15.05.2014

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Bayer MaterialScience: CO2 als Baustein für Kunststoffe - 15 Mio. Euro für neue Produktionsstraße am Standort Dormagen

Das Treibhausgas Kohlendioxid wird zu einem Baustein für Kunststoffe: Nach erfolgreicher Testphase und vielversprechender Marktanalyse will Bayer 15 Millionen Euro in den Bau einer Produktionsstraße am Standort Dormagen investieren. Dort soll unter Einsatz von CO2 ein Vorprodukt für hochwertigen Polyurethan-Schaumstoff hergestellt werden. Die Anlage soll eine Produktionskapazität von 5.000 Tonnen pro Jahr haben. Die Genehmigungsunterlagen sollen in den nächsten Wochen bei der Bezirksregierung Köln eingereicht werden. Ziel des Projekts "Dream Production" ist es, mit ersten CO2-basierten Polyolen ab 2016 auf den Markt zu gehen. Bei Weiterverarbeitern von Polyolen und Polyurethanen besteht bereits deutliches Interesse, teilt das Unternehmen mit.

Hochwertige Polyole auf Basis von CO2 seien bislang nicht in kommerziellem Maßstab verfügbar. Die neuen Polyole von Bayer MaterialScience haben den weiteren Angaben zufolge mindestens die gleiche hohe Qualität wie konventionell hergestelltes Material und zusätzlich einen höheren Nachhaltigkeitseffekt: Indem in bestimmtem Umfang CO2 als Baustein verwendet werde, lasse sich ein Teil des erdölbasierten Grundstoffs Propylenoxid einsparen, auf dem Polyole normalerweise komplett beruhen. Die CO2-Bilanz des neuen Verfahrens sei deutlich besser als die herkömmliche Produktionsweise.

"Nachhaltiger zu handeln in allem was wir tun, ist wesentlicher Teil unserer Geschäftsstrategie. Das geschieht im Projekt Dream Production. Es ist uns gelungen, aus dem potenziell klimaschädlichen Abgas einen nützlichen Rohstoff zu machen. Das hilft der Umwelt und den Menschen - wir alle profitieren davon", sagt Patrick Thomas, Vorstandsvorsitzender von Bayer MaterialScience.

Erfolgreich gemeinsam mit Partnern
Bayer MaterialScience hat das Herstellungsverfahren gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft entwickelt. Dabei hat das Unternehmen den Katalysator entdeckt, der die chemische Reaktion in der geforderten effizienten Weise herbeiführt, und diesen gemeinsam mit der Forschungseinrichtung CAT Catalytic Center in Aachen weiterentwickelt. Das Verfahren wurde im Rahmen des mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungsprojekts "Dream Production" in einer Pilotanlage am Standort Leverkusen intensiv getestet. Gleichzeitig wurde der Marktbedarf untersucht.

Das neue Polyol dient zur Herstellung von Polyurethan-Schaumstoff, der in vielen Alltagsdingen wie Polstermöbeln, Schuhen, Autoteilen und zur Dämmung von Gebäuden und Kühlgeräten verwendet wird. Dr. Karsten Malsch, bei Bayer MaterialScience Projektleiter Dream Production, kündigt an: "Das erste große Einsatzgebiet wird voraussichtlich die Matratzen-Produktion sein."

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