02.03.2012

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Bayer: Umsatz und EBIT 2011 auf Rekordniveau - Kunststoffsparte unter den Erwartungen

Der Bayer-Konzern meldet ein strategisch und operativ sehr erfolgreichen Jahr 2011 und erzielte demnach neue Rekordwerte bei Umsatz und EBIT. "Unsere nach dem ersten Quartal angehobenen Konzernziele haben wir erreicht", sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen. Zudem habe das Unternehmen gute Fortschritte bei Innovationen sowie beim Ausbau seiner Aktivitäten in Wachstumsländern gemacht. Für das laufende Jahr stellte Dekkers - trotz einer von Unsicherheiten geprägten konjunkturellen Lage - eine leichte Steigerung des bereinigten Ergebnisses in Aussicht.

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2011 um 4,1 Prozent auf 36,528 (Vorjahr: 35,088) Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte (wpb.) entspricht das einem Zuwachs von 5,5 Prozent. "Damit haben wir den Rekord aus dem Jahr 2010 noch übertroffen", sagte Dekkers. Die Geschäftsentwicklung in den Wachstumsländern habe mit einem Plus von währungsbereinigt (wb.) 9,0 Prozent überproportional dazu beigetragen. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg demnach deutlich um 52,0 Prozent auf 4,149 (2,730) Milliarden Euro.

Die Sondereinflüsse beliefen sich per saldo auf minus 876 Millionen (minus 1,722 Milliarden) Euro. Darin sind Sonderaufwendungen von 741 Millionen Euro für die konzernweite Restrukturierungsinitiative, 260 Millionen für Rechtsfälle sowie Erträge aus Desinvestitionen von 99 Millionen Euro enthalten. Das EBIT vor Sondereinflüssen stieg um 12,9 Prozent auf 5,025 (4,452) Milliarden Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 7,2 Prozent auf 7,613 (7,101) Milliarden Euro. Besonders deutlich legte das Konzernergebnis mit einem Plus von 89,9 Prozent auf 2,470 (1,301) Milliarden Euro zu. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 15,3 Prozent auf 4,83 (4,19) Euro.

Der Brutto-Cashflow nahm um 8,4 Prozent auf 5,172 (4,771) Milliarden Euro zu, während der Netto-Cashflow um 12,4 Prozent auf 5,060 (5,773) Milliarden Euro zurückging. Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich gegenüber dem 31. Dezember 2010 um 0,9 Milliarden auf 7,0 Milliarden Euro. "Die Fälligkeitsstruktur unserer noch ausstehenden Finanzverbindlichkeiten ist gut verteilt, so dass wir alle Rückzahlungen in den kommenden Jahren aus der vorhandenen Liquidität und dem laufenden Cashflow leisten wollen", sagte Finanzvorstand Werner Baumann.

Ergebnis von MaterialScience unter den Erwartungen
"Im MaterialScience-Geschäft blieben wir 2011 leider unter unseren Erwartungen", sagte Dekkers. "Ein positiver Faktor ist, dass wir den Umsatz steigern und die Preise in allen Geschäftseinheiten und Regionen anheben konnten. Allerdings gelang es uns insgesamt kaum, Mengensteigerungen zu erzielen." Insgesamt stieg der Umsatz mit hochwertigen Materialien um 6,7 (wpb. 8,2) Prozent auf 10,832 (10,154) Milliarden Euro.

Der Umsatz mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) verbesserte sich wpb. um 9,5 Prozent. Die hochwertigen Kunststoffe (Polycarbonates) legten wpb. um 5,6 Prozent zu und die Rohstoffe für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten wpb. um 4,5 Prozent. Der Bereich Industrial Operations erzielte ein Umsatzplus von wpb. 21,9 Prozent.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von MaterialScience gab um 13,6 Prozent auf 1,171 (1,356) Milliarden Euro nach. Dieser Rückgang beruht den Angaben zufolge vor allem auf höheren Rohstoffkosten, die nicht vollständig durch gestiegene Absatzpreise ausgeglichen werden konnten. Zudem seien höhere operative Kosten angefallen - unter anderem aus der Inbetriebnahme der TDI-Anlage in China. Positiv habe sich unter anderem Einsparungen aus Effizienzsteigerungsmaßnahmen ausgewirkt.

Anteil der Wachstumsmärkte am Umsatz nimmt zu
"Ein weiterer positiver Aspekt ist das starke Abschneiden des Konzerns in den Wachstumsmärkten, wo wir insgesamt um 9 Prozent zulegen konnten", führte Dekkers aus. Als Wachstumsmärkte hat Bayer die Regionen Asien (ohne Japan), Lateinamerika, Osteuropa, Afrika sowie Nahost definiert. Mit einem Umsatz von 13,290 (12,493) Milliarden Euro hatten diese Länder im vergangenen Jahr einen Anteil von 36,4 (35,6) Prozent am Gesamtumsatz des Konzerns.

Zuversicht für die weitere Geschäftsentwicklung
Für die weitere Entwicklung zeigte sich Dekkers zuversichtlich: "Wir sind ordentlich ins Geschäftsjahr 2012 gestartet." Insgesamt erwartet der Konzern für 2012 auf wpb. Basis einen Umsatzanstieg von etwa 3 Prozent. Unter den getroffenen Währungsannahmen, z.B. eines Euro-US-Dollar-Kurses von 1,40 (Durchschnitt 2011: 1,39), entspricht dies einem Konzernumsatz von ca. 37 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen plant Bayer leicht zu verbessern. Hierzu sollen HealthCare und CropScience beitragen, während für MaterialScience angesichts der derzeit schwierigen Marktverhältnisse mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet wird. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll ebenfalls leicht steigen.

Für 2012 plant das Unternehmen Sachanlageinvestitionen von 1,5 Milliarden Euro und Investitionen in immaterielle Vermögenswerte von 0,4 Milliarden Euro. Die planmäßigen Abschreibungen sollen sich auf etwa 2,6 Milliarden Euro belaufen, davon 1,3 Milliarden Euro auf immaterielle Vermögenswerte. Für Forschung und Entwicklung beträgt das Budget etwa 3,0 Milliarden Euro und liegt damit auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre.

MaterialScience plant derzeit für 2012 einen wpb. Umsatz und ein bereinigtes EBITDA auf Vorjahresniveau. Entwickelt sich das Marktumfeld besser als angenommen, geht der Teilkonzern von einem entsprechenden Umsatz- und Ergebnisanstieg aus. Für das 1. Quartal 2012 rechnet MaterialScience mit wpb. Umsätzen in gleicher Größenordnung wie im 4. Quartal 2011. Das EBITDA vor Sondereinflüssen im 1. Quartal 2012 wird deutlich über dem des 4. Quartals 2011 erwartet, jedoch unter dem entsprechenden Vorjahreswert.

Für 2013 geht der Bayer-Konzern von einem weiteren Anstieg von Umsatz, EBITDA vor Sondereinflüssen und bereinigtem Ergebnis je Aktie aus. Das Unternehmen erwartet, dass hierzu auch die neuen Pharma-Produkte beitragen. Sachanlageinvestitionen und Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sind in der Größenordnung von 2012 geplant. Für Forschung und Entwicklung erwartet Bayer leicht steigende Aufwendungen.