01.08.2012

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Bayer MaterialScience: Starker Geschäftsverlauf im 2. Quartal 2012 - Jahresprognose erhöht

Der Bayer-Konzern meldet für das 2. Quartal 2012 eine ungebrochene Wachstumsdynamik und Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis vor Sondereinflüssen. "Angesichts des starken Geschäftsverlaufs heben wir unsere Jahresprognose für 2012 an", erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am Dienstag bei der Vorlage des Zwischenberichts. Bayer habe - auch dank positiver Währungseinflüsse - einen Umsatz von rund 10,2 Milliarden Euro und damit einen neuen Rekordwert erzielt. "Hierzu haben alle drei Teilkonzerne beigetragen, insbesondere CropScience mit einem weiterhin starken Zuwachs", so Dekkers. Dieser Teilkonzern erreichte im operativen Bereich neue Spitzenwerte für ein 2. Quartal - sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten EBITDA. HealthCare erzielte bei diesen Kennzahlen sogar das beste Quartal aller Zeiten. MaterialScience erwirtschaftete den höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte sowie das beste bereinigte EBITDA in einem 2. Quartal seit 2007. Das Konzernergebnis war im 2. Quartal 2012 durch Sondereinflüsse von 0,8 Milliarden Euro belastet. Darin ist eine Risikovorsorge für Rechtsfälle von 0,5 Milliarden Euro enthalten. Unter dem Strich ging das Konzernergebnis auf 0,5 Milliarden Euro zurück.

Der Konzernumsatz wuchs im 2. Quartal um 10,0 Prozent auf 10,177 (Vorjahr: 9,252) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entsprach das einem Plus von 5,0 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) sank um 41,1 Prozent auf 750 Millionen (1,273 Milliarden) Euro. Die Sondereinflüsse beliefen sich auf insgesamt minus 762 (minus 144) Millionen Euro. Hierin sind im Zusammenhang mit den oralen Kontrazeptiva Yasmin™/YAZ™ 496 Millionen Euro als Vorsorge für alle derzeit bekannten und von Bayer als vergleichswürdig angesehenen Fälle (venöse Blutgerinnsel) enthalten. Weitere Sonderaufwendungen fielen für außerplanmäßige Abwertungen immaterieller Vermögenswerte (137 Millionen Euro) und Restrukturierungsmaßnahmen (107 Millionen Euro) an. Das EBIT vor Sondereinflüssen verbesserte sich um 6,7 Prozent auf 1,512 (1,417) Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen stieg um 6,7 Prozent auf 2,172 (2,035) Milliarden Euro. Hierzu trugen auch positive Währungseffekte von ca. 70 Millionen Euro bei. Das Konzernergebnis sank aufgrund der hohen Sondereinflüsse um 33,9 Prozent auf 494 (747) Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 14,0 Prozent auf 1,47 (1,29) Euro.

Der Brutto-Cashflow verringerte sich im 2. Quartal vor allem aufgrund der Sonderaufwendungen um 20,0 Prozent auf 1,226 (1,532) Milliarden Euro. Der Netto-Cashflow lag insbesondere wegen deutlich höherer Steuerzahlungen mit 1,369 (1,530) Milliarden Euro um 10,5 Prozent unter Vorjahr. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich von 6,9 Milliarden Euro am 31. März 2012 auf 7,9 Milliarden Euro. Mittelzuflüsse aus der operativen Tätigkeit konnten Auszahlungen für die Dividende und Zinsen nur teilweise ausgleichen. Darüber hinaus führte der schwache Euro zu höheren Fremdwährungsschulden. Der bilanzierte Nettobetrag für Altersversorgungszusagen erhöhte sich im Vergleich zum 31. März 2012 von 8,1 Milliarden auf 9,3 Milliarden Euro, insbesondere aufgrund gesunkener langfristiger Kapitalmarktzinsen.

MaterialScience mit leichten Preis- und Mengensteigerungen
Im Geschäft mit hochwertigen Materialien stieg der Umsatz im zweiten Vierteljahr um 6,5 (wpb. 1,9) Prozent auf 2,962 (2,782) Milliarden Euro. "Insgesamt erzielte MaterialScience leichte Zuwächse bei den Absatzpreisen und -mengen", erläuterte Dekkers. Dabei konnten Preissteigerungen in den Regionen Lateinamerika/Afrika/Nahost, Nordamerika und Europa rückläufige Preise in Asien/Pazifik mehr als ausgleichen. Ein höheres Absatzvolumen erzielte der Teilkonzern in Asien/Pazifik, Lateinamerika/Afrika/ Nahost und Nordamerika, während die Mengen in Europa zurückgingen.

Der Umsatz mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) stieg - getragen von allen Produktgruppen - wpb. um 7,5 Prozent, während die hochwertigen Kunststoffe (Polycarbonates) wpb. um 10,2 Prozent unter Vorjahr lagen. Ursache hierfür waren vor allem gesunkene Preise in der Produktgruppe Granulate. Der Umsatz mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten wuchs wpb. um 2,9 Prozent, der Bereich Industrial Operations legte wpb. um 9,9 Prozent zu.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von MaterialScience erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 385 (372) Millionen Euro. Dieser Anstieg ist insbesondere auf höhere Absatzpreise, Einsparungen aus Effizienzsteigerungsmaßnahmen sowie positive Währungseffekte zurückzuführen. Gestiegene Rohstoffkosten wirkten sich hingegen negativ auf das Ergebnis aus.

Erfreuliche Zuwächse im 1. Halbjahr
"Im ersten Halbjahr haben wir den Umsatz und das Ergebnis vor Sondereinflüssen erfreulich gesteigert. Dazu hat insbesondere CropScience beigetragen", erläuterte Dekkers. Der Umsatz nahm um 8,4 (wpb. 5,1) Prozent auf 20,233 (18,667) Milliarden Euro zu. Das EBIT sank um 1,4 Prozent auf 2,387 (2,421) Milliarden Euro. Dagegen verbesserte sich das EBITDA vor Sondereinflüssen um 8,1 Prozent auf 4,614 (4,267) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag mit 1,544 (1,431) Milliarden Euro um 7,9 Prozent über Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 15,0 Prozent auf 3,15 (2,74) Euro.

Positive Entwicklung in den Wachstumsmärkten
Die Wachstumsmärkte leisteten im 1. Halbjahr einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Umsatzanstieg. Als solche hat Bayer die Regionen Asien (ohne Japan), Lateinamerika, Osteuropa sowie Afrika und Nahost definiert. Der Umsatz in diesen Märkten stieg in den ersten sechs Monaten wb. um 6,4 Prozent auf 7,027 Milliarden Euro, während die Industrieländer wb. um 3,6 Prozent zulegten.

Zuversicht für das 2. Halbjahr
"Nach dem guten Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2012 - insbesondere bei CropScience und HealthCare - sind wir auch für die zweite Jahreshälfte zuversichtlich", sagte Dekkers. Darüber hinaus profitiert Bayer von einem sehr vorteilhaften Währungsumfeld. Vor diesem Hintergrund hebt das Unternehmen seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr an. Dabei sind die Wechselkurse zum 30. Juni zugrunde gelegt. Bayer plant nunmehr für das Gesamtjahr auf wpb. Basis einen Umsatzanstieg von 4 bis 5 (bisher: 3) Prozent. Dies entspräche einem Konzernumsatz von ca. 39 bis 40 (bisher: 37) Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen plant Bayer jetzt im oberen einstelligen Prozentbereich zu steigern (bisher: leicht zu verbessern). Für das bereinigte Ergebnis je Aktie erwartet der Konzern eine Verbesserung um etwa 10 Prozent (bisher: leicht steigern). Über die bereits erfassten Sonderaufwendungen hinaus erwartet das Unternehmen im 2. Halbjahr weitere 0,1 bis 0,2 Milliarden Euro Aufwand aus den laufenden Restrukturierungsprogrammen.

MaterialScience erwartet, im 3. Quartal 2012 bei währungs- und portfoliobereinigtem Umsatz sowie EBITDA vor Sondereinflüssen an das gute 2. Quartal anzuknüpfen. Für 2012 plant der Teilkonzern unverändert einen wpb. Umsatz und ein um Sondereinflüsse bereinigtes EBITDA auf Vorjahresniveau.