16.08.2010

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Bayer MaterialScience: Kohlenstoff-Nanoröhrchen machen Kajaks stabiler und schneller

Baytubes®, die Kohlenstoff-Nanoröhrchen von Bayer MaterialScience, halten jetzt auch Einzug beim Bau von Kajaks. Somit geht die Evolution bei diesen populären Booten weiter, die ursprünglich von den Inuit aus Holz, Knochen und Tierfell hergestellt wurden. Heute bestehen Kajaks dagegen meist aus Kunststoffen und Verbundmaterialien. Das norwegische Forschungsunternehmen Re-Turn AS mit Sitz in Gamle Fredrikstad hat nun Epoxid-Gelcoats mit Baytubes® modifiziert und damit verschiedene Kajak-Prototypen beschichtet. "Wir sind überzeugt, dass sie in einer Reihe von Eigenschaften die bislang üblichen Modelle übertreffen", sagt Stein Dietrichson, Geschäftsführer von Re-Turn AS.

Wenn die Außenhaut eines Kajaks, der Gelcoat, mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen verstärkt ist, sollte sie das Auftreffen auf einen Kiesstrand oder den Kontakt mit der Uferböschung deutlich besser überstehen. Viele herkömmliche Gelcoats, gerade auch die von besonders leichten und sportlichen Kajaks, reagieren hingegen sehr empfindlich auf äußere mechanische Einwirkung. Noch in einer anderen Hinsicht tragen die Röhrchen in einem Epoxid-Gelcoat dazu bei, dass der Spaß am Boot und damit am Paddeln besonders lange erhalten bleibt: Sie sorgen dafür, dass beim Kajak-Dauergebrauch seltener Risse entstehen und sich die Außenhaut weniger abnutzt. Schließlich absorbieren sie auch UV-Strahlung und vermindern somit deren ausbleichende und versprödende Wirkung.

Bei einem der Prototypen hat Re-Turn AS die äußere Hülle mit Baytubes® modifiziert. "Der Kajak wird dadurch ober- und unterhalb der Wasseroberfläche weniger verschmutzen und leichter zu reinigen sein", sagt Stein Dietrichson. Und er erhofft sich noch einen zweiten Effekt: "Auch sollte sich der Strömungswiderstand des Bootsrumpfes verringern." Das bedeutet eine höhere Geschwindigkeit bei gleichem Krafteinsatz - vor allem für sportlich ambitionierte Kanuten eine tolle Perspektive. Sie eröffnet sich auch durch Baytubes® im Epoxid-Grundkörper des Kajaks, den das Additiv stabiler und steifer macht. "So lässt sich das Boot leichter paddeln und ein größerer Kraftanteil in Geschwindigkeit umsetzen. Im neuen Gelcoat sind viele Erfahrungen aus der Entwicklung Nanotubes-verstärkter Schiffslacke eingeflossen, die bereits marktgängig sind", erläutert Dietrichson.

Noch in diesem Sommer sollen erfahrene Kajakfahrer die Prototypen von Re-Turn AS ausgiebig testen können. Derweil entwickeln die Experten des norwegischen Unternehmens in enger Kooperation mit Bayer MaterialScience bereits weitere Nanoröhrchenverstärkte Materialien, die künftig in Kajaks oder beispielsweise auch in den Rotorblättern von Windkraftanlagen zum Einsatz kommen sollen. "Immer mehr innovative Unternehmen erkennen, dass Baytubes® das enorme Potential haben, etablierten Werkstoffen ganz neue Eigenschaften zu verleihen", freut sich Dr. Raul Pires, Leiter der globalen Aktivitäten für Nanoröhrchen und Nanotechnologie-Produkte bei Bayer MaterialScience.

Weitere Informationen: www.bayermaterialscience.de, www.re-turn.no