20.11.2014

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Bayer: Beschäftigung in Deutschland bis Ende 2020 gesichert - Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bei Bayer und MaterialScience

Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat des Bayer-Konzerns haben sich auf eine umfassende Gesamtbetriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung bei Bayer für die Jahre von 2015 bis 2020 verständigt. Die Vereinbarung konkretisiert die entsprechende Absichtserklärung, die am 18. September 2014 angesichts der Entscheidung des Aufsichtsrats, MaterialScience innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen, zwischen dem Konzernvorstand und den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat der Bayer AG getroffen worden war. Die Gesamtbetriebsvereinbarung (GBV) schließt betriebsbedingte Kündigungen sowohl bei Bayer als auch künftig bei MaterialScience in Deutschland bis Ende 2020 aus.

"Wir haben das klare Ziel, die Zahl der Arbeitsplätze trotz der bevorstehenden Veränderungen im Konzern sowohl weltweit als auch in Deutschland in den nächsten Jahren stabil zu halten. Die neue Gesamtbetriebsvereinbarung ist mit ihren weitreichenden Zusagen ein eindeutiges Bekenntnis zu unserem Heimatstandort und zum nachhaltigen Erhalt der Beschäftigung in Deutschland", erklärt Bayer-Personalvorstand Michael König.

"Mit der neuen GBV ist es uns gelungen, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen nach 2015 um weitere fünf Jahre bis 2020 zu verlängern - so lange wie bei keiner Beschäftigungssicherung seit 1997. Damit und mit den übrigen Regelungen der Vereinbarung haben wir die Beschäftigung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen des heutigen Bayer-Konzerns langfristig abgesichert und schaffen zudem gute Startbedingungen und Zukunftsperspektiven für die deutschen Standorte", betont Thomas de Win, Vorsitzender des Bayer-Gesamtbetriebsrats.

Beschäftigungssichernde Instrumente ebenfalls verlängert
Mit der neuen Gesamtbetriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung werden auch zahlreiche flankierende Vereinbarungen bis Ende 2020 verlängert, mit denen die bewährten Instrumente zum Beschäftigungserhalt geregelt sind. Dazu zählen insbesondere die GBV "Personalverbund", die den einfachen Wechsel von Beschäftigten zwischen den Konzerngesellschaften ermöglicht, die bestehende GBV über die interne Beschäftigungsorganisation "BayJob" sowie verschiedene weitere beschäftigungssichernde Maßnahmen, die seit 2008 in der "GBV zur Lösung von Beschäftigungsproblemen" zusammengefasst sind.

In "BayJob" sollen auch künftig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt werden, die nach einem etwaigen Verlust ihres Arbeitsplatzes nicht sofort auf eine andere Stelle wechseln können. Ziel bleibe auch in Zukunft die Vermittlung - auch gesellschaftsübergreifend - eines neuen Dauer-Arbeitsplatzes oder von temporären Einsätzen innerhalb des Konzerns. Außerdem sollen die betroffenen Beschäftigten an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen.

In der Vereinbarung sei zudem festgeschrieben, dass der bestehende Solidarpakt zur Bezahlung von vorübergehend nicht beschäftigten Arbeitnehmern unverändert fortgesetzt wird. Daran beteiligen sich alle Mitarbeiter - vom Vorstand bis zum Tarifbeschäftigten - mit maximal zehn Prozent ihrer variablen Bezüge.

Absicherung der deutschen Standorte
Ein weiterer Bestandteil der Beschäftigungssicherung ist die Zusage des Konzernvorstands, die bestehenden Unternehmensstandorte sowohl von Bayer als auch von MaterialScience in Deutschland abzusichern sowie die Forschung und Entwicklung am Standort zu stärken. Die Unternehmensführung verpflichtet sich im Zusammenhang mit dem Börsengang, keine Standorte zu schließen, bestehende Unternehmenszentralen sowie Forschungsaktivitäten in Deutschland zu belassen und vorgesehene Investitionen wie geplant vorzunehmen. Darüber hinaus werde MaterialScience auch nach dem Börsengang für mindestens drei Jahre erforderliche Leistungen der Bayer-Servicegesellschaften wie Bayer Business Services (BBS), Bayer Technology Services (BTS) und der Bayer Gastronomie (BayGast) sowie von der Currenta zu den für Bayer geltenden Konditionen abnehmen. "Mit diesen Zusagen erhalten die Beschäftigten von Bayer und MaterialScience die gerade jetzt so dringend benötigte Planungssicherheit für die kommenden Jahre", erläutert de Win.

Zukunftsperspektiven für junge Menschen
Bayer und MaterialScience wollen auch in Zukunft ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und sogar auf leicht erhöhtem Niveau Arbeits- und Ausbildungsplätze für junge Menschen bereitstellen. So wollen beide Unternehmen in den kommenden Jahren insgesamt 660 Ausbildungsplätze anbieten, wobei Bayer jährlich mindestens 520 und MaterialScience mindestens 140 Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen will. Diese Ausbildungskontingente können die Unternehmen wie bislang je nach Bedarf innerhalb bestimmter Bandbreiten auf die reguläre betriebliche Ausbildung, das Starthilfe-Programm und die "Ausbildungsinitiative Rheinland" (AIR) verteilen.

Zudem vereinbarten die Betriebsparteien, dass sie jährlich mindestens 200 Ausgebildeten ein unbefristetes Übernahmeangebot unterbreiten wollen. Von diesen unbefristeten Übernahmen entfallen 175 auf Bayer und 25 auf MaterialScience. Insgesamt 150 weitere Ausgebildete erhalten künftig ein auf zwei Jahre befristetes Übernahmeangebot, wobei Bayer mindestens 125 und MaterialScience 25 befristete Angebote aussprechen will. Zusätzlich werden beide Unternehmen bis Ende 2020 jährlich mindestens 175 Hochschulabsolventen aller Fachrichtungen einstellen, von denen 150 von den Gesellschaften des Bayer-Konzerns beschäftigt werden sollen und 25 von MaterialScience. "Bayer und MaterialScience werden auch in Zukunft attraktive und verantwortungsbewusste Arbeitgeber für junge Menschen sein", so König.

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