10.01.2013

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Bayer MaterialScience: Erstmalig Upcycling-Polyurethan-Platten in Verbundfassade

Die Netzwerkpartner des EcoCommercial Building Programms (ECB) - Bayer MaterialScience, puren und AB-Polymerchemie - unterstützen ein Forschungs- und Lehrprojekt der Technischen Universität Berlin. Dieses prüft die Kombination innovativer und recycelter Materialien für neue technische und architektonische Anwendungen. Damit will das von Bayer MaterialScience initiierte Kompetenznetzwerk für nachhaltiges Bauen einen Beitrag leisten für die Forschung und Entwicklung zukunftsfähiger Gebäudekonzepte, die den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden berücksichtigen. Mit europaweit rund 20 Partnern biete das ECB Entscheidungsträgern in der Baubranche umfassende Beratungsleistungen und Materiallösungen für energieeffizientes, wirtschaftliches und ökologisches Bauen.

Experimentalbau mit nachhaltiger Materialkombination
Im Rahmen des Forschungsprojekts entwarfen und bauten knapp 20 Studierende einen "Weißen Pavillon" aus Holz und zeigten dabei neue Einsatzmöglichkeiten von Polyurethan in einer Verbundfassade: Als konstruktiven Fassadenbaustoff des Experimentalbaus setzten sie erstmalig Polyurethan-Pressplatten aus recyceltem Polyurethan-Dämmstoffresten ein. Für das Projekt der TU Berlin stellten Bayer MaterialScience, puren und AB-Polymerchemie neben finanzieller Hilfe verschiedene Materiallösungen zur Verfügung.

Der "Weiße Pavillon" steht mitten auf dem Gelände des Technologie- und Innovationsparks und bildet mit einer Grundfläche von etwa 5 x 7 m und 3 m Höhe einen deutlichen Kontrast zu den alten Backsteinbauten des ehemaligen AEG-Geländes. Die vier Türen des Containers lassen sich jeweils um 360° eindrehen, so dass die grün gestrichenen Innenseiten sichtbar werden und bereits von weitem signalisieren, wenn der Pavillon geöffnet ist.

Seitlich verfügt der Pavillon über vertikale, lichtdurchlässige Lamellen aus Polycarbonat-Doppelstegplatten aus Makrolon® von Bayer MaterialScience, mit denen sich leichtere und kostengünstigere Konstruktionen mit weniger Befestigungselementen und Verstrebungen umsetzen lassen sollen.

Die einzelnen Module des Pavillons bestehen aus Kiefernholzständern, die innen mit OSB‐Platten (Grobspanplatten) versehen sind. Bei Bauwerken aus Holz gelten stets besonders hohe Anforderungen an den Feuchtigkeitsschutz. Für die Haut der Fassade kamen erstmalig Polyurethan(PU)-Pressplatten aus recycelten PU-Dämmstoffresten zum Einsatz, die in einem speziellen Upcycling-Verfahren aus purenit gewonnen wurden. Der Funktionswerkstoff purenit des Herstellers puren gilt als besonders feuchtigkeits-, schimmel- und fäulnisbeständig. Die PU-Pressplatten fungieren als Dämmmaterial und sollen den Verlust von Heizenergie reduzieren. Für den Witterungsschutz wurden die purenit-Platten zusätzlich mit einer 2 bis 3 mm dicken PU-Spritzbeschichtung des Herstellers AB Polymerchemie versehen - auch diese Materialkombination ist den Angaben zufolge bisher einmalig. Abschließend erhielt der Pavillon einen weißen Anstrich.

Forschen für Gebäudekonzepte der Zukunft
Mit dem Pavillon haben sich die Studierenden einen eigenen Veranstaltungsort und ein Café auf dem Campus geschaffen. Der TU Berlin dient das Gebäude gleichzeitig zu Forschungszwecken, um das neuartige Fassadensystem unter praxistauglichen Bedingungen zu testen und zu evaluieren. Erste Anhaltspunkte zur Tragfähigkeit der PU-Pressplatten und der Verschraubung von purenit mit Holz gaben Abschertests und Auszugversuche in der Versuchshalle des Instituts für Bauingenieurwesen, die die Studierenden selbst durchführten. Die Ergebnisse sollen künftig Aufschluss geben über die Dauerhaftigkeit der neuen Fassadenkonstruktion. Das Pavillon-Projekt der TU Berlin entstand am Institut für Bauingenieurwesen des Fachgebiets "Entwerfen und Konstruieren - Verbundstrukturen" unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Schmied.