31.07.2014

www.plasticker.de

Bayer: Positive Geschäftsentwicklung setzt sich im 2. Quartal 2014 fort

Der Bayer-Konzern war auch im 2. Quartal 2014 erfolgreich. Allerdings musste das Unternehmen erneut erhebliche negative Währungseffekte verkraften, die jedoch durch die gute Geschäftsentwicklung kompensiert worden seien. Insgesamt lagen das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA sowie das bereinigte Ergebnis je Aktie auf Vorjahresniveau. Den Konzernausblick für das laufende Jahr bestätigte der Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers. Auch strategisch habe Bayer im 2. Quartal durch die geplante Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts des US-Konzerns Merck & Co, Inc. Fortschritte gemacht, so Dekkers.

Der Konzernumsatz stieg im 2. Quartal 2014 um 0,9 Prozent auf 10,458 (Vorjahr: 10,360 Milliarden Euro). Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte (wpb.) entsprach das einem Plus von 6,3 Prozent. Das EBIT stieg um 14,5 Prozent auf 1,473 (1,287) Milliarden Euro. Die Sondereinflüsse beliefen sich auf minus 48 (minus 256) Millionen Euro. Das EBIT vor Sondereinflüssen ging leicht um 1,4 Prozent auf 1,521 (1,543) Milliarden Euro zurück. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich - trotz negativer Währungseffekte von etwa 160 Millionen Euro oder ca. minus 7 Prozent - um 1,0 Prozent auf 2,217 (2,195) Milliarden Euro. Hierin sind höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von ca. 70 Millionen Euro enthalten. Das Konzernergebnis legte um 13,3 Prozent auf 953 (841) Millionen Euro zu. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 1,53 (1,54) Euro auf dem Niveau des Vorjahresquartals.

Der Brutto-Cashflow erhöhte sich im 2. Quartal 2014 aufgrund des verbesserten EBITDA um 1,5 Prozent auf 1,705 (1,680) Milliarden Euro, der Netto-Cashflow stieg um 4,2 Prozent auf 1,601 (1,536) Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich von 9,1 Milliarden Euro am 31. März 2014 auf 9,9 Milliarden Euro am 30. Juni 2014.

MaterialScience steigert Absatzmengen
Im Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen (MaterialScience) lag der Umsatz im 2. Quartal mit 2,864 (2,875) Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Das entspricht wpb. einem Plus von 3,6 Prozent. "Dieser Zuwachs ist auf deutlich gestiegene Absatzmengen bei Polycarbonates, Polyurethanes und Coatings, Adhesives, Specialties zurückzuführen", erklärte Dekkers. Ein höheres Absatzvolumen in Nordamerika, Europa und Asien/Pazifik habe Mengenrückgänge in Lateinamerika/Afrika/Nahost mehr als ausgleichen können. Die Absatzpreise lagen in allen Regionen unter Vorjahr.

Der Umsatz mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) wuchs wpb. um 3,0 Prozent. Dies sei auf eine verbesserte Nachfrage der Kunden in allen Hauptabnehmerbranchen zurückzuführen. Bei den hochwertigen Kunststoffen (Polycarbonates) erhöhte sich der Umsatz deutlich um wpb. 8,3 Prozent, insbesondere aufgrund einer stärkeren Nachfrage der Kunden in der Automobil- und Elektroindustrie. Im Geschäft mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten stieg der Umsatz dank höherer Absatzmengen in nahezu allen Regionen wpb. um 3,7 Prozent.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von MaterialScience lag mit 270 (274) Millionen Euro leicht unter Vorjahr (minus 1,5 Prozent). Gestiegene Absatzmengen, niedrigere Rohstoffpreise und Effizienzsteigerungsmaßnahmen begünstigten das Ergebnis. Gegenläufig wirkten gesunkene Absatzpreise sowie Kosten für geplante Wartungsstillstände in Asien und Nordamerika. Darüber hinaus belasteten negative Währungseffekte von etwa 10 Millionen Euro bzw. minus 3 Prozent das Ergebnis.

Ergebnis im 1. Halbjahr deutlich verbessert
Im 1. Halbjahr 2014 konnte der Bayer-Konzern sowohl den Umsatz als auch das EBITDA vor Sondereinflüssen steigern. Hierzu trugen alle Teilkonzerne bei. Der Umsatz erhöhte sich um 1,9 (wpb. 7,3) Prozent auf 21,013 (20,626) Milliarden Euro. Das EBIT verbesserte sich um 16,7 Prozent auf 3,569 (3,058) Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 6,6 Prozent auf 4,955 (4,648) Milliarden Euro. Hierin waren negative Währungseffekte von etwa 360 Millionen Euro sowie höhere Forschungs- und Entwicklungskosten von ca. 170 Millionen Euro enthalten. Das Konzernergebnis verbesserte sich deutlich um 18,7 Prozent auf 2,376 (2,001) Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 7,4 Prozent auf 3,48 (3,24) Euro.

Wechselkurs-Annahmen für 2014 angepasst
"Angesichts der guten operativen Performance behalten wir den Konzernausblick für 2014 bei", sagte Dekkers. Dabei wurden die Wechselkursannahmen an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Für das 2. Halbjahr 2014 legt Bayer nun die Wechselkurse zum 30. Juni 2014 zugrunde (bisher: Durchschnittskurse des 4. Quartals 2013). Damit steigen die Währungsbelastungen bei Umsatz und Ergebnis. Die geplanten Akquisitionen des OTC-Geschäfts von Merck & Co., Inc. und Dihon Pharmaceutical Group Co., Ltd. sowie der Verkauf des Interventional-Geschäfts sind in dieser Prognose nicht enthalten. Bayer erwartet, diese Transaktionen im 2. Halbjahr 2014 abzuschließen.

Der Konzern plant nun einen wpb. Umsatzanstieg von etwa 6 (bisher: etwa 5) Prozent. Unter Berücksichtigung eines negativen Währungseffektes gegenüber dem Vorjahr von etwa 4 (bisher: etwa 2) Prozent rechnet Bayer jetzt mit einem Konzernumsatz von ca. 41 (bisher: ca. 41 bis 42) Milliarden Euro. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist weiterhin eine Steigerung im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich geplant. Hierin sind erwartete negative Währungseffekte von etwa 550 Millionen Euro bzw. ca. 6 Prozent (bisher: etwa 450 Millionen Euro bzw. ca. 5 Prozent) berücksichtigt. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie will Bayer nach wie vor einen Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen. Hierin sind erwartete Währungseffekte in Höhe von ca. minus 9 (bisher: ca. minus 6) Prozent enthalten. Zum Jahresende erwartet das Unternehmen unverändert eine Nettofinanzverschuldung von weniger als 9 Milliarden Euro. Unter Berücksichtigung der geplanten Akquisitionen ergäbe sich zum Jahresende eine Nettofinanzverschuldung von ca. 19 Milliarden Euro.

Für das Jahr 2014 erwartet MaterialScience wie bisher eine Steigerung des wpb. Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich. Der Teilkonzern rechnet weiterhin gegenüber dem Jahr 2013 mit negativen Währungseffekten von ca. 2 Prozent. Für das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA ist unverändert eine Steigerung geplant. Hierbei berücksichtigt sind negative Währungseinflüsse von etwa 30 (bisher: etwa 50) Millionen Euro. Im 3. Quartal 2014 rechnet MaterialScience gegenüber dem 2. Quartal mit einer Steigerung des Umsatzes und des EBITDA vor Sondereinflüssen.

Weitere News im plasticker