10.11.2014

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Bayer MaterialScience: Neue Anlage für Vorprodukt von Hochleistungs-Polycarbonat "Apec" in Bitterfeld - JV verdoppelt für 50 Mio. Euro Produktionskapazität

In der ostdeutschen Chemieregion Bitterfeld hat das deutsch-japanische Gemeinschaftsunternehmen Hi-Bis eine weitere Anlage in Betrieb genommen, in der Spezial-Bisphenole hergestellt werden, die u.a. als Vorprodukt für den besonders temperaturfesten Hochleistungskunststoff "Apec" von Bayer MaterialScience dienen. Mit der rund 50 Millionen Euro teuren Anlage hat Hi-Bis die Produktionskapazität in Bitterfeld nun auf 10.000 Tonnen pro Jahr verdoppelt.

2014 hatte das Unternehmen in Bitterfeld eine erste Anlage in Betrieb genommen. Es war zugleich die erste japanische Investition in Sachsen-Anhalt überhaupt. Nun sei angesichts des stetig steigenden Bedarfs am Markt die Kapazitätsausweitung erforderlich geworden. Dadurch wurden 17 neue Arbeitsplätze und zwei Ausbildungsplätze geschaffen.

"Apec" ist eine Weiterentwicklung des Polycarbonates "Makrolon" hin zu höherer Wärmeformbeständigkeit. Es weist laut Bayer MaterialScience eine einmalig günstige Kombination von Zähigkeit, Transparenz, Lichtstabilität und Fließfähigkeit auf. Aufgrund seiner hohen Wärmeformbeständigkeit von bis zu 203 °C (VST/B 120) gilt "Apec" als idealer Werkstoff für Formteile, die wegen ihrer hohen thermischen Belastung nicht mehr mit Standard-PC realisierbar sind.

Für Bayer MaterialScience hob Dr. Rainer Rettig, Vertriebschef für Europa und andere Regionen, hervor, das Absatzwachstum für "Apec" sei ungebremst und liege deutlich über dem des gesamten Kunststoffmarktes von rund fünf Prozent pro Jahr. "Apec" eigne sich vor allem für anspruchsvolle Artikel, die hohen Temperaturen standhalten müssten - zum Beispiel Linsen von Autoscheinwerfern, Gehäuse für Leuchten oder Heißluftdüsen in Haartrocknern.

Produziert wird "Apec" bei Bayer MaterialScience im belgischen Antwerpen. Das Unternehmen ist mit zehn Prozent an Hi-Bis beteiligt. Die restlichen Anteile halten der japanische Mischkonzern Mitsui & Co (35 Prozent) und dessen Tochterunternehmen Honshu Chemical Industry (55 Prozent). In Bitterfeld unterhält der Bayer-Konzern einen wichtigen Produktionsstandort. Auf dem Werksgelände sind auch andere Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie angesiedelt.

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