01.03.2011

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Bayer: Operativ auf Kurs - Ergebnis von MaterialScience verdreifacht

Der Bayer-Konzern hat seine Ziele im Geschäftsjahr 2010 erreicht. "Für uns war 2010 insgesamt ein gutes Jahr", sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am Montag anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen. "Mit 35,1 Milliarden Euro Umsatz verzeichneten wir den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte." Das Jahr 2010 sei von so nicht vorhersehbaren Umständen geprägt gewesen. So konnte vor allem der Teilkonzern MaterialScience schneller als erwartet wieder an das Vorkrisenniveau herankommen. Ebenfalls positiv wirkte sich die Währungsentwicklung aus. Auf der anderen Seite blieb der Geschäftsverlauf bei CropScience und HealthCare hinter den Erwartungen zurück. Für die weitere Geschäftsentwicklung zeigte sich Dekkers optimistisch: "Wir schauen zuversichtlich auf das laufende Jahr, in das wir erfolgreich gestartet sind." In den kommenden drei Jahren wolle Bayer zudem erhebliche Summen in seine Zukunft investieren. Bis 2013 seien insgesamt rund 15 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung sowie für Investitionen in Sachanlagen angestrebt.

Der Konzernumsatz stieg im Jahr 2010 um 12,6 Prozent auf 35,088 (Vorjahr: 31,168) Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte (wpb.) entspricht das einem Plus von 8,0 Prozent. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 9,7 Prozent auf 7,101 (6,472) Milliarden Euro. Hier wirkten sich positive Währungseinflüsse in Höhe von rund 0,4 Milliarden Euro aus. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen stieg um 18,0 Prozent auf 4,452 (3,772) Milliarden Euro.

Bereinigtes Ergebnis je Aktie um 15 Prozent auf 4,19 Euro gesteigert
Das Ergebnis des Bayer-Konzerns war im Geschäftsjahr 2010 durch Sondereinflüsse in Höhe von 1,722 (0,766) Milliarden Euro erheblich belastet. Darin waren 957 Millionen Euro für außerplanmäßige Abwertungen enthalten - unter anderem 405 Millionen Euro für die nicht zahlungswirksame Abschreibung des Firmennamens "Schering" aufgrund der neuen Markenstrategie. Rechtsfälle wurden mit insgesamt 703 Millionen Euro berücksichtigt, davon 526 Millionen Euro für ein angestrebtes Vergleichsprogramm sowie Rechts- und Verteidigungskosten im Zusammenhang mit Verfahren wegen gentechnisch veränderter Reispflanzen in den USA. Für Restrukturierungen wurden weitere 62 Millionen Euro berücksichtigt. Nach Sondereinflüssen verringerte sich das EBIT um 9,2 Prozent auf 2,730 (3,006) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis belief sich auf 1,301 (1,359) Milliarden Euro und lag damit um 4,3 Prozent unter Vorjahr. Dagegen verbesserte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie deutlich um 15,1 Prozent auf 4,19 (3,64) Euro.

Der Brutto-Cashflow stieg um 2,4 Prozent auf 4,771 (4,658) Milliarden Euro. Der Netto-Cashflow erhöhte sich sogar um 7,4 Prozent auf 5,773 (5,375) Milliarden Euro. "Zu dieser erfreulichen Verbesserung hat neben der positiven Ergebnisdynamik im Wesentlichen unser konzernweites Projekt zur Optimierung des Working Capital beigetragen", sagte Finanzvorstand Werner Baumann. Dank der strikten Kapitaldisziplin habe die Netto-Finanzverschuldung um 18,3 Prozent auf 7,917 (9,691) Milliarden Euro gesenkt werden können.

4. Quartal operativ sehr erfolgreich
"Operativ verlief das 4. Quartal für Bayer analog zum bisherigen Jahresverlauf ebenfalls erfreulich", führte Baumann aus. Der Umsatz stieg um 14,5 (wpb. 8,1) Prozent auf 9,012 (7,872) Milliarden Euro und das EBITDA vor Sondereinflüssen um 11,6 Prozent auf 1,689 (1,513) Milliarden Euro. "Hierzu haben insbesondere der kräftige Ergebnisanstieg bei MaterialScience sowie positive Währungseffekte beigetragen", erläuterte Baumann. Die im Vorjahresvergleich signifikant gestiegenen Sonderaufwendungen führten jedoch zu einem Rückgang des EBIT auf 51 (366) Millionen Euro. Das Konzernergebnis ging auf minus 145 (plus 153) Millionen Euro zurück, wohingegen sich das bereinigte Ergebnis je Aktie um 5,6 Prozent auf 0,95 (0,90) Euro verbesserte.

HealthCare von Generika-Konkurrenz und Gesundheitsreformen belastet
Im Gesundheitsgeschäft erhöhte sich der Umsatz im Gesamtjahr 2010 um 5,8 Prozent auf 16,913 (15,988) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht das einem Zuwachs von 1,7 Prozent.

Im Segment Pharma stieg der Umsatz um 4,2 (wpb. 0,9) Prozent auf 10,908 Milliarden Euro. Dabei konnte das Geschäft in den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika/ Afrika/Nahost deutlich ausgeweitet werden. In Nordamerika hingegen waren die Umsätze rückläufig, vor allem aufgrund des Wettbewerbs durch Generika bei den oralen Verhütungsmitteln der YAZ®-Familie in den USA. Negative Auswirkungen hatten auch die Gesundheitsreformen in verschiedenen Ländern. Unter den Top-Pharmaprodukten entwickelte sich das Blutermedikament Kogenate® besonders erfreulich: Mit einem Plus von währungsbereinigt (wb.) 10,3 Prozent überschritt das Präparat erstmals die Umsatzschwelle von 1 Milliarde Euro. Starke Zuwächse erzielte auch das Krebsmedikament Nexavar® mit einem wb. Plus von 11,7 Prozent. Dagegen gaben die Umsätze der YAZ®-Familie um wb. 15,8 Prozent nach, beim Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon®/Betaseron® lagen sie wb. um 5,0 Prozent unter Vorjahr.

Im Segment Consumer Health kletterte der Umsatz um 8,8 (wpb. 3,4) Prozent auf 6,005 Milliarden Euro. Zu diesem Wachstum trugen alle Regionen bei, insbesondere Nordamerika. Im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln (Consumer Care) erzielte das Schmerzmittel Aleve® mit wb. 18,7 Prozent den höchsten Umsatzzuwachs. Sehr erfolgreich entwickelten sich auch die Hautpflegemittel Bepanthen®/Bepanthol® mit wb. plus 12,0 Prozent. In der Division Medical Care war das Geschäft durch die negative Entwicklung des Diabetes-Care-Marktes in den USA belastet, wo der Umsatz sowohl preis- als auch mengenbedingt um wb. 20,3 Prozent zurückging. Erfolgreich verlief dagegen das Geschäft der Division Animal Health. Diese profitierte insbesondere von einem durch das US-Geschäft getriebenen wb. 14,6-prozentigen Umsatzplus der Advantage®-Produktlinie mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Bayer HealthCare ging um 1,4 Prozent auf 4,405 (4,468) Milliarden Euro zurück. Allein die Gesundheitsreformen in verschiedenen Ländern wirkten sich mit rund 160 Millionen Euro negativ auf Umsatz und Ergebnis aus. "Insgesamt rechnen wir aufgrund dieser Reformen auch im laufenden Jahr mit erheblichen Belastungen", sagte Dekkers.

CropScience: Rückläufiger Markt im klassischen Pflanzenschutz
Das Geschäft von CropScience verlief 2010 verhalten. Der Umsatz lag mit 6,830 (6,510) Milliarden zwar um 4,9 Prozent über Vorjahr, wpb. ergab sich jedoch ein Rückgang um 1,3 Prozent. Dies ist auf ein schwächeres Crop-Protection-Geschäft zurückzuführen, während Environmental Science/BioScience eine positive Entwicklung verzeichnete.

Im Pflanzenschutz (Crop Protection) erreichte der Umsatz 5,493 Milliarden Euro. Dies entspricht wb. einem Rückgang von 4,7 Prozent. "Starke Generika-Konkurrenz führte vor allem bei Herbiziden zu einem signifikanten Preisverfall. Hinzu kamen ungünstige Witterungsbedingungen in fast allen Regionen", erläuterte Dekkers. In einem rückläufigen Markt waren Einbußen auch bei der Saatgutbehandlung sowie im Fungizidgeschäft zu verzeichnen, während das Insektizidgeschäft zulegte. Insgesamt deutlich schwächer entwickelten sich die Umsätze in den Regionen Europa und Nordamerika, während in Asien/Pazifik und Lateinamerika/Afrika/Nahost erfreuliche Zuwächse erzielt wurden.

Das Segment Environmental Science/BioScience konnte den Umsatz um 23,1 (wpb. 15,6) Prozent auf 1,337 Milliarden Euro erheblich steigern. Im Geschäftsbereich Environmental Science konnte das Geschäft mit Produkten für private Konsumenten deutlich zulegen. Auch die Produkte für professionelle Anwender entwickelten sich positiv. Eine weiterhin dynamische Steigerung erzielte der auf Saatgut und Pflanzeneigenschaften spezialisierte Geschäftsbereich BioScience, vor allem in den Hauptkulturen Baumwolle, Raps, Reis und Gemüse. Damit konnte das BioScience-Geschäft seinen Expansionskurs erfolgreich fortsetzen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Teilkonzerns ging um 14,3 Prozent auf 1,293 (1,508) Milliarden Euro zurück. Dies war vor allem auf gesunkene Absatzmengen und Preise bei Crop Protection sowie auf erhöhte Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Bereich BioScience zurückzuführen. "Bei der bereinigten EBITDA-Marge mussten wir somit bei CropScience einen deutlichen Rückgang von etwas über 4 Prozentpunkten hinnehmen. Das ist schon eine Enttäuschung", so Dekkers.

Ergebnis von MaterialScience verdreifacht
Das Geschäft mit hochwertigen Materialien war durch die konjunkturelle Erholung nach der Wirtschafts- und Finanzkrise geprägt. Der Umsatz erhöhte sich um 35,0 (wpb. 30,1) Prozent auf 10,154 (7,520) Milliarden Euro. "Als wichtigen positiven Faktor sehen wir die gestiegene Nachfrage in den bedeutenden Abnehmerbranchen. Das betrifft vor allem die Automobilindustrie, die Elektronikindustrie und - in einigen Regionen - das Bauwesen", so Dekkers. Bei der Absatzmenge habe MaterialScience 2010 in Summe wieder das Vorkrisenniveau erreicht, bei den Preisen sei das insgesamt noch nicht der Fall gewesen.

Das Geschäft mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethane) legte wpb. um 27,8 Prozent zu. Hierzu trugen vor allem die wesentlich höheren Absatzmengen in allen Produktgruppen und Regionen bei. Die höchsten absoluten Steigerungen wurden dabei in Europa und Asien/Pazifik erzielt. Der Umsatz mit hochwertigen Kunststoffen (Polycarbonat) stieg wb. um 42,9 Prozent. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere die Granulate mit erheblichen Mengen- und Preissteigerungen. Das Geschäft mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten lag - dank einer signifikanten Zunahme der Absatzmengen - wb. um 27,2 Prozent über Vorjahr.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von MaterialScience verdreifachte sich auf 1,356 (0,446) Milliarden Euro. Hierzu trugen vor allem die wesentlich größeren Absatzmengen bei. Zudem profitierte der Teilkonzern von den erhöhten Absatzpreisen für seine Produkte, die den negativen Effekt aus gestiegenen Rohstoffpreisen überkompensieren konnten. Auch Effizienzverbesserungen wirkten sich positiv aus.

Aktionäre und Mitarbeiter werden am Unternehmenserfolg beteiligt
An dem Geschäftserfolg sollen sowohl die Aktionäre als auch die Mitarbeiter beteiligt werden. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Anhebung der Dividende auf 1,50 (1,40) Euro je Aktie vor. "Damit wollen wir unsere Aktionäre angemessen am verbesserten operativen Erfolg des Konzerns im vergangenen Jahr 2010 beteiligen. Und es ist ein Signal, dass wir optimistisch für die Zukunft sind", sagte Dekkers. Für die Beschäftigten weltweit seien allein im Rahmen des konzernweiten kurzfristigen Incentivierungs-Programms über eine halbe Milliarde Euro vorgesehen.

Größere personelle Vielfalt angestrebt
Auch in anderer Hinsicht beschäftigt sich Bayer intensiv mit der Entwicklung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zur aktuellen Diskussion über die Zahl von Frauen in Führungspositionen sagte Dekkers: "Die ins Spiel gebrachte gesetzliche Quote halten wir nicht für zielführend. Wir sind aber davon überzeugt, dass eine größere personelle Vielfalt gut für das Unternehmen ist." Der Vorstand habe daher eine Zielgröße beschlossen: Bayer wolle den Anteil der Frauen in Führungspositionen bis zum Jahr 2015 konzernweit in Richtung 30 Prozent entwickeln. Derzeit liege ihr Anteil weltweit bei knapp über 20 Prozent. "Wir sind optimistisch, unser Ziel innerhalb von fünf Jahren erreichen zu können", betonte Dekkers. Diversity beschränke sich aber nicht allein auf die Geschlechter-Verteilung. Genauso wichtig sei es, internationale Fach- und Führungskräfte weltweit zu fördern. Auch daran werde zurzeit intensiv gearbeitet.

"Innovationen und ihre erfolgreiche Vermarktung sind unsere Lebensader"
Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Stärkung der Innovationskraft von Bayer. "Innovationen und ihre erfolgreiche Vermarktung sind unsere Lebensader", sagte Dekkers. So habe das Unternehmen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Jahr 2010 um gut 11 Prozent auf einen neuen Rekordwert von knapp 3,1 Milliarden Euro erhöht. "Denn wir haben eine vielversprechende Produktpipeline, in die wir investieren", sagte der Vorstandsvorsitzende mit Hinweis zum Beispiel auf den innovativen Gerinnungshemmer Xarelto®, der bereits in 75 Ländern zur Prophylaxe von venösen Thromboembolien nach geplanten Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen vermarktet wird. Im Januar 2011 folgten weitere Zulassungsanträge zur Schlaganfall-Prävention bei Patienten mit Vorhofflimmern in der EU und den USA sowie zusätzlich zur Behandlung und Sekundär-Prophylaxe tiefer Venenthrombosen in der EU. "In diesen chronischen Indikationen liegt das Marktpotenzial von Xarelto®", betonte Dekkers. "Wir trauen Xarelto® einen jährlichen Spitzenumsatz von über 2 Milliarden Euro zu."

Vielversprechende Entwicklungskandidaten gibt es auch bei CropScience. Hier rechnet Bayer mit sechs neuen Substanzen, die zwischen 2010 und 2012 auf den Markt kommen und ein jährliches Spitzen-Umsatzpotenzial von insgesamt über 1 Milliarde Euro erzielen sollen.

"Wir haben 2010 viele Erfolge erarbeitet, mussten uns aber auch Herausforderungen stellen", stellte Dekkers fest. Für die künftige Entwicklung sei es wichtig, noch stärker und konsequenter in das Wachstum und die Innovationskraft von Bayer zu investieren. Hierfür sei das im November 2010 bekannt gegebene Maßnahmenpaket erarbeitet worden. Danach sollen die erforderlichen finanziellen Mittel durch eine gezielte Umschichtung von Ressourcen aufgebracht werden. Unterstützt wird dies durch Effizienz- und Sparmaßnahmen. "Hier gilt: Mehr Innovation und weniger Administration", sagte Dekkers.

Positive Aussichten für 2011 und 2012
Die Aussichten für den weiteren Geschäftsverlauf sieht der Vorstandsvorsitzende positiv. "Wie sich die Weltwirtschaft entwickeln wird, wenn die Förderprogramme in vielen Staaten auslaufen, müssen wir abwarten. Wir jedenfalls schauen zuversichtlich auf das laufende Jahr", so Dekkers. So erwarte er in allen Teilkonzernen - eine stetige wirtschaftliche Entwicklung vorausgesetzt - für 2011 Zuwächse bei Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen. Für das Gesamtjahr plant Bayer einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatzanstieg von 4 bis 6 Prozent. Unter den getroffenen Währungsannahmen - z. B. eines Euro-US-Dollar-Kurses von 1,40 - entspricht dies einem Konzernumsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll in Richtung 7,5 Milliarden Euro gesteigert und das bereinigte Ergebnis je Aktie um etwa 10 Prozent verbessert werden.

Für Sachanlageinvestitionen hat der Konzern ein Budget von 1,5 Milliarden Euro vorgesehen und für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 0,3 Milliarden Euro. Für Forschung und Entwicklung erwartet Bayer Aufwendungen auf dem Rekordniveau des Jahres 2010 (3,1 Milliarden Euro). "Mit diesen Investitionen wollen wir unsere guten zukünftigen Chancen wahren", sagte Dekkers. "Dies wird auch deutlich, wenn man unsere Planung für die kommenden drei Jahre betrachtet. Wir streben an, bis 2013 rund 15 Milliarden Euro in unsere Zukunft zu investieren." Rund zwei Drittel davon seien für Forschung und Entwicklung vorgesehen und ein Drittel für Investitionen in Sachanlagen. "Das sind erhebliche Summen", betonte der Vorstandsvorsitzende.

"Unsere Ziele für 2012 bestätigen wir", sagte Dekkers weiter. So geht Bayer - bei einem weiterhin positiven wirtschaftlichen Umfeld - nach wie vor von einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzwachstum von etwa 5 Prozent aus. Zudem plant der Konzern für 2012 ein EBITDA vor Sondereinflüssen in der Größenordnung von 8 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ergebnis pro Aktie von etwa 5 Euro.

HealthCare plant für 2011 insgesamt ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzplus im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich und eine leichte Verbesserung des EBITDA vor Sondereinflüssen. Im Segment Pharma, das 2011 noch nicht wieder mit dem Markt wachsen dürfte, soll der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen und die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verbessert werden. Für das Segment Consumer Health rechnet der Teilkonzern mit einem währungs- und portfoliobereinigten Wachstum über dem Markt. Hier sollen Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Im Jahr 2012 will HealthCare insbesondere im Segment Pharma durch seine neuen Produkte an Wachstumsdynamik gewinnen und in beiden Segmenten das EBITDA vor Sondereinflüssen verbessern.

CropScience erwartet für das laufende Jahr, dass sich der Umsatz in beiden Segmenten währungs- und portfoliobereinigt verbessern und insgesamt zumindest im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen wird. Die Marktposition von Environmental Science/BioScience soll weiter gestärkt und die Position bei Crop Protection mindestens gehalten werden. Das EBITDA vor Sondereinflüssen plant der Teilkonzern überproportional zu steigern. Auch 2012 will CropScience zumindest mit dem Markt wachsen und das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA weiter verbessern.

MaterialScience geht von einer weiteren konjunkturellen Erholung aus und plant für 2011, den währungs- und portfoliobereinigten Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich und das EBITDA vor Sondereinflüssen im Vergleich dazu überproportional zu steigern. Im 1. Quartal 2011 erwartet der Teilkonzern gegenüber dem 4. Quartal 2010 währungs- und portfoliobereinigte Umsätze in gleicher Größenordnung. Trotz gestiegener Rohstoffkosten soll das EBITDA vor Sondereinflüssen im 1. Quartal 2011 über dem des 4. Quartals 2010 liegen. 2012 plant MaterialScience - ein weiterhin positives Marktumfeld vorausgesetzt -, den Umsatz und das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA weiter zu erhöhen.

Bayer habe 2010 operativ auf Kurs gelegen und erwarte für das laufende Jahr eine weitere Verbesserung der Kennzahlen, fasste Dekkers zusammen. "Und dank unserer starken Produktpipeline sind wir auch für die weitere Zukunft optimistisch."