27.08.2010

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Bayer MaterialScience: Umweltverträgliche Solarenergie-Kühlschränke für Swasiland

Swasiland im südlichen Afrika ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Bevölkerung lebt verstreut in Dörfern und muss sich aus der eigenen Landwirtschaft selbst ernähren. In dem warmen Land verderben Lebensmittel schnell, da es keine flächendeckende Elektrizitätsversorgung gibt, so dass gemeinschaftlich genutzte Kühlgeräte nur eingeschränkt ihren Dienst leisten können.

Die Firma Palfridge Ltd., ein in Swasiland ansässiger und im südlichen Afrika führender Hersteller von Kühlgeräten, hat eine umweltverträgliche Lösung für die Kühlung entwickelt. Das Unternehmen bietet Geräte mit einer besonders dickwandigen Isolierung aus Polyurethan (PUR)-Hartschaum an, die auf Rohstoffen von Bayer MaterialScience basiert.

Aufgrund seiner hervorragenden Dämmleistung wird PUR-Hartschaum weltweit im überwiegenden Teil der Kühlgeräteproduktion eingesetzt. "Die Polyurethan-Isolierung hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass im Zeitraum von 1950 bis 2005 der Energieverbrauch von Kühlschränken um 65 Prozent gesenkt werden konnte", sagt Robbie Buchanan, Experte für PUR-Wärmedämmung bei Bayer MaterialScience in Südafrika.

Die zehn Zentimeter dicke Dämmschicht in den Palfridge-Geräten sorgt dafür, dass der Inhalt selbst ohne Stromversorgung bis zu fünf Tage lang kühl gehalten werden kann - und das auch bei Außentemperaturen von mehr als 40 Grad Celsius.

Einige Produktlinien des Unternehmens sind zusätzlich mit je zwei 90-Watt-Solarmodulen pro Gerät ausgestattet, die den Betrieb von Kühlgeräten in Ländern mit intensiver Sonneneinstrahlung sehr gut unterstützen. "Dank dieser und weiterer Maßnahmen zur Effizienzsteigerung konnte der Energieverbrauch unserer Geräte gegenüber konventionellen Produkten deutlich gesenkt werden", freut sich Roy Singh, Technischer Direktor bei Palfridge.

Eine dauerhafte Kühlung ist für viele Menschen in Swasiland überlebenswichtig, nicht nur für die Aufbewahrung von Lebensmitteln, sondern auch bei der Lagerung von Medikamenten. Mehr als 25 Prozent der Bevölkerung sind HIV-positiv - eine der höchsten Raten der Welt - und damit auf Medikamente angewiesen, die kühl gelagert werden müssen. Ähnliches gilt für Malaria-Präparate.

Erst kürzlich hat Palfridge als erstes afrikanisches Unternehmen seine gesamte Produktion auf Kohlenwasserstoffe als natürliche Kältemittel umgestellt. "Dadurch konnte die Emission fluorhaltiger Gase deutlich gesenkt werden, insgesamt um 29.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent pro Jahr", so Roy Singh weiter. "Mit unseren Maßnahmen versuchen wir nicht nur, die Situation der Bevölkerung zu verbessern, sondern leisten auch einen kleinen Beitrag für den Klimaschutz." Das Projekt wurde im Rahmen des Proklima Programms der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH finanziert.