05.03.2014

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Bayer: Rekordumsatz im Jubiläumsjahr 2013 - Schwieriges Marktumfeld für MaterialScience

Der Bayer-Konzern hat seinen Erfolgskurs im Jahr 2013 fortgesetzt. "Wir haben in unserem Jubiläumsjahr wichtige Ziele erreicht", sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am letzten Freitag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen. Die Entwicklung der Life-Science-Geschäfte verlief demnach weiterhin dynamisch: HealthCare konnte mit den neueren Pharma-Produkten erfreuliche Zuwächse erzielen, und CropScience war in einem positiven Marktumfeld sehr erfolgreich. Insgesamt erreichte Bayer in den Life-Science-Bereichen die operativen Ziele trotz erheblicher negativer Währungseffekte. Das Geschäft von MaterialScience war weiterhin durch eine schwierige Marktsituation gekennzeichnet. "Für das Geschäftsjahr 2014 sind wir optimistisch und planen eine weitere Verbesserung von Umsatz und Ergebnis", so Dekkers.

Der Konzernumsatz wuchs im Jahr 2013 um 1,0 Prozent auf 40,157 (Vorjahr: 39,741) Milliarden Euro. "Damit haben wir eine neue Bestmarke in unserer nun 150-jährigen Unternehmensgeschichte erzielt", sagte der Vorstandsvorsitzende. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) nahm der Umsatz um 5,1 Prozent zu. Das EBIT stieg um 25,6 Prozent auf 4,934 (3,928) Milliarden Euro. Ergebnisbelastend wirkten sich Sondereinflüsse in Höhe von minus 839 Millionen (minus 1,711 Milliarden) Euro aus. Diese enthielten insbesondere Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 358 Millionen Euro sowie Vorsorgen für Rechtsfälle in Höhe von 276 Millionen Euro. Das EBIT vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 2,4 Prozent auf 5,773 (5,639) Milliarden Euro und das EBITDA vor Sondereinflüssen um 1,5 Prozent auf 8,401 (8,280) Milliarden Euro. Negative Währungseinflüsse belasteten das Ergebnis mit insgesamt etwa 260 Millionen Euro. Darüber hinaus fielen infolge des erfreulichen Kursverlaufs der Bayer-Aktie 70 Millionen Euro höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit der langfristigen aktienbasierten Vergütung an. Das Konzernergebnis kletterte um 32,7 Prozent auf 3,189 (2,403) Milliarden Euro und das bereinigte Konzernergebnis je Aktie um 5,8 Prozent auf 5,61 (5,30) Euro.

Der Brutto-Cashflow stieg um 28,0 Prozent auf 5,832 (4,556) Milliarden Euro, insbesondere aufgrund eines verbesserten EBIT. Der Netto-Cashflow erhöhte sich um 14,2 Prozent auf 5,171 (4,530) Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung sank im Vergleich zum 31. Dezember 2012 um 0,3 Milliarden Euro auf 6,7 Milliarden Euro. "Aufgrund des starken Cashflows konnten wir trotz hoher Investitionen sowie der Unternehmenserwerbe von Conceptus und Steigerwald die Verschuldung leicht zurückführen", erläuterte Finanzvorstand Werner Baumann.

Schwieriges Marktumfeld für MaterialScience
Im Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen (MaterialScience) ging der Umsatz im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 11,238 (11,491) Milliarden Euro zurück. Wpb. entspricht das dem Niveau des Vorjahres (plus 0,4 Prozent). "MaterialScience stand 2013 vor erheblichen Herausforderungen in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld. Die Mengen und Preise blieben im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich", sagte Dekkers.

Der Umsatz mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) erhöhte sich wpb. um 3,9 Prozent. Zu diesem Anstieg trugen höhere Absatzmengen in Asien/Pazifik und Nordamerika bei. Die Absatzpreise lagen insgesamt auf Vorjahresniveau. Bei den hochwertigen Kunststoffen (Polycarbonates) gab der Umsatz wpb. um 4,5 Prozent nach - vor allem aufgrund von gesunkenen Absatzmengen in allen Regionen, die auf eine schwächere Marktnachfrage zurückzuführen waren. Darüber hinaus sanken die Verkaufspreise in Asien/Pazifik wegen Überkapazitäten im Markt. Im Geschäft mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten reduzierte sich der Umsatz wpb. um 1,9 Prozent insbesondere aufgrund geringerer Absatzpreise in Asien/Pazifik. Die Absatzmengen lagen insgesamt auf Vorjahresniveau.

Das bereinigte EBITDA des Teilkonzerns sank um 15,1 Prozent auf 1,072 (1,263) Milliarden Euro, vor allem aufgrund gestiegener Rohstoffkosten. "Trotz des schwierigen Marktumfelds für MaterialScience im abgelaufenen Geschäftsjahr sind wir für die Zukunft vorsichtig optimistisch", sagte Dekkers. Die für die nächsten Jahre zu erwartende höhere Auslastung der Kapazitäten in der Branche dürfte den Preisdruck verringern.

Erfreuliches Wachstum im 4. Quartal
"Im 4. Quartal erzielte Bayer ein erfreuliches Umsatzwachstum, das EBITDA vor Sondereinflüssen blieb jedoch vor allem aufgrund hoher negativer Währungseffekte sowie steigender Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen hinter dem Vorjahreswert zurück", sagte Baumann. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 0,3 (wpb. 6,4) Prozent auf 9,888 (9,860) Milliarden Euro. Hierzu trugen vor allem die neueren Pharmaprodukte und kräftige Mengensteigerungen bei CropScience bei. Das EBIT des Konzerns ging um 10,2 Prozent auf 655 (729) Millionen Euro zurück. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verringerte sich um 3,1 Prozent auf 1,769 (1,826) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis konnte um 24,3 Prozent auf 455 (366) Millionen Euro gesteigert werden, das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 8,9 Prozent auf 1,10 (1,01) Euro.

Mehr als 18 Milliarden Euro für Investitionen in die Zukunft
"Unsere Mission ,Bayer: Science For A Better Life‘ ist und bleibt unsere Motivation, während wir unsere Stellung als Innovationsunternehmen von Weltrang weiter stärken", führte Dekkers aus. "Unser Ziel ist weiterhin, mit unseren innovativen Produkten und Lösungen das Leben vieler Menschen weltweit zu verbessern." Bayer müsse dafür jedoch kontinuierlich erhebliche Summen investieren, um die Voraussetzungen für weitere Innovationen und Wachstum zu schaffen. In den Jahren 2014 bis 2016 will das Unternehmen über 18 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung sowie für Sachinvestitionen aufwenden, vor allem in den Life-Science-Geschäften. Insgesamt sollen rund 11,2 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung fließen und 7,3 Milliarden Euro in Sachinvestitionen.

Positive Aussichten für 2014
"Wir gehen auch das Jahr 2014 optimistisch an", so Dekkers. "Wir wollen das Wachstum unserer neueren Produkte in den Life-Science-Bereichen fortsetzen und die Profitabilität von MaterialScience verbessern." Der Prognose für das Geschäftsjahr 2014 wurde das durchschnittliche Kursniveau des 4. Quartals 2013, z.B. ein Euro-USD-Kurs von 1,36, zugrunde gelegt. Bayer plant für 2014 einen wpb. Umsatzanstieg von etwa 5 Prozent. Unter Berücksichtigung eines erwarteten negativen Währungseffektes gegenüber dem Vorjahr von ca. 2 Prozent ergibt sich ein Konzernumsatz von ca. 41-42 Milliarden Euro. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist eine Steigerung im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich geplant. Hierin sind erwartete negative Währungseffekte von etwa 450 Millionen Euro bzw. ca. 5 Prozent berücksichtigt. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie will der Konzern einen Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen. Hierin sind erwartete Währungseffekte in Höhe von ca. minus 6 Prozent enthalten.

Für das Jahr 2014 sind Sonderaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in einer Größenordnung von etwa 200 Millionen Euro geplant. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung will Bayer im Jahr 2014 auf 3,5 Milliarden Euro steigern. Sachanlageinvestitionen sind mit rund 2,1 Milliarden Euro geplant und Investitionen in immaterielle Vermögenswerte mit 0,3 Milliarden Euro. Die planmäßigen Abschreibungen werden auf etwa 2,6 Milliarden Euro beziffert, davon 1,3 Milliarden Euro auf immaterielle Vermögenswerte. Zum Jahresende 2014 geht das Unternehmen unter Berücksichtigung der geplanten Akquisition der Algeta ASA, Norwegen, von einer Nettofinanzverschuldung von unter 9 Milliarden Euro aus.

MaterialScience plant für 2014 eine Steigerung des wpb. Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich. Gegenüber 2013 rechnet der Teilkonzern mit negativen Währungseffekten von ca. 2 Prozent. Für das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA ist eine Steigerung geplant. Hierbei berücksichtigt sind negative Währungseffekte von etwa 50 Millionen Euro. Für das 1. Quartal 2014 rechnet MaterialScience gegenüber dem Vorjahresquartal mit einem wpb. höheren Umsatz und einer deutlichen Steigerung des EBITDA vor Sondereinflüssen.

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