02.12.2014

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Bayer MaterialScience: Forschungsstark in die Eigenständigkeit - Innovation und Nachhaltigkeit im Fokus

Mit besonderer Konzentration auf Innovation und Nachhaltigkeit bereitet sich der Werkstoffhersteller Bayer MaterialScience auf seine geplante Eigenständigkeit vor. Diese beiden Faktoren seien wesentliche Treiber für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg, erklärte Richard Northcote vom Executive Committee des Unternehmens am Montag in Leverkusen. Bayer MaterialScience werde auch künftig innovative Produkte und Lösungen mit nachhaltiger Wirkung auf den Markt bringen und so dazu beitragen, globale Herausforderungen wie den Klimawandel, das Wachstum der Städte und die steigende Mobilität zu bewältigen.

Neben der gut gefüllten Innovationspipeline profitiere Bayer MaterialScience vor allem von seiner klaren und umfassenden Konzentration auf Nachhaltigkeit, betonte Northcote. Man wolle alle Aktivitäten darauf ausrichten, das Leben der Menschen zu verbessern, zur Bewahrung der Umwelt und der natürlichen Ressourcen beizutragen und Werte zu schaffen. "People, Planet, Profit - diesen Ansatz verfolgen wir konsequent und mit zunehmender Intensität", so Northcote. Die Aufgabe sei, dies im gesamten Unternehmen fest zu verankern: "Wir wollen und werden Nachhaltigkeit überall bei Bayer MaterialScience leben."

Über tausend Forscher und Entwickler
Entscheidend für den künftigen Erfolg ist zudem die Innovationsstärke des Unternehmens, wie Dr. Ulrich Liman, der Innovationschef von Bayer MaterialScience, betonte: "Ein systematisches Innovationsmanagement hilft uns, aus der Vielzahl der Ideen die aussichtsreichsten auszuwählen und die entsprechenden Projekte dann effizient und erfolgsorientiert zu managen." Im Unternehmen seien weltweit rund 1.200 Beschäftigte mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben betraut. Zu den großen Zentren zählten Leverkusen, Shanghai in China und Pittsburgh in den USA.

Auto-Dekorteile in einem Schritt
Zu den aktuellen Innovationen von Bayer MaterialScience zählt ein Produkt, das Windkraftanlagen verbessert und so zur Verbreitung der erneuerbaren Ernergien beitragen kann. Es handelt sich um ein so genanntes Infusionsharz auf Basis von Polyurethan, das laut Anbieter die Effizienz von Rotorblättern erhöht und deren Herstellung verkürzt. Für die Automobilindustrie hat das Unternehmen ein Verfahren entwickelt, mit dem hochwertige Kunststoff-Komponenten für den Fahrzeug-Innenraum in einem einzigen Schritt gefertigt und mit hochwertigem Dekor beschichtet werden können - die DirectCoating-/DirectSkinning-Technologie.

Kunststoffe aus CO2 herstellen
Im Bereich Entwicklung meldet Bayer MaterialSciende unter anderem neue Erfolge bei der Erforschung von Kohlendioxid als neuem Rohstoff in der Kunststoff-Herstellung. Dem Unternehmen ist es demzufolge im Labor gelungen, durch Einbau von CO2 noch einmal deutlich mehr Erdöl auf der Ebene von Vorprodukten einzusparen. Konkret geht es im Projekt "Dream Polymers" um eine neuartige Komponente (Polyoxymethylen-Polycarbonat-Polyol), deren Anteil an alternativen Rohstoffen bereits bei 40 Prozent liegen soll. Sie dient unter anderem zur Herstellung von thermoplastischen Polyurethanen, die beispielsweise für Skischuhe benötigt werden.

Bereits auf dem Weg zur wirtschaftlichen Nutzung ist demzufolge eine Technik, mit Hilfe des Treibhausgases eine zentrale Komponente für hochwertigen Schaumstoff (Polyurethan) zu produzieren. In dieser Chemikalie liegt der Anteil an Erdöl bei 80 Prozent. "Nun ist es uns gelungen, den Erdöl-Gehalt zur Herstellung anderer Kunststoffe auf nur noch 60 Prozent zu verringern", sagt Projektleiter Dr. Christoph Gürtler.

In dem neuen Verfahren wird Kohlendioxid doppelt genutzt. Zum einen wird das Treibhausgas direkt in ein neuartiges Vorprodukt (Polyoxymethylen-Polycarbonat-Polyol, POM PET)) eingebaut. Dadurch werden hier 20 Prozent Erdöl ersetzt. Zum anderen kommt das CO2 indirekt ins Spiel: Damit lässt sich eine Chemikalie herstellen, die dann wiederum in das Vorprodukt einfließt und für die Einsparung von weiteren 20 Prozent Erdöl sorgt. "Damit liegt der Anteil an alternativen Rohstoffen bereits bei 40 Prozent", betont Gürtler.

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