfung vertieft werden. Dazu werden derzeit potenzielle Akquisitionsziele im Ausland identifiziert, wobei im ersten Schritt der US-amerikanische Markt Priorität haben soll. Ziel sei es, das Segment durch maßvolle Akquisitionen mittelfristig in eine Umsatzgrößenordnung von mehr als 100 Mio. Euro zu führen (2010: 40 Mio. Euro).

Im Segment Electronic Products werde die Restrukturierung in allen Bereichen fortgesetzt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Sparte wiederherzustellen. Parallel dazu arbeite das Management an der Identifizierung von attraktiven Nischenmärkten, in denen Electronic Products sein technologisches Know-how einsetzen, auskömmliche Margen erzielen und organisch wachsen könne. Der Fokus liege dabei klar auf technisch anspruchsvollen Produkten, bei denen die vertrauensvolle Belieferung der Kunden zu gleichbleibender Qualität und zum richtigen Zeitpunkt ein wesentliches Erfolgskriterium sei. In dieser Hinsicht sieht Balda für sich strategische Vorteile, da der Standort Malaysia den vollständigen Prozess von Entwicklungsleistungen über Werkzeugbau, Spritzguss, Lackierung und Assemblying aus einer Hand anbieten könne.

Im nicht-operativen Segment Central Services (im Wesentlichen Funktionen der Holding) stehen 2012 die Anpassung der Strukturen an die deutlich reduzierte Größe des Konzerns nach dem 2011 erfolgten Verkauf des Segments MobileCom und die Realisierung entsprechender Kosteneinsparungen im Vordergrund.

Ausblick Kalenderjahr 2012
Für das Kalenderjahr 2012 geht Balda unverändert von einem Konzernumsatz in etwa auf Vorjahresniveau aus. Das Konzern-EBIT wird nochmals im negativen einstelligen Millionenbereich erwartet. Aufgrund der Erlöse aus dem Teilverkauf von Aktien der TPK Holding wird jedoch mit einem hohen Konzerngewinn nach Steuern gerechnet. Ziel sei unverändert, auch die verbliebene Restbeteiligung an der TPK Holding im laufenden Jahr wertoptimiert zu veräußern.