20.01.2016

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Bischof + Klein: Verpackungs- und Folienspezialist mit Recycling-Workshop

Unter welchen Voraussetzungen kann eine ausgediente Kunststoffverpackung im Recyclingkreislauf zu neuem Rohstoff werden? Das war Thema eines Workshops beim Verpackungs- und Folienspezialisten Bischof + Klein (B+K) mit Prof. Dr.-Ing. Gilian Gerke, Professorin für Ressourcenwirtschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Diese diskutierte mit Entwicklungsingenieuren sowie Mitarbeitern aus Vertrieb, Produktion, Umweltschutz und Regulatory Affairs von B+K über aktuelle Tendenzen bei der Verpackungsentwicklung, moderne Sortiertechniken, Recyclinganforderungen und Chancen der Kreislaufwirtschaft.

99,5 Prozent der Kunststoffverpackungen in Deutschland werden verwertet, davon 50,6 Prozent stofflich (GVM Recyclingbilanz 2014). Deutschland ist hier nach Aussage Gerkes führend. Kritisch sah sie die Forderung nach einer deutlichen Erhöhung der Quote im Arbeitsentwurf zum neuen Wertstoffgesetz. Allerdings gebe es viel Verbesserungspotenzial, insbesondere was die Qualität von Recyclingmaterial betreffe. Hoch empfindliche Sortieranlagen seien heute in der Lage, sehr effizient unterschiedliche Stoffe zu identifizieren. Probleme bereite aber beispielsweise der aktuelle Trend zu schwarzen Verpackungen. Diese könnten von Nahinfrarot-Sensoren nicht erkannt werden. Hier wird allerdings mit Hochdruck geforscht. Wenig begeistert ist die Recyclingexpertin auch von der Beimischung von Kreide in Verpackungsfolie. Auch dies führe zu Problemen im Recyclingprozess.

Die Wissenschaftlerin machte deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren in der Wertschöpfungskette sei. "Ich habe mich sehr über Ihre Einladung gefreut. Nur gemeinsam erreichen wir Fortschritte im Wertstoffkreislauf." Nachhaltigkeitsmanagerin Angelika Kotscha stimmte ihr zu. Sie wünschte sich mehr Schwung für den Recyclingkreislauf. Ein anderer Umgang mit dem Werkstoff Kunststoff trage zur Ressourcenschonung bei und sei zudem ein Beitrag im Kampf gegen das weltweite Problem "Marine Litter". Wenn entleerte Kunststoffverpackungen grundsätzlich als Wertstoff wahrgenommen würden, käme niemand mehr auf die Idee, sie achtlos wegzuwerfen.

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